Vom schwierigen Verhältnis zweier Musiklegenden

Der Bühnenabend „Lennon & Dylan“ von und mit Martin Grieben und Thomas Waldherr begeistert das Publikum in der Knabenschule

Waldherr und Grieben bei „Lennon & Dylan“, Foto: Americana

Wenn man eine ganze Zeit lang an einem Thema arbeitet, etwas auf die Bühne bringen will, dann ist man von der Grundidee überzeugt, weiß aber noch nicht, ob das alles so richtig funktioniert. Dieses Spannungsgefühl beflügelt ebenso, wie es Respekt vor der Aufgabe schafft.

Doch wenn man während des gestrigen Abends in der gut gefüllten Halle der Bessunger Knabenschule immer wieder in vergnügte und aufmerksame Gesichter schaut, immer wieder zusammen mit dem Publikum lacht, mit dem Bühnenpartner immer mehr Leichtigkeit im Hier und Jetzt gewinnt, weil es im Moment nicht schöneres gibt, als diese gemeinsame Zeit auf der Bühne und mit den Menschen im Saal zu verbringen, dann hat man alles richtig gemacht, dann waren alle Grundannahmen und Ideen und deren Umsetzung einfach richtig.

Und da dies so war, war das gestern in der Bessunger Knabenschule mit „Dylan & Lennon“ ein grandioser Abend. Martin Grieben und Thomas Waldherr erzählten ebenso informativ wie kurzweilig über das schwierige Verhältnis der beiden Musik-Ikonen John Lennon und Bob Dylan. Immer wieder Gelächter des Publikums, das aufmerksam den Erzählungen und voller Freude den Songdarbietungen folgte.

Martin Grieben, Foto: Americana

Man erfuhr von den unterschiedlichen Kindheiten der beiden Ausnahmekünstler, davon wie sich gegenseitig inspirierten, neideten und auch schon mal der eine den anderen barsch kritisierte. In der Zeit seines Todes waren sie Welten voneinander entfernt und doch hätten sie sich möglicherweise auch wieder angenähert.

Von „Blowin In The Wind“ über „Norwegian Wood“ bis hin zu „You’re A Big Girl Now“ und „Just Like Starting Over“ reichte der Reigen der ausgewählten Lieder. Martin Grieben riss als fantastischer Lennon- und Beatles-Interpret das Publikum mit und Thomas Waldherr überzeugte an diesem Abend gesanglich als Dylan-Inkarnation.

Und so entließ das Auditorium die Bühnenpartner nicht ohne Zugabe. „I Shall Be Released“ war dann auch so etwas wie ein Wunsch für beide Musiklegenden. Und als das Saallicht anging schaute man nur in frohe Gesichter. Denn Martin Grieben und Thomas Waldherr hatten in diesen weit über zwei Stunden das Publikum auf eine Reise zu zwei sich inspirierenden Musik-Solitären mitgenommen, auf der es gerne und mit Begeisterung gefolgt war.

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