Archive for the ‘Uncategorized’ Category

The Bickenbach, Texas Home Office Diary (2)

25. März 2020

From Sand Rabbit Town into the whole wide world

Howdee Everone,
ich schulde natürlich noch eine Erklärung. Die Country-Kenner wissen natürlich, dass „Bickenbach, Texas“ eine Anspielung auf Waylon Jennings Song „Luckenbach, Texas“ ist. Der Gag musste einfach sein. Auch wenn Waylon derjenige Outlaw oder Highwayman war, der mit am fernsten ist. Willie, Kris und natürlich Johnny fügen sich bei mir gleich hinter Bobby ein. Aber Waylon? Hank Williams, Marty Stuart, Billy Joe Shaver, Emmmylou oder Rosanne – gerne. Aber Waylon? Mal schauen, ob ich die jetzige Zeit nutzen kann, näher zu Waylon zu finden. Auf alle Fälle könnt ihr „Luckenbach, Texas“ unten hören.

Man kennt das. Man fährt jahrelang gemeinsam mit dem Zug in die große Stadt zur Arbeit. Wechselt aber kein Wort, kommt sich nicht näher. So erging es mir auch mit einem bestimmten Menschen. Der mich im Pädagog schon bei Veranstaltungen grüßte, doch außerhalb dieses Raums blieben wir irgendwie auf Abstand.

Ausgerechnet auf der gestrigen, für die nächste Zeit in der Coronakrise letzten Zugfahrt nach Hause, sprach er mich dann an. Ich wäre doch auch an Folk interessiert und wir hätten uns auch schon im Pädagog gesehen. Er suche vergeblich nach den Notenblättern von Hobo’s Lullaby. Die gäbe es in Deutschland nicht. Hobo’s Lullaby ist ein Song, den ursprünglich der aus Austin, Texas stammende Goebel Reeves aka The Texas Drifter geschrieben und 1936 veröffentlicht hat. Einem Song, den dann Woody Guthrie bekannt gemacht hat. Zu Goebel Reeves demnächst mehr. Ich gab mich jedenfalls verblüfft und empfahl mal beim Woody Guthrie Center in Tulsa nachzufragen. Nun habe ich gegoogelt und mehrere Seiten gefunden, auf denen man die Noten finden kann. Spricht das jetzt für oder gegen den Folkenthusiasten, der auf althergebrachte Weise nach Notenblättern forschte, anstatt mal ins Netz zu gehen? Jetzt wollte er den Woody Guthrie Center googeln. Und so hat die Suche nach einem fast 90 Jahre alten Song, beim Folk-Enthusiasten einen Digitalisierungsschub ausgelöst und ich hefte mich an die Spuren von Goebel Reeves. Sein Hobo’s Lullaby ist unten zu hören.

Keine guten Nachrichten kommen heute aus den USA. Gleich zwei bekannte Americana-Musiker sind Covid-19-positiv. Während Singer-Songwriter-Legende Jackson Brown selber von einem milden Verlauf spricht, scheint es um Larry Campbell, Multiinstrumentalist, Produzent und jahrelanger Sideman sowohl von Bob Dylan als auch von Levon Helm, nicht ganz so gut bestellt. Er befindet sich getrennt von seiner Frau Teresa Williams in Quarantäne.

Hoffen wir für Larry, dass auch sein Krankheitsverlauf milde ist. Und hoffen wir, dass in den USA trotz Trumps Unbelehrbarkeit die Coronakrise nicht in eine Katastrophe großen Ausmaßes mündet.

Ich hätte gerne heute fröhlicher meinen Eintrag abgeschlossen. Aber halt: Gerade habe ich mit zwei befreundeten Musikern telefoniert und es war wieder richtig schön, mich mit ihnen über Musik und das Musik machen und über Konzertveranstaltungen auszutauschen. Nach solchen Gesprächen weiß ich wieder, warum ich mich so tief der Musik verschrieben habe, und warum ich alles tun werde, damit wir alle gut durch die Krise kommen.

In diesem Sinne: Handelt Solidarisch, achtsam und fürsorglich und bleibt gesund!

Best,
Thomas

Live-Musik in den Zeiten von Corona

15. März 2020

Warum habe ich mir nur Leidenschaften ausgesucht, die davon leben, dass sie vor vielen Menschen ausgetragen werden? Wäre ich Briefmarkensammler oder Numismatiker, ich könnte mein Hobby weiter im Stillen betreiben. Ab zu in den Briefkasten schauen, ob da wieder einer ein paar Fundstücke aus Übersee geschickt hat. Und ob die lila Mauritius diesmal endlich dabei ist.

Aber Fußball und Musik? Die Fußballsaison 2019/2020 ist de facto beendet, auch wenn es mancher Fußball-Großverdiener es noch nicht wahrhaben will. Und da Fußball eine Mannschaftssportart ist kann, bringen auch Geisterspiele nix. Zu groß die Menschenansammlungen, um so einen Spielbetrieb laufen zu lassen. Also müssen wir uns damit abfinden.

