What A Wonderful World…

SONiA disappear fears wohltuendes und wärmendes Konzert beendete den diesjährigen Konzertreigen von „Thomas Waldherr präsentiert Americana“. Bei dem war Bob Dylan irgendwie immer auch dabei.

SONiA diappear fear beim Americana-Konzert in Darmstadt am 25. November, Copyright: Thomas Waldherr präsentiert Americana

Wundervoll. Wohltuend. Wärmend. Sonia Rutsteins (aka SONiA disappear fear) Konzert war genau das richtige zur richtigen Zeit. Wenn die Pandemie wieder anzieht und die Menschen sich wieder sorgen, da war SONiAs Konzert der Lichtblick, der Hoffnungsschimmer und die Ablenkung, die wir alle brauchen, um durch diese Zeiten zu kommen.

Allein ihre wundervolle Klavierversion des Klassikers „What A Wonderful World“ berührte schon die Herzen. Ebenso wie ihr zärtliches „The Princess & The Honeybee“. Sie ist eine wunderbare Menschenfreundin und Menschenfischerin, schnell hatte sie das Publikum in ihrem Bann und wechselte stets zwischen gefühlvollem und engagiertem Liedgut. Kaum einer beherrscht das so wie die mehrfach Grammy-nominierte US-Singer-Songwriterin, deren Cousin Bob Dylan und ihr wichtigster Einfluss Phil Ochs ist. Und so spielte sie John Lennons „Imagine“ ebenso wie ihren eigenen Protestsong „The Banker“, streute politische Mahnungen wie „By My Silence“ (nach Martin Niemöller) ebenso ein wie Songs über die eigene Identität („Me Too“).

Immer wieder kommt sie gerne nach Deutschland und so sang sie selbstverständlich auch in Darmstadt „Wandering Jew“, ihr Lied über ihre starke Beziehung zu Deutschland und vor allem zu den Menschen, die sie dort kennengelernt hat. Nachdem dann auch der Kurator der Konzert-Reihe zum Gesangsauftritt auf die Bühne gerufen wurde und SONiA ihn zu Bob Dylans „Mr. Tambourine Man“ begleitete, endete das Konzert dann mit der Zugabe und den Klängen von Leonard Cohens „Hallelujah“. Es folgten Jubel und Applaus und einige wollten gar nicht nach Hause. Wir sehen uns wieder, liebe Sonia, wir freuen uns sehr darauf!

„Wenn wir spielen können, spielen wir“

Mit diesem Konzert geht also die Herbstsaison 2021 zu Ende. Wir sind froh, dass wir dieses Konzert noch stattfinden konnte. Oder wie ich zur Begrüßung gestern sagte: „Solange wir spielen können, spielen wir auch“. Möglicherweise kommen demnächst doch noch mal ein Lockdown oder schärfere Kontaktbeschränkungen. Dennoch bleibt die Hoffnung bestehen, dass wir Ende Januar ins Programm 2022 starten können. Absagen kann man, wenn es sein muss, immer noch. Aber dem Publikum und den Künstlern zu zeigen, wir haben was vor, wir wollen was bieten, wir planen was, das ist uns schon wichtig. Daher liegt der Programmflyer für das 1. Halbjahr 2022 auch schon vor und wird verteilt.

2022 etwas weniger Dylan im Programm

Bob Dylan ist eine der Stifterfiguren der Darmstädter Americana-Reihe. Neben Woody Guthrie, Pete Seeger oder Johnny Cash. Darum war es auch sehr passend, dass alle Künstler der Veranstaltungen im Jahr seines 80. Geburtstages eine Beziehung zu Dylan hatten bzw. aufbauten. So wie Romie mit ihrem wunderschönen Cover von „Don’t Think Twice“. Oder die Woog Riots mit ihrem Bob Dylan-Song und Hannah & Falco, die neben Künstlern wie Dan Dietrich, Wolf Schubert-K. oder Martin Grieben – allesamt bekannt als Dylan-Afficionados – sich Dylan wunderbar annäherten. Von Oliver Mally mit seinem Dylan-Cover-Album oder Sonia Rutstein als Cousine des großen Songpoeten ganz abgesehen.

SONiA am Flügel auf der Bühne der Bessunger Knabenschule, Copyright: Thomas Waldherr präsentiert Americana

2022 werden wir uns erst einmal etwas von Dylan entfernen. Wobei ein Dylan-Song eigentlich für jeden Künstler, der in der Americana-Reihe auftritt „Pflicht“ ist. Na, ja, jedenfalls wünscht sich das der Kurator immer. Mal schauen. Wir werden mit Sofia Talvik und Menna Mulugeta starke Frauen erleben, Hannah & Falco, das junge Folk-Duo aus Würzburg, bekommt einen eigenen Abend und wir werden mit einem musikalischen Vortragsabend mit Cuppatea und Steffen Lehndorff zum „New Deal“ in den USA auch wieder einmal eine etwas politischere Veranstaltung durchführen. Um dann doch mit Dylan das Halbjahr zu beschließen. Aber mit einer etwas anderen Perspektive. Martin Grieben und ich gehen mit einem Bühnenabend dem komplexen Verhältnis zwischen John Lennon und Bob Dylan auf den Grund.

Mehr zu alldem zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt verschnaufen wir erstmal und schauen, was die nächsten Tage bringen. Aber wie auch immer: Die Musik bleibt und wir stehen bereit, sie auf die Bühne zu bringen.

Zwei Videos von SONiAs Darmstädter Konzert:

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