Da kommt was Neues, aber was?

Outlaw Tour: Bob Dylans erhoffte neue Setlist ist da. Und was fangen wir damit jetzt an?

Alles haben es herbeigesehnt. Nachdem Bob Dylan konsequent seine Rough And Rowdy Ways-Tour von Herbst 2021 bis zum Frühjahr 2024 durchgezogen hat, ahnte und hoffe man in der Dylan-Welt, dass die Outlaw-Tour etwas Neues bringen möge. Und tatsächlich kam es so.

Jim Keltner neu, Donnie Herron nicht mehr dabei

So blieb der Wechsel des Drummers nicht die einzige Veränderung der Band. Statt John Pentecost war es in Alpharetta, Georgia, zum Tour-Auftakt, niemand anderes als Trommel-Veteran Jim Keltner, der die Stöcke schwang. Der mittlerweile 82-jährige bestätigte das Klassentreffen-Feeling dieser Tour. Nelson, Dylan, Keltner, Plant, Krauss, Mellencamp – die Leute haben so oft schon zusammengearbeitet, dass man beim zählen kaum nachkommt.

Nicht dabei zum Tour-Auftakt war Donnie Herron. Also kein Lap Steel, keine Mandoline, Geige oder Trompete. Schade, finde ich. Der trug viel zum Sound bei und war seit fast 20 Jahren, seit 2005 – fester Bestandteil der Band. Eine Veränderung, die sich nicht aufdrängte. Sollte es dabei bleiben, dann vielen Dank für deine tolle Musik, Donnie! Ansonsten das bekannte Personal mit Bob Britt, Doug Lancio an den Gitarren und Tony Garnier am Bass.

Slow aber niemals langweilig

Musikalisch ist es slow, aber eben nicht langweilig oder gar uninspiriert. Was man bislang gehört klingt gut, klingt aber auch nicht so, dass es nicht noch besser werden könnte. Dylans Stimme ist weiterhin richtig gut und besser als vor 30 Jahren. Es fallen die vielen Covers auf, das ist im Grunde die einzige Konstante zu den Konzerten im Frühjahr. Er zollt seinen Helden Tribut. Diesmal gibt es u.a. Songs von Little Walter, Chuck Berry und Hank Williams zu hören.

Wieder viele Cover

Seine eigenen Songs datieren fast ausschließlich aus den 2000er Jahren mit dem Schwerpunkt auf „Tempest“: „Pay In Blood“, Early Roman Kings“, „Scarlet Town“ und das immer wieder fantastische „Long And Wasted Years“, dem bestmöglichen Abschluss-Song eines Dylan-Konzertes. Diesmal noch schrofferer Endpunkt, weil keine Zugaben mehr folgten. „Things Have Changed“ ist wieder da, „Simple Twist Of Fate”, das irgendwie bei der RARW-Tour verloren ging, ebenfalls. Und er spielt „Under The Red Sky“, das er das letzte mal vor über zehn Jahren, im November 2013, gespielt hat.

Was bedeutet die neue Setlist?

Es ist also eine Setlist, die Fragen aufwirft, die erst mit den nächsten Konzerten (vielleicht) beantwortet werden können. Welcher Logik folgt die Auswahl seiner eigenen Songs? Es ist auf alle Fälle eine große Freude, den alten Bob weiterhin zuhören zu können. Wir wünschen Willie Nelson gute Besserung und hoffen, dass er gesund und fit nach der angekündigten kleinen Pause zurückkommt.

Erste Zwischenbilanz folgt Anfang Juli

Wir werden die Tour aufmerksam verfolgen und uns dann Anfang Juli an einer Bilanz des ersten Abschnitts versuchen. Augen- und Ohrenzeuginnen-Bericht inklusive. Stay tuned!

Setlist:

Alpharetta, Georgia, Ameris Bank Amphitheatre, 21. Juni 2024

1.         My Babe (Bob on piano) (song by Little Walter)

2.         Beyond Here Lies Nothin‘ (Bob on piano)

3.         Simple Twist Of Fate (Bob on piano)

4.         Little Queenie (Bob on piano) (song by Chuck Berry)

5.         Mr. Blue (Bob on piano) (song written by DeWayne Blackwell)

6.         Pay In Blood (Bob on piano)

7.         Cold Cold Heart (Bob on piano) (song written by Hank Williams)

8.         Early Roman Kings (Bob on piano)

9.         Under The Red Sky (Bob on piano)

10.       Things Have Changed (Bob on piano)

11.       The Fool (Bob on piano) (song written by Naomi Ford and Lee Hazlewood)

12.       Scarlet Town (Bob on piano)

13.       Long and Wasted Years (Bob on piano)

Hinterlasse einen Kommentar