Jetzt erst recht: Für das andere Amerika kämpfen!

Wenn die USA im Würgegriff des Trumpismus sind, dann müssen wir uns mit den amerikanischen progressiven Kräften unterhaken

Billy Bragg und das Motto von Woody Guthrie, Copyright: Billy Bragg

Es war schockierend und ernüchternd: Eine deutliche Mehrheit der Amerikaner:innen hat für Donald Trump als Präsidenten gestimmt, seine Parte hat die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus. Dem Trumpismus als autoritäre Staatsform sind Tür und Tor geöffnet. Dazu noch die konservtive Mehrheit im Supreme Court. Das Land kann nun nach Gutdünken von Trump, Musk & Co umgebaut werden.

Auch weiße Arbeiter werden nichts durch Trump und Musk gewinnen

Man kann schon Angst haben davor, was das für Schwarze, Frauen, Student:innen, Homosexuelle, Transgender und Muslime und auch Juden bedeutet. Man muss aber auch Angst davor haben, was das für die Arbeitsbeziehungen, die Rechte der Arbeitnehmenden und die Gewerkschaften heißt. Wo Musk draufsteht, steckt Drangsalierung von Mitarbeitenden und Gewerkschaftsfeindlichkeit drin. Die weißen Arbeiter werden auf Strecke gesehen nichts von diesem Regiment der Terrorclowns haben. Nur die dümmsten Kälber…

Es soll ein Hire und Fire-Staat werden, ein Staat völlig entkernt von jeglichem sozialen und gemeinschaftsbildenden Auftrag, das Bildungswesen privatisiert, ebenso Justiz, Gefängnisse und Abschiebezentren.

Werden die USA zu einem Iran des Westens

Es stellt sich die Frage, wann und wie und in welcher Konsequenz und Schärfe Trump seinen Rachefeldzug gegen seine politischen Gegner führen wird. Es stellt sich die Frage, wie sich die liberalen Staaten gegen die autoritäre Bundesregierung verhalten werden und vice versa. Es stellt sich die Frage, wieviel legaler Protest der Graswurzelbewegungen, der Frauenorganisationen, der schwarzen Community oder der Gewerkschaften noch möglich sein wird. Es stellt sich die Frage, inwieweit paramilitärische Organisationen wie die „Proud Boys“ mit Billigung von Trump gewalttätig gegen die protestierende Zivilgesellschaft vorgehen können. Und welchen Einfluss die Evangelikalen bekommen? Werden die USA zu einem Iran des Westens?

Wie gehen Hollywood und die liberale Musikszene mit der Trump-Herrschaft um? Aufstehen, rebellieren oder in die innere Emigration gehen oder auswandern? Wie lange darf die Musik des anderen Amerika noch gespielt werden? Es wird sehr spannend, es wird ernst. So mancher, auch der Schreiber dieser Zeilen hat solche politisch ernsten und gefährlichen Zeiten – auch hierzulande und in Europa – noch nicht erlebt.

Mit unseren Freunden  dagegen kämpfen und singen – die Americana-Reihe geht weiter!

Jetzt heißt es für alle, die gegen die Autoritären, die gegen die Faschisten aufstehen wollen, zusammenstehen. Und hierzulande heißt es für alle demokratischen Kräfte: Klare Worte und Taten folgen lassen: Keine Zusammenarbeit mit Faschisten! Und endlich eine sozial gerechte Politik,  Steuergerechtigkeit und ein Aus für die Schuldenbremse verbinden mit dem Kampf um eine gesellschaftliche Mehrheit: Mehr politische Bildung, mehr Jugendarbeit und mehr Verständnis für die Wirksamkeit der Social Media bei Jugendlichen.

Wir müssen gewillt sein, den Kampf anzunehmen. Für uns Freunde des anderen Amerika heißt das: Wir singen weiter die Lieder des anderen Amerika. Dessen Musiker sind uns weiterhin willkommen. Wir gehen weiter in der Tradition von Woody Guthrie, Pete Seeger, Joan Baez, Bob Dylan und Phil Ochs und connecten uns mit der Musik von aktuellen Künstler:innen wie Jason Isbell, Natalie Merchant, Rhiannon Giddens oder SONiA disappear fear. Die Darmstädter Americana-Reihe wird jetzt erst recht weiter bestehen!

Hinterlasse einen Kommentar