Archive for the ‘Singer-Songwriter’ Category

Deutscher Talking Blues Master

6. Dezember 2014

Was Hannes Wader mit Americana verbindet

Hannes_Wader_Sing„Nein, ich bin nie ein Rocker gewesen“, sagt die mittlerweile 72-jährige deutsche Liedermacher-Legende Hannes Wader über sich. Und tatsächlich ist er auch nie über Bob Dylans „The Freewheelin“ herausgekommen, ist schon der Folk-Rocker ihm fremd geblieben, so dass er schlecht als deutscher Dylan-Epigone durchgeht. Das haben andere später nach ihm gemacht. Leider allzu trivial, doch das wäre ein anderes Thema.

Wenn der Ostwestfale, der schon vor langer Zeit Norddeutschland als seine Heimat entdeckt hatte, nun Anfang nächsten Jahres mit „Sing“ ein neues Album vorlegt, dann lohnt es doch genau hinzuhören. Sicher, die französischen Wurzeln seines Liedermachertums waren stets größer. Eben Francois Villon. Oder das Vermächtnis des Schweden Carl Michael Bellman. Aber schon mit dem zweiten Song auf dem Album beweist er, dass er ein Folkie ist, der unzweifelhaft auch seine Americana-Wurzeln kennt. „Wo ich herkomme“ ist ein meisterhafter Talking Blues. Wader beherrscht dieses Subgenre wie kein zweiter in unseren Landen. John Lee Hookers „Tupelo“, Woody Guthries „Talking Dust Bowl Blues“, oder Dylans “Talking World War III Blues“ – hinter alldem müssen sich Waders „Tankerkönig“ oder „Rattenfänger“ nicht verstecken. Wader entwickelte das Genre weiter, durch politische Konkretheit, irrwitzige Geschichten und seinen derben schwarzen Humor.

Auch wenn die Burg Waldeck ein sehr deutsches Phänomen gewesen ist. Auch sie wäre nicht ohne das US-amerikanische Folk-Revival möglich gewesen. Pete Seeger, Joan Baez, Bob Dylan lieferten den musikalisch-politischen Resonanzkörper für Sänger wie Wader oder Hein und Oss. Am entferntesten von der US-Kultur waren sicherlich Leute wie  Degenhardt oder Süverkrüp, schon damals Parteigänger der Kommunisten. Und doch – bei aller berechtigten Amerika-Kritik bezüglich Vietnam-Krieg und Rassismus – war doch Amerika auch – konkret das „andere“ Amerika – ein Einfluss, der schwer zu leugnen ist.

So auch bei Wader. Von ihm gibt es ein paar Dylan-Songs auf Deutsch, vor allem aber die Zusammenarbeit mit den Dylan-Zeitgenossen Deroll Adams und Ramblin‘ Jack Elliott auf den legendären CDs „Folk Friends“. So halten sich die Country, Folk und Blues-Einflüsse sowie die irischen die karibischen (!) – da hat der alte Knorrer bestimmt viel Spaß gehabt – auf „Sing“ auch die Waage.

„So wie der“ ist ein starker Auftakt. Über die Begegnung mit einem alternden Straßensänger gerät Wader in die Erinnerungen seines Folkie-Lebens. „Folksinger’s Rest“ erzählt von einer musikalischen Einkehr in Irland. „Morgens am Strand“ erzählt über fröhlich-karibischen Urlaubsklängen wie eine tote schwarze Frau an den Touristenstrand gespült wird. Und „Arier“ ist dann wieder ganz die einfach nicht totzukriegende – weil immer noch und immer wieder geschehende – Geschichte vom Grauen hinter den idyllischen Fassaden.

„Sing“ ist ein weiteres, schönes Alterswerk von Hannes Wader, der wohl, so zeigt es sein Live-Programm auf, sich immer stärker seinen amerikanischen Einflüssen stellt. Denn immer wieder mal beendet er sein Programm mit einem lupenreinen und für ihn wunderbar programmatischen alten Countryhit: Roger Millers „King Of The Road“.

„Things Have Changed“ & „Observations Of A Crow“

4. Oktober 2014
Bob & Marty, Photo Credits: flickr.com, Bob Edwards

Bob & Marty, Photo Credits: flickr.com, Bob Edwards

Vor einiger Zeit hatte ich hier an der Stelle über die Beziehung von Bob Dylan zu Marty Stuart, dem „Spiritus Rector“ der Countrymusik, geschrieben. Ein Aspekt war damals die große Ähnlichkeit von Bobs „Things have Changed“ zu Martys „Observations Of A Crow“. Manche in den Verschwörungstiefen des Internets waren damals schnell an der Hand, Bob des Diebstahls zu bezichtigen.

