Brian Junker-Latocha: Rhythm & Rhyme

Das Debüt-Album des in Deutschland lebenden US-Amerikaners bietet Singer-Songwriter-Folk as it’s best

Brian Junker-Latocha. Copyright: http://www.felixrosic.de

Wow, das geht schon richtig gut los. „Love Me For A Minute” ist beschwingt und hat Ohrwurm-Qualitäten. Der originelle Promotext zum Album hat nicht zu viel versprochen: „Brian Junker-Latochas rhythmische Americana-Wurzeln und mitreißende Folkpop-Melodien sind das Ergebnis davon, wenn man einen amerikanischen Gitarristen von der Ostküste in den fruchtbaren deutschen Boden steckt und etwas Bier darüber gießt.“

Der in Florida und Virginia aufgewachsene Brian ist wegen des Studiums nach Europa gekommen und hat dann in der Rhein-Main-Region Wurzeln geschlagen. Gut für die deutsche Americana-Szene, denn die kann sich über einen äußerst talentierten Musiker freuen, der mit „Rhytm & Rhyme“ nun sein erstes Album unter seinem bürgerlichen Namen und mit eigenen Songs vorlegt. Als Brian Kenneth hat er einige Jahre schon mit seinen wundervollen Adaptionen traditioneller amerikanischer und irischer Folksongs begeistert, jetzt war es an der Zeit sich selbst in Songs auszudrücken.

Und wie er es tut! Es ist ein wunderschön zu hörender, ganz entspannter Folk-Pop, der sich da enthaltet. Nach dem Auftaktsong über den Brian sagt „melancholische Strophen und fröhliche Refrains machen eine traurige Situation bittersweet“, folgen eine ganze Reihe von Songperlen. „Strum One More Love Song“ feiert die offenen Bühnen der Rhein-Main-Region, auf denen, so Brian, „düstere Worte und fröhliche Töne die Gemüter des Publikums und des Künstlers zugleich trösten“.

Doch auch wenn die Stimmung des Albums vorwiegend lässig und entspannt ist, bleibt Brian seinen musikalischen Wurzeln treu. In „Flooding On The James“ singt er ein „appalachisches Katastrophenlied, das die Kraft der Liebe auch im Angesicht des sicheren Todes beschwört“.

Copyright: Brian Junker-Latocha

Schönster Song des Albums ist wohl „The City Slicker“, der wohl am nächsten am traditionellen Folk ist. Was Brian als „Sommertraum eines Großstadtmenschen mit dem Kopf in den Appalachen-Bergen“ bezeichnet ist ein altes Thema im Folk. Die Sehnsucht der Menschen in den Großstädten des Nordens nach der Landschaft des Südens. Ob es die Schwermut über die Ferne der Heimat ist wie bei Jimmie Rodgers Klassiker „Miss The Mississippi And You“ oder die Liebe des überzeugten Großstadtmenschen zu den Bergen – immer geht es um Sehnsuchtsorte, ohne die die Menschen wohl nicht leben können.

Mit „In a Jiff“ schließt das Album dann mit einer klugen Reflexion über die Zufälle im Leben und wie gut es ist, positiv nach vorne zu blicken. Diese positive Stimmung ist, die das Album ausmacht. Auch bei Katastrophen, auch in schwierigen Zeiten behält Brian Junker-Latocha seinen Optimismus. Ein tröstliches Album angesichts des Zustands unserer Welt.

Das Album wird vertrieben über: alle Streaming- Plattformen (https://listen.music-hub.com/UJeuyU), über Bandcamp, als Download für 10€ (https://brianjunkerlatocha.bandcamp.com/album/rhythm-rhyme) sowie bei Konzerten auf einer USB-„Holzplatte“ für 10€.

Brian Junker-Latocha tritt am 31. Oktober bei der großen Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Americana in Darmstadt“ auf.

3 Antworten to “Brian Junker-Latocha: Rhythm & Rhyme”

  1. Avatar von Manfred Manfred Says:

    Total toll. Alle Songs. Ich habe das Album sehr genossen und werde es sicher noch oft anhören.
    Saugut ! ! !

  2. Avatar von Brian Junker-Latocha DevBri Says:

    Thomas, nochmal vielen lieben Dank für deine sehr freundlichen Worte 🙂

Hinterlasse einen Kommentar