Aufgrund der Veränderungen der Musikindustrie in den letzten Jahren – „dank“ Streamingportalen und Billig-Downloads – ist auf Tonträger konservierte Musik regelrecht entwertet worden. Die Musiker*Innen leben zum Großteil in der Regel von Konzerteinnahmen. Dort verkaufen sie dann auch Alben und Merch. So lief das bis Corona kam.

Nun kommt der ganze Kulturbetrieb zum Erliegen. Mancherorts sind bereits Veranstaltungen ab 50 Leuten untersagt. Die Menschen kaufen keine Karten mehr, die Clubs können die Bands nicht mehr bezahlen. Künstler, Veranstalter, Techniker, Journalisten, Fotografen oder Grafiker – sie alle geraten ja länger die Krise andauert in immer größere Schwierigkeiten. Das trifft die vielen weniger bekannten Künstler genauso wie beispielsweise einen David Crosby.

Was kann man dagegen tun? Nun, zuerst hilft die Solidarität der Music-Community. Sprich: Kein Kaufpreis wird zurückverlangt. Dass hilft den Spielstätten. Dann werden CDs oder Digitale Alben oder Songs der Künstler bei diesen gekauft. Damit Sie in den Zeiten der Corona-Pause Einnahmen generieren. Wer als Künstler die technischen Möglichkeiten hat oder sie beschaffen kann, der kann Online-Konzerte geben. Und was spricht dagegen, die Zuschauer auch zum Bezahlen aufzufordern? Künstlerische Darbietungen haben ihren Wert und Künstler leben davon. So what?

Ja und dann erwarte ich von den Kommunen, Ländern und dem Bund gerade auch für kleine Spielstätten, für Künstler und freischaffende ordentliche finanzielle Hilfe. Marburg hat es beispielsweise vorgemacht wie es gehen muss. Denn für die Bankenrettung war Geld da – für die Kultur muss erst recht Geld da sein!

In diesem Sinne freue mich in den Zeiten der „Vermeidung sozialer Kontakte“ darüber, dass ich Online Live-Konzerte sehen kann, dass es Online-Mediatheken gibt, und dass ich viele CDs und DVDs zu Hause habe. Die Freude an der Musik kann uns – wenn wir alle zusammenstehen – über diese schwierigen Zeiten hinweghelfen.

In diesem Sinne
Keep On Keeping On
Thomas Waldherr

„Whatever Colours You Have In Your Mind“

10. Januar 2020

Darmstädter Dylan-Tag 2020/ Marco Demel und Thomas Waldherr zur Premiere am 18. April

Copyright: Wikimedia Commons

Seit 2014 gibt es in Darmstadt die von Thomas Waldherr kuratierte, sich ausdrücklich auf Bob Dylan berufende, Konzertreihe „Americana im Pädagog“. Seit 2016 ist bei Radio Darmstadt die „Dylan Hour“ von Marco Demel auf Sendung. So entstand die Idee, sich einen ganzen Tag mit Werk und Wirken von Bob Dylan zu befassen. Beim Darmstädter Dylan-Tag 2020 am Samstag, 18. April, im Theater im Pädagog, Pädagogstraße 5) sind mit dabei Manfred Maurenbrecher, Bernie Conrads (Bernies Autobahn Band), die Literatur-Professoren und Dylan-Autoren Heinrich Detering und Anne-Marie Mai, der New Yorker Künstler Bob Egan, der niederländische Dylan-Autor Jochen Markhorst, sowie die Musiker Martin Grieben, Dan Dietrich und die DoubleDylans. Beginn ist 15 Uhr, das Ende gegen 22.30 Uhr, der Eintritt beträgt 30 Euro.

„Bob Dylan und sein Werk in Erinnerung zu rufen und die Bedeutung seiner Songs gerade auch für die heutige Zeit darzustellen, und das musikalischen Erbe Dylans zu neuen Räumen auch in neuen Köpfen zu verhelfen, ist die Idee hinter den „Darmstädter Dylan-Tagen“, erläutert Marco Demel. Und Thomas Waldherr ergänzt: “ Dabei geht es uns nicht um Heldenverehrung und Mystifizierung der Person Dylan, sondern um eine von Sympathie und Respekt befeuerte historisch-kritische Beschäftigung mit seinem ebenso großen wie manchmal auch komplexen Oeuvre.“ Und dies aus den verschiedensten Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Denkansätzen. „Daher auch unser Motto „What Ever Colours You Have In Your Mind“, erklären die beiden.

Marco Demel

Und dies geschieht an diesem Tag in vielfältiger Art und Weise mittels Vorträgen, Lesungen, einer Dia-Show und natürlich viel Musik von Bob Dylan, denn darum geht es ja letztendlich. „Wir haben beide Bob Dylan in unserer Jugend entdeckt, und dann über die Jahre gemerkt, wieviel seine Musik und seine Texte, seine wichtigen Denkanstöße, und durchaus auch seine Irrungen, einem bedeuten, welch wichtige Konstante im Leben die Beschäftigung mit seinem Werk darstellt. Da war es klar, dass die Beschäftigung mit ihm auch irgendwann öffentlich stattfinden wird“, so Thomas Waldherr.