Marty hat nun dem Online-Magazin „American Songwriter“ erklärt, wie normal so etwas in der Roots Music ist und wie es wirklich war. “Ich lud ihn in mein Lagerhaus ein, damit er all meine Countrymusik-Schätze sehen konnte. Da sagte Bob: „Hey, ich mag diesen ‚Crow-Song‘. Vielleicht leih ich mir von dem Mal was aus“. „Klar, sagte ich, möglicherweise habe ich es ja von Dir zuerst ausgeliehen, mach nur!“

Wo die Musik auf drei Akkorden und den Wurzeln aus Folk, Country und Blues basiert, da kommt es notwendigerweise ständig zum sich aneignen vorhandenen Materials. Songs wandern von Künstler zu Künstler. Stuart schickte eine Zeit lang dem bekannten Nashville-Songwriter Harlan Howard sogar jedes Jahr im Januar 100 Dollar. „Für alles was ich von ihm gestohlen habe. Es war ein ‚Running Joke‘ zwischen uns.“

Und Stuart geht sogar noch weiter: „Die Fülle der Songs, die hier (Nashville) geschrieben wurden und werden. Wie kann man es da vermeiden, immer wieder in die Fußstapfen des anderen zu treten, so wie wir es tun?“

„Love And Theft“ hieß Dylans Album von 2001. Eines der Grundsätze des American Folk ist damit treffend beschrieben. Diebstahl aus Liebe und keiner regt sich auf. Denn ohne dieses Prinzip kann es schlichtweg keine Folkmusik geben. Allzu schnell Empörten sei dies ins Stammbuch geschrieben.

Bob Dylan und Pete Seeger

5. Februar 2014

Leider spät erst komme ich dazu, hier ein paar Zeilen zu Pete Seegers Tod zu schreiben. Auf sein Ableben und seine Bedeutung für die Musik bin ich ja schon an anderer Stele eingegangen. Nun aber noch ein paar Worte zum Verhältnis von Dylan zu Seeger.

Ich denke, beide wussten um die Bedeutung des anderen, auch wenn sie sich künstlerisch so sehr voneinander entfernt hatten. Dylan steht für große Songpoesie, für Doppelbödigkeit und Fiktion, für Perspektivenwechsel, für das Spiel mit Erwartungen und Mythen. Seeger steht für das politisch engagierte Lied, für Authentizität, für den Künstler, der sich mit dem Publikum eins macht. Beide Konzepte sind legitim, sind notwendig und können Großes entstehen lassen.

Allerdings ist Dylan dadurch, dass er die Kanäle und Mechanismen des Musikbusiness nutzt, der mit der größeren Reichweite. Aber er ist auch der in diesem Musikbusiness, der die größte Autonomie und die größten Freiräume besitzt. Weil er sich nie – oder nur ganz selten – den Erwartungen von Plattenfirmen und Publikum beugte. Dylan ist der autonome Freigeist, der den Widerspruchsgeist beflügelt. Seeger war der musikalische Aktivist, der mit den Menschen gegen Unrecht kämpfte.

Beide waren und sind Stachel im Fleisch der Unterhaltungsindustrie. Hört man sich einfach mal die Formatradiosender an: Kein Dylan, kein Seeger weit und breit. Wenn sie gespielt werden, dann in unterirdischen Coverversionen von Peter Maffay oder Chris de Burgh. Denn Dylan und Seeger – so unterschiedlich sie auch sind – im Freigeist und im Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse – bleiben sie, auch wenn sie Teil davon sind, immer auch Sand im Getriebe der Unterhaltungsindustrie.

Und deswegen sind Sie beide auch große Künstler: Weil sie verstören.

Mein kurzer Nachruf auf Country.de:

http://www.country.de/2014/01/28/pete-seeger-ist-tot/

Gelungener Premieren-Event von Inside Llewyn Davis in Darmstadt

8. Dezember 2013

Inside_Llewyn_Davis_Poster_300dpi_RGBGut 120 Gäste im Publikum, beste Stimmung und ein toller neuer Coen-Film sorgten für einen gelungenen Premieren-Event von „Inside Llewyn Davis“ in Darmstadt.

Julia Wettlaufer begrüßte für die Darmstädter Kinos und Thomas Waldherr sprach in seinem Vortrag über „Inside Llewyn Davis, T-Bone Burnett und die Musik in den Filmen der Coen-Brüder. Dabei arbeitete er den inneren Zusammenhang zwischen dem Coen/Burnett-Klassiker „O Brother, Where Art Thou?“ und dem neuen Film heraus, indem er die grundlegenden Explosionen der amerikanischen Populärmusik im vergangenen Jahrhundert – Country, Blues, Rock’n’Roll sowie Folkrevival, Dylan und Folkrock – in Beziehung zu den beiden Filmen stellte.

Die „DoubleDylans“ brachten dann das Publikum auