Trotz oder gerade wegen Trump und Musk: Mein Verständnis von „Americana“ steht weiterhin im Gegensatz zu und in der Ablehnung von Mega-Kapitalismus, Spaltung und America First
Trump hat die Wahl gewonnen und wird am 20 Januar in sein Amt eingeführt. Mehr noch: Zusammen mit Elon Musk und anderen Oligarchen führt er eine Regierung, deren Ziel es ist, jegliche Regeln aufzuheben und alleine Gewinnstreben und Egoismus als Eckpfeiler der amerikanischen Gesellschaft durchzusetzen. Das Ende Amerikas, so wie wir es kennen, ist gar nicht weit entfernt. Es droht der libertäre, rücksichtlose Mega-Kapitalismus.
Americana-Konzerte: Weiterhin für Vielfalt, Demokratie und Solidarität
Für mich, für meine Beschäftigung mit Musik und Bob Dylan, für die Darmstädter Americana-Reihe und für meine anderen Aktivitäten bleibt es dabei: Mir geht es weiterhin um das „andere Amerika“. Dem Amerika für Vielfalt, Demokratie und Solidarität. Aber dem stehen schwierige Zeiten bevor. Es benötigt in den Zeiten der Oligarchie mehr denn je Unterstützung auch von hier aus. Dem fühle ich mich mit meinen Americana-Aktivitäten verpflichtet.
Daher wird in der Darmstädter Americana-Reihe beispielsweise auch am 24. April erneut SONiA disappear fear auftreten. Sonia Rutstein ist queer und jüdisch und singt mit ihren Liedern gegen Homophobie, Rassismus und Kriege an. Und am 6. Februar wird im „Black History Month“ beim Bensheimer Kooperationspartner, dem PiPaPo-Kellertheater, Menna Mulugeta auftreten und die Lieder der großen afroamerikanischen weiblichen Stimmen singen.
Doch auch alle anderen Konzerte fußen auf dem Verständnis von amerikanischer Populärmusik als Ausdruck der vielfältigen Verknüpfungen und Vermischungen der Musik der Menschen Amerikas. Die gekennzeichnet ist von den grundlegenden Fusionen europäischer und afroamerikanischer Musik bis hin zu Adaptionen der Musik asiatischer oder lateinamerikanischer Einwander:innen. Ein musikalischer Schatz, der stets quer zu Rassismus und Spaltung stand. Die reichhaltige amerikanische Musiktradition ist ein einziger subversiver Gegenentwurf zur von der MAGA-Bewegung propagierten weißen, angelsächsischen Vorherrschaft.
Bob Dylan bleibt ein zentraler Bezugspunkt
Von Elvis Presley, der von den schwarzen Musiker:innen Big Mama Thornton, Arthur „Big Boy“ Crudup und B.B. King beeinflusst war – ihn wird Martin Grieben am 16. Januar auf die Bensheimer PiPaPo-Bühne bringen – bis zu Bob Dylan, dessen 84. Geburtstag wir in der Bessunger Knabenschule am 29. Mai mit einem Auftritt des wunderbaren Musikern Peter Schneider & „Sir“ Oliver Mally, feiern werden.
Dies zeigt: Natürlich wird Bob Dylan auch dieses Jahr wieder ein zentraler Bezugspunkt meiner kulturellen Aktivitäten sein. So ist auch eine besondere Darmstadt-Premiere zum deutschen Filmstart des neuen Dylan-Biopic „A Complete Unknown“ am 27. Februar geplant. Auf die Berichterstattung zum Film und zum Soundtrack mit Timotheé Chalamet (Bob Dylan), Monica Barbaro (Joan Baez), Edward Norton (Pete Seeger) und Boyd Holbrook (Johnny Cash) freue ich mich jetzt schon sehr. Zudem soll in diesem Jahr dann endlich mein drittes Dylan-Buch erscheinen.
Wie die amerikanisch-stämmige Countrymusik progressiv weiterentwickelt werden kann, zeigt ein besonderes deutsches Talent: Als New Country-Pop-Singer-Songwriterin begeistert Alina Sebastian und wird am 27. März erneut in der Darmstädter Americana-Reihe auftreten. Roots Rock aus Texas – auch so ein Schmelztiegel für Musik- mit Elisabeth Lee & Martin Hauke am 20. Februar in Darmstadt sowie Michael Moraveks poetisches Americana am 6. März in Bensheim komplettieren die Americana-Konzerte des ersten Halbjahres.
Wie wird sich die Oligarchie auf die amerikanische Populärkultur auswirken?
In diesem Sinne bleiben wir dem Americana treu und solidarisieren uns mit der fortschrittlichen Musikszene der USA. Man darf gespannt sein, wie sich die Machtübernahme von Trump und Musk auf die amerikanische Populärkultur auswirken wird. Dies zu beobachten und zu analysieren wird ein bedeutender Teil meiner zukünftigen Arbeit als Musikjournalist und Kulturvermittler einnehmen.
Die Darmstädter Americana-Reihe
Freitag, 31. Januar: Dr. Bontempi’s Snake Oil Company.
Infos & Tickets: https://www.knabenschule.de/?id=1504
Donnerstag, 20. Februar: Elisabeth Lee & Martin Hauke
Infos & Tickets: https://www.knabenschule.de/?id=1525
Donnerstag, 27. März: Alina Sebastian & Band
Donnerstag, 24. April: SONiA disappear fear
Donnerstag, 29. Mai: Peter Schneider & “Sir“ Oliver Mally
Die Bensheimer Americana-Konzerte
Donnerstag, 16. Januar: Martin Grieben – „Elvis pur“
Infos & Tickets: https://pipapo-kellertheater.de/martingrieben-2/
Donnerstag, 6. Februar: Menna Mulugeta – „Von Billie bis Beyoncé“
Infos & Tickets: https://pipapo-kellertheater.de/menna-mulugeta-2/
Donnerstag, 6. März: Michael Moravek & The Electric Traveling Show
Infos & Tickets: https://pipapo-kellertheater.de/michael-moravek-2/


Hinterlasse einen Kommentar