Während der Journalist Waldherr (www.country.de, Folker) schon seit vielen Jahren über Bob Dylan – u.a. auch als Buchautor und Blogger – schreibt, und ihn explizit als „Stifterfigur“ der von ihm seit 2014 kuratierten Konzertreihe „Americana im Pädagog“ nennt, hatte der Sozialpädagoge Demel schon länger die Idee eines Dylan-Tages. Nachdem er im Vorfeld des 75. Geburtstags von Dylan dann Thomas Waldherr über die gemeinsame Arbeit an der Sendung „Dylan Hour“ bei Radio Darmstadt kennenlernte, blieben die beiden in Kontakt und nun war die Zeit reif, das Projekt endlich anzugehen.

„Wir sind sehr gespannt auf diesen Tag. Wir haben ein dichtes Programm mit Vorträgen der Dylan-Autoren Heinrich Detering und Anne Marie Mai, und viel Musik u.a. von Dan Dietrich und den DoubleDylans. Ganz besonders stolz sind wir aber auf die Mitwirkung von Manfred Maurenbrecher und Bernie Conrads (Bernies Autobahn Band), der extra für uns einen seiner mittlerweile sehr seltenen öffentlichen Auftritte haben wird“, ist Marco Demel voller Vorfreude. Für Thomas Waldherr schließt sich mit Bernie Conrads sogar so etwas wie ein Kreis. „Als ich 1976/77 begann, mich für Bob Dylan zu interessieren, da spielte Bernies Autobahn Band immer wieder mal in der Darmstädter Fußgängerzone. Ihre Songs von Dylan auf Deutsch wie „Weit weg, lange her“ haben mich stark beeinflusst. Toll, Bernie dabei zu haben.“

Thomas Waldherr

Auch Waldherr selbst wird einen Vortrag zu „Bob Dylan & Black America“ halten, beide moderieren die Veranstaltung und Marco Demels Tochter Jadwiga, die in Dresden und Linz Komposition studiert, wird ebenfalls im Programm mitwirken, indem sie Dylan-Stücke für ihr Geigenspiel adaptiert.

Noch ist jetzt ein knappes Vierteljahr Zeit, an den Details zu arbeiten. „Wir wollen allen interessierten Dylan-Freunden ein abwechslungsreiches Programm in angenehmem Ambiente bieten. Dafür bedanken wir uns bei Klaus Lavies und seinem Team vom „Theater im Pädagog“ sehr herzlich, sie bringen viel Erfahrung in die Organisation mit ein“, lobt Marco Demel die Zusammenarbeit. „Es ist immer ein kleines Wunder, wenn eine Vision Wirklichkeit wird.“ Und Thomas Waldherr, dessen Reihe „Americana im Pädagog“ Kooperationspartner ist, nimmt auch überregionale Gäste in den Blick: „Bei unseren erfolgreichen Dylan-Abenden 2016 und 2019 kamen auch einige Gäste extra von weit her angereist. Wir wünschen und hoffen auf eine bundesweite Wahrnehmung des ersten Darmstädter Bob Dylan-Tages.“

Karten für die Veranstaltung können im Vorverkauf online unter http://www.paedagogtheater.de erworben werden. Vorbestellungen sind unter 06151 – 66 01 306 telefonisch und unter theaterimpaedagog@gmx.de per E-Mail möglich.

Darmstadt ist eine Reise wert
Das mit ÖPNV oder auch Auto gut erreichbare, zentral in der Republik gelegene Darmstadt (30 km südlich von Frankfurt am Main) ist als ehemalige Residenz und Jugendstil-Stadt immer eine Reise wert. Neben dem hochkulturellen Leuchttürmen Residenzschloss, dem Jugendstilzentrum Mathildenhöhe, dem Hessischen Landesmuseum, dem Hessischen Staatstheater und dem Hessischen Staatsarchiv, ist Darmstadt als Sitz des Jazz-Instituts und der Ferienkurse für neue Musik auch eine Musikstadt mit Tradition und besitzt eine vielfältige freie Musik- und Kunstszene. Und mit dem SV Darmstadt 98 auch einen traditionsreichen Fußball-Zweitlisten, der auch schon drei Spielzeiten erstklassig war.

Darmstadt bietet also vieles, was neben dem Dylan-Tag auch noch zu einem Wochenend-Aufenthalt einlädt. Weitere Infos hierzu: https://www.darmstadt-tourismus.de/

World of Bob Dylan Conference

14. Juni 2019

Bob Dylan-Ausstellung im Gilcrease Museum

Es war wirklich sensationell. 500 Dylanologen, Dylan-Fans, interessierte Musikfreunde sowie geistige Abenteurer tauschten sich Ende Mai bis Anfang Juni vier Tage lang in Tulsa, Oklahoma, über Werk, Wirken und Wirkung von Bob Dylan aus. Eingeladen hatte das Institute for Bob Dylan Studies der University of Tulsa in Zusammenarbeit mit dem Bob Dylan Center, dem Dylan-Archiv in Tulsa.

Nach Tulsa geholt wurde das Dylan-Archiv durch die George Kaiser Family Foundation, die schon den Woody Guthrie Center und das Phil Ochs-Archiv in Tulsa ermöglicht hat. In wenigen Jahren soll auch ein dann öffentlich zugänglicher Bob Dylan Center in Tulsa eingeweiht werden.

Die Konferenz in Tulsa bewies einmal mehr, dass Bob Dylan mehr ist als eine Musiklegende. Im Grunde hat er als amerikanischer Dichter und Künstler eine Bedeutung erlangt wie Walt Whitman, Mark Twain, John Steinbeck oder William Faulkner. Und über solch einen universellen Künstler lässt sich dementsprechend trefflich debattieren, und genau das wurde dann auch an vier Tagen in unzähligen Panels getan. Diese hatten Themen wie Dylan und die Justiz, Dylan und die Religion, Dylan und die Philosophie oder auch Dylan und der amerikanische Westen. Sie fanden statt im Tagungshotel, im Gilcrease Museum für indianische Kultur (hier gabes auch zwei Austellungen zu Dylan zu sehen) und in der Jazz Hall Of Fame in Tulsa.

Manche Vorträge beschäftigten sich mit einzelnen Alben, andere mit ganzen Werkabschnitten, man beschäftigte sich mit Dylans Wurzeln und mit seinem Einfluss auf die Entwicklung der Musik. Die Qualität der Vorträge war dabei wie üblich bei solchen Veranstaltungen ganz unterschiedlich. So übten sich manche in Scholastik oder fleißigem Faktensammeln, andere aber, und die sind für den Schreiber dieser Zeilen die wirklich interessanten, stellten steile Thesen auf oder wagten gar, Schlüsse zu ziehen und fröhlich zu spekulieren. Dem Chronisten werden insbesondere die Vorträge von Matthew Lipson zur Stimme von Bob Dylan, von Andrew Muir zu Dylan und Shakespeare, von Leighton Grist zu Bob Dylan und den Western, von Gayle Wald zu Bob Dylan und der Figur der Gospelsängerin sowie von Hilary Saunders zur Rezeption Dylans beim jüngeren Publikum in Erinnerung bleiben.

Dazu gab es Abendveranstaltungen wie den großartigen Auftritt von Greil Marcus, der die Dylan-zentrierte Sichtweise mit seinen Ausführungen rund um die Bedeutung des Blues für Amerika und Dylan wunderbar für die Roots öffnete oder den Abend mit bislang nicht gesehenem Filmmaterial aus dem Bob Dylan-Archiv. Insbesondere die Aufnahmen aus den Supper Club-Konzerten von 1993 waren hier eine echte Überraschung. Durch den Abend führte Michael Chaiken, der Kurator der Bob Dylan Archive Collection, der bereits nachmittags über die Arbeit im Archiv berichtet hatte.

Im Woody Guthrie Center in Tulsa

Schnell konnte man mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen, insbesondere wenn überraschenderweise bekannte Dylan-Freunde aus Frankfurt anwesend waren. So wurde es ein abwechslungsreiches Symposium, das wir nach zwei Tagen aber schon verließen, da wir weiter nach Memphis wollten. Dafür waren wir aber schon einen Abend früher zur tollen Radioshow in den legendären Cains Ballroom gekommen. Auch hier lag der Fokus auf bob Dylan, u.a. war einer der Studiomusiker zu Gast, die in Minnesota einen Teil von „Blood On The Tracks“ einspielte.

Die Tage im ansonsten recht ruhigen Tulsa haben uns gut gefallen und wenn der Bob Dylan Center dann als Gebäude und Ausstellungshaus steht, dann werden wir sicher wiederkommen. Unser Dank geht an Institutsleiter Sean Latham und sein Team für die tolle Organisation!

Tulsa 2: Western Swing und Tulsa Sound

23. März 2019

Tulsa/Oklahoma war einmal was. In den 1920er Jahren wurde sie

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als „Ölhauptstadt der USA“ bezeichnet. Riesige Ölfelder sorgten für Reichtum. In der Stadt wuchsen die Art Deco-Gebäude wie Pilze aus dem Boden. Die Arbeiter dagegen suchten nach Zerstreuung und bevölkerten die großen Dance Halls. In einer ebensolchen – Cain’s Ballroom in Tulsa – soll der Western Swing in den 1930er/1940er Jahren erfunden worden sein. Sicherlich spielt Cain’s eine Rolle aber zu dieser Zeit entwickelte sich das Phänomen Western Swing – Country meets Jazz & Blues – an mehreren Orten im Grenzgebiet zwischen Texas und Oklahoma. Dennoch bleibt aber vor allem Bob Wills‘ Western Swing-Hit „Take Me Back To Tulsa“ mit der zweitgrößten Stadt Oklahomas verbunden.

Heute hat Tulsa etwa 400.000 Einwohner. Und seine musikalische Bedeutung ist immer noch da. In den 1960er Jahren entwickelte sich hier der Tulsa Sound, eine besondere Mischung aus Rockabilly, Country, Rock’n’Roll und Blues. Protagonisten des Tulsa-Sounds waren u.a. J.J. Cale, Elvin Bishop und Leon Russell.

In jüngster Zeit wurde Tulsa musikalisch vor allem als Sitz wichtiger Künstler-Archive bekannt. Die George Kaiser Family Foundation des Geschäftmannes und Philantropen George Kaiser holte nach dem Woody Guthrie-Archiv, dem Phil Ochs-Archiv nun vor wenigen Jahren auch das Bob Dylan-Archiv in die Stadt. Nach dem Woody Guthrie Center wird es mittelfristig dort auch einen Bob Dylan-Center als Museum, Showroom und Veranstaltungsort geben.

Es gibt also viel zu entdecken in Tulsa, auch abseits der „World Of Bob Dylan Conference“.

Zurück nach Amerika

18. Januar 2019

Rundreise von Chicago über St. Louis, Tulsa, Memphis, Nashville und Bardstown zurück nach Chicago geplant/ Bob Dylan-Konferenz, Underground Railroad und die „Windy City“

Es musste einfach wieder sein. Derzeit sind wir in den Detailplanungen für eine Amerika-Rundreise, die uns diesmal erstmals nach Chicago, St. Louis und Tulsa und wieder einmal nach Memphis und Nashville führen soll. Diese Reise wird auch eine Möglichkeit sein, die Stimmung im Land vor dem Hintergrund der dortigen politischen Auseinandersetzungen zu erkunden. Wir sind das erste Mal in den USA seit der Wahl Trumps. Es wird also wieder ein tiefes Eintauchen in Alltagsleben, Geschichte und Kultur der Staaten.

St. Louis
St. Louis war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Städte für die Besiedlung des Westens und wegen ihrer Lage am Mississippi auch ein bedeutender Handelsplatz für den Warenaustausch mit den Südstaaten. Hiervon zeugt das große bogenförmige Monument, der Gateway Arch. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich viele deutsche Einwanderer dort an und begründeten u.a. den Ruf St. Louis‘ als Bierbrauerstadt, wie noch heute die hier ansässige Großbrauerei Anheuser-Busch mit ihrer bekanntesten Marke „Bud“ beweist. Aber auch eine Reihe von kleinen Brauereien laden zur Besichtigung ein. Ebenso wie das National Blues Museum.

Tulsa
Tulsa, Oklahoma, ist mittlerweile fast so etwas wie die Americana-Hauptstadt der USA. Hier befindet sich das Woody Guthrie-Archiv, das Bob Dylan-Archiv und das Phil Ochs-Archiv. Es wird auch darüber nachgedacht, das Johnny Cash-Archiv dorthin zu holen. Zudem bildete Tulsa u.a. mit Cain’s Ballroom als Location und der wirtschaftlich-sozialstrukturellen Situation der Stadt in den 1930er-1950er Jahren einen wichtigen Nährboden für die Entwicklung des Western Swings und hat später mit dem Tulsa-Sound einen Musikstil hervorgebracht, der eine Mischung aus Rockabilly, Country, Rock ‘n’ Roll und Blues war. Bekannte Vertreter des Tulsa Sound waren die leider mittlerweile allesamt verstorbenen JJ Cale, Leon Russell und Steve Ripley. Tulsa hat also eine wichtige musikhistorische Bedeutung für die USA. Und wenn das alles nicht Grund genug für eine Reise dorthin wäre, so ist die große Bob Dylan-Konferenz, die während unseres Aufenthaltes dort stattfindet, gleichsam das Sahnehäubchen obendrauf.

Memphis
In Memphis werden wir Stätten besuchen, die es bei unserem letzten Aufenthalt noch nicht gab oder die wir damals nicht auf dem Schirm hatten: „Slave Haven“, das Museum für die „Underground Railroad“, der Geheimorganisation, die den Sklaven bei der Flucht in den Norden half. Und das Stax Museum, das sich dem berühmten Soul Label widmet, das gleichsam Antipode des braven Motown-Soul aus Detroit war.

Nashville
In Nashville werden wir die alternative Szene in East Nashville erkunden. Nashville bleibt für uns eine ungemein spannende Stadt. Bible Belt-Stadt, Kongresszentrum, Sitz des Mainstream-Country-Business und NRA-Land und hat dennoch eine große alternatives Viertel. Und in der Music Hall Of Fame und Museum gibt es wieder neue interessante Ausstellungen zu den Country-Outlaws und Emmylou Harris.

Bardstown
Dann geht es wieder nach Norden. Bardstown, Kentucky ist die „The Bourbon Capital Of The World“. Hier sitzt beispielsweise die bekannte Heaven Hill Distillery. Da die jedoch derzeit gegen Bob Dylans Heaven‘ Door Whisly klagt wegen angeblicher Gefahr der Markenverwechslung lassen wir die links liegen (lach!) und werden entweder die „Barton 1792“ oder die „Willett Distillery“ besuchen. Weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist der „My Old Kentucky Home State Park“, der rund um eine alte Plantage in die alte Südstaaten-Zeit zurückführt.

Der Park ist benannt nach dem Anti-Sklaverei-Song „My Old Kentucky Home“ von Stephen Foster (1826-1864), der sich dazu sowohl von seinen Besuchen auf dieser Plantage, als auch von Harriett Beecher Stowes Buch „Onkel Tom’s Hütte hat beeinflussen lassen. Foster war so etwas wie der erste Songwriter der US-amerikanischen Populärmusik, dessen Songs gleichsam Traditionals wurden. Wir alle kennen „Oh Susanna“, Americana-Freunden dürfte auch „Hard Times (come again no more)“ bekannt sein, ein Song, den viele Musiker schon gespielt haben, u.a. Bob Dylan, Emmylou Harris, Johnny Cash oder Mavis Staples. Foster schrieb für die Minstrel Shows, war aber wohl auch aufgrund des Einflusses von von Beecher-Stowe gegen rassistische Klischees gefeit und wurde zu einem Gegner der Sklaverei. Obwohl aus den Nordstaaten stammend, setzten sich seine Songs oftmals mit dem Leben in den Südstaaten auseinander. Seine Songs waren zwar erfolgreich, aber finanziell konnte er sich stets nur gerade so über Wasser halten, weil die Einnahmen für die Komponisten unverschämt niedrig waren. Er starb schließlich völlig verarmt in New York. Er wurde posthum zur Legende und 1970 in die Songwriters Hall Of Fame aufgenommen.

Chicago
Die „Windy City“ ist mindestens so legendär wie New York. Jedem fällt Al Capone ein, Mafia und Prohibition, Jazz und Blues, „Sieben gegen Chicago“, der schönste „Rat Pack“-Film überhaupt, Elliott Ness und die „Unbestechlichen“, aber auch Brechts „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ und Upton Sinclairs „Dschungel“. Chicago ist die drittgrößte Stadt der USA, wie gesagt windig, aber auch eine Stadt am Wasser und voller im Wasser. Sie liegt am Michigansee und wird vom Chicago River durchflossen. Wir werden uns treiben lassen und die Stadt und ihre Kultur auf uns wirken lassen. Eine Stadt, die voller Musik ist.

Eine interessante Reise steht uns bevor, wir sind gespannt.

Und hier Bob Dylans Version von Stephen Fosters „Hard Times“:

Trouble No More? Von wegen!

31. März 2018

Der Film zum Gospel-Bootleg ist nicht Fisch, nicht Fleisch, passt aber zu Ostern/ Dylan kommt auf Frühjahrs-Tournee nach Deutschland

Irgendjemand hat geschrieben der Film „Trouble No More“ wäre satirisch zu betrachten und meinte damit die überflüssigen Predigt-Sequenzen, die die Sehens- und Hörenwerten Dylan-Live-Passagen immer wieder unterbrechen. Ich habe damals, als die aktuelle Gospel-Bootleg-Zusammenstellung mit Film rausgekommen ist, sinngemäß geschrieben, dass das gut sei, da die Predigten, die Dylan damals wirklich gehalten hat, alles andere als rühmlich für ihn gewesen seien. Engstirnig, Borniert, Rachsüchtig. Da traf sich der frisch begeisterte Konvertit, der mit seinem neu gefundenen Glauben wohl eine große Lebenskrise für sich löste, sich ansonsten aber irgendwie sowohl getrieben als auch angefeindet fühlte, mit dem Gott des Zornes. Irgendwie mehr altes als neues Testament. Die Texte, die der Schauspieler nun im Film aufsagte waren so allgemein, wie klischeehaft, dass man sie nicht wirklich ernst nehmen kann. So war dann aber dieser Film auch irgendwie ein Überraschungs-Ei und passte ins Fernsehprogramm kurz vor Ostern. Dylans Passionsspiele sozusagen.

Dylan expressiv wie selten
Die Konzertbilder vermitteln, dass Dylan damals sein neu gefundener Glaube Kraft, Sicherheit und Spielfreude gegeben hat. Selten hat man Dylan, den Meister der performativen Reduktion, so expressiv und dem Publikum zugewandt gesehen. „Natürlich“ will man sagen, hatte er doch eine Botschaft. Und die Texte sind bekannt fragwürdig, wenn sie nicht eine gewisse Ambivalenz in der Antwort auf die Frage besitzen, wer denn da jetzt voller Liebe angesungen wird. Gott? Eine Frau? Oder ist Gott eine Frau? Anyway. Dass die Frauen in dieser Phase für Dylan eine besondere Bedeutung hatten, zeigen auch die fünf (!) schwarzen Backgroundsängerinnen. Mit denen soll er was gehabt haben, munkelt man. Man mag es glauben, sieht man dann ganz am Ende des Films das großartige Duett von Bob und Clydie King, das eben seine große Energie aus der Beziehung der beiden zu ziehen scheint.

Ärger und Sorgen kamen wieder
Aber spekulieren wir nicht weiter. Bobs Performance dieser Jahre war beseelt, seine Band und er waren richtig stark. Aber der Ärger und die Sorgen waren nicht weg, nur kurze Zeit verflogen. Denn kurz nachdem er mit „Infidels“ 1984 die „Born Again“-Phase hinter sich gelassen hatte, stürzte er in die künstlerische Krise, die außer den zwei Jahren mit Tom Petty ihn die ganzen 1980er Jahre in Beschlag nehmen sollte. Und wer ihn Anfang der 1990er auf einer Bühne sah, der hatte schon den Eindruck, dass da jemand ganz schön mit sich und seiner Musik zu kämpfen hatte. Erst die beiden Folk-Platten „Good As I Been To You“ und „World Gone Wrong“ scheinen ihn wieder in die Spur gebracht zu haben. Seit Mitte der 1990er Jahre sind seine Konzerte klar strukturiert und Dylan ist ein routinierter Bühnenkünstler geworden.

Wieder auf Deutschland-Tour
Mittlerweile bleiben die ganz großen Überraschungen im Konzert aus, im Gegensatz zu früheren Jahren ist die Setlist fast immer gleich. Aber: Dylan schafft es immer wieder, magische Momente zu zaubern, dann wenn der Text und die Performance wie im Augenblick entstanden wirken und ihre ganze Macht entfalten – dann ist die Musik-Legende Bob Dylan wieder der große Geschichtenerzähler, der Songwriter, dessen Lieder berühren.

Jetzt sind diese magischen Momente wieder live zu erleben, denn Bob Dylan beginnt am 12. April in Neu-Ulm seine Deutschland-Tournee, die ihn u.a. auch nach Krefeld, Nürnberg und Baden-Baden führen wird.

Trouble No More ist bis zum 28. April auf arte.tv zu sehen:
https://www.arte.tv/de/videos/079444-000-A/bob-dylan-trouble-no-more/

Trump – und wie weiter?

22. Januar 2017

second-to-none Jetzt ist es also tatsächlich eingetreten. Am Freitag, 20. Januar, wurde Donald Trump zum 45. US-Präsident vereidigt. Und schon am nächsten Tag haben landesweit 4,2 Mio. Amerikaner gegen Trump demonstriert. Ein erstes gutes Zeichen.

Ich bin nicht der Meinung, dass man ihm jetzt erstmal Zeit geben solle und schauen, was er so in den ersten hundert Tagen macht. Warum soll man das? Dieser Mann hat keine Mehrheit unter den Wählern. Dieser Mann verstößt permanent gegen jeglichen Anstand, provoziert, lügt und schürt Hass gegen alle Andersdenkenden noch von den Stufen des Capitols hinab. Dieser Mann lügt den Menschen ins Gesicht, wenn er sagt, jetzt habe das Volk die Macht wieder. Ein Kabinett der Millionäre und Milliardäre vertritt die Interessen des Volkes? Was für eine lächerliche Farce.

Immer wieder geht er direkt die Medien an, schürt Hass gegen den Nachbarn Mexiko, ist völlig unberechenbar. Ja und er hat mit seinem Kabinett deutlich gemacht, dass Amerika nun endgültig eine Oligarchie ist. Darum versteht er sich auch so gut mit Putin. Machos und Chauvinisten unter sich. Aber wir wissen ja: Pack schlägt sich und verträgt sich. Wenn man die Regeln einer zivilisierten, geregelten, demokratischen Gesellschaft ablehnt, dann versteht man sich natürlich für den Augenblick ganz gut. Doch wehe man meint zu sehen, das man im Schwanzvergleich unterliegt. Dann gib‘ ihm, ohne Rücksicht auf Verluste.

Nein, Amerika hat auch ohne Trump seit 2001 ständig Krieg geführt. Doch wer soll dies nun überhaupt noch bändigen? Möglich, dass sich Trumps Amerika aus der einen oder kriegerischen Auseinandersetzung zurückzieht, doch wer mag sich die kriegerischen Konflikte ausmalen, die neu losgetreten werden, wenn sich die Oligarchen-USA in ihren wirtschaftlichen Interessen bedroht sehen?

Trump drückt gerade den Reset-Knopf und Amerika ist wieder zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wirtschaftsliberalismus im nationalstaatlichen Rahmen. Außen- und Innenpolitisch. Doch die Trump-Politik wird den Menschen im Rust Belt, im Heartland, im Süden nicht helfen. In den Zeiten des globalen Kapitalismus ist es eine Lüge zu erzählen, man könne eine Wirtschaft autark von der Welt machen und Mauern bauen. Da werden schon alleine Teile des US-Kapitals nicht mitmachen. Und die Interessen der abhängig Beschäftigten im globalen Kapitalismus lassen sich nicht damit lösen, dass man seine Mechanismen ignoriert und die Uhren zurückdrehen will. Nur eine gut durchdachte Mischung aus nationalen Maßnahmen des New Deal mit einer internationalen Strategie zur weltweiten Anhebung der sozialen Standards und der Regulierung und Kontrolle des Kapitals können eine Wende für die Lebensbedingungen aller Menschen der dritten Welt bringen. Ob sie nun in einer Textilwerkstatt in Bangladesh unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, oder arbeitslos irgendwo in Iowa im Trailerpark voller Heroin und Alkohol vor sich hin siechen.

Die Veranstaltungen rund um die Inauguration des Autokraten haben Mut gemacht. Seien es so kleine wie die „Love Songs For The Other America“ in Darmstadt oder die Proteste, der über 4 Millionen in den USA. Wichtig ist, dass die fortschrittlichen Kräfte ihre richtigen Lehren aus dem Verhängnis Trump ziehen. An die liberalen Eliten gerichtet: Es gibt keine offene Gesellschaft, wenn sie nicht sozial ist. Abgehängte sind anfällig für autoritäre Lösungen. 1933 wie 2017. Für die Sozialdemokratie: Als Liberaldemokraten mit Arbeitnehmerflügel braucht die SPD keiner. Nach der Agenda 2010 hat sich die Partei in ihren Wahlergebnissen halbiert. Die AfD ist nicht nur ein Problem der Konservativen. Werdet endlich wieder sozialdemokratisch! Und an die Linken: Es gibt keine Haupt- und Nebenwidersprüche. Der globale ungebändigte Kapitalismus ruiniert Lebensverhältnisse und -perspektiven der abhängig Beschäftigten und das Ökosystem gleichermaßen, und die Geschlechterfreiheit, die Rechte der Frauen, sowie der Schwulen- und Lesben, der verschiedenen Ethnien, Religionen und Kulturen, sprich die Bürgerechte, benutzt er ohnehin rein taktisch.

Also brauchen wir eine Vernetzung der fortschrittlichen Kräfte in den progressiven, sozialdemokratischen und linken Parteien der USA und Europas mit NGOs, Grassroots-Bewegungen und Gewerkschaften. Keiner wird es alleine schaffen, die drohende autoritäre Zeitenwende abzuwenden und umzukehren.

Also dann an die Arbeit. Wenn wir klug und leidenschaftlich, cool und empathisch, tolerant sind und Haltung zeigen – ja, dann können wir es schaffen!

Woody Guthrie: Old Man Trump

4. August 2016

woody-guthrieAusgerechnet der Heilsbringer der weißen amerikanischen Arbeiterklasse – der „Klasse an sich“, nicht der „Klasse für sich“, hier unterscheidet Marx sehr fein – ist einer, der seinen Reichtum geerbt hat. Donald Trump: Nichts geleistet, nichts geschafft, nur geerbt, spekuliert, gekauft, verkauft und immer mal wieder was gewonnen. Und das meist auf dem Rücken von Arbeitern. Und da ist Donald ganz sein Vater. Der hatte mit Hilfe öffentlicher Gelder Mietshäuser gebaut, in denen er keine Schwarzen wohnen ließ.

Woody Guthrie bemerkte dies zu spät und wohnte eine Zeit lang in einem der Häuser Trumps. Und hat darum einen Song voller Wut über den rassistischen „Old Man Trump“ geschrieben. Ryan Harvey, Tom Morello und Ani DiFranco haben Woodys Text kongenial vertont. Anhören, teilen und teilen und teilen. Denn eines muss uns klar sein. Ein Präsident Donald Trump wird alles daran setzen, ein Herrscher zu werden, dem Demokratie, Gewaltenteilung, Rechtssicherheit und Gerechtigkeit genauso wenig bedeuten wie Erdogan, Orban, LePen und den Leuten von der AFD. Daher gilt es, Trump zu verhindern. Und das geht nur, indem Hillary Clinton Präsidentin wird. Alleine, um die Möglichkeit zu erhalten, die Gesellschaft wieder fortschrittlicher und gerechter zu machen. Unter einem Absolutisten Trump wird es diese Möglichkeit kaum geben. Denn der wird gnadenlos regieren. Also Schluss mit der Angewohnheit der europäischen Linken, Trump als Witzfigur zu sehen. Sein Vater war schon keine.

Forever Willie!

22. Juni 2016

willie_headshot2„Forever wi – ah- ah – ah – ah – ah – ah – ah -ild, Forever wild!“, tönt es seit Tagen aus meinem Lautsprechern und ich tanze durchs Zimmer. Ja, Wille meldet sich zurück und es ist schön wie immer. Die Songs klingen wie immer wohlbekannt und doch ganz neu und frisch. Die Lyrics sind so einfach wie genial, also einfach genial. Der Mann und seine Musik machen einfach gute Laune und ich erinnere mich an ein Konzert von ihm im Frankfurter „Nachtleben“, da haben wir stundenlang durchgetanzt.

Er hat Haltung, keine Attitüde, und verbindet Folk-Rock mit Ramones, The Clash und Tom Petty, vereint in sich Dylan, Springsteen und Lou Reed. Also das Beste, was die schon oftmals totgesagte Rockmusik zu bieten hat. Denn Willie lebt die Ideale des Rock, ist Humanist und besitzt Selbstironie. Da schenken wir uns die Nörgelei am komischen Albumtitel „World War Willie“ samt Cover und erfreuen uns am schon erwähnten „Forever Wild“, der Hymne „Let’s All Come Together“, „When Levon Sings“, dem Song für Levon Helm, dem Herz und der Seele von The Band, und überhaupt allen Songs und tanzen und singen und summen und tanzen und singen und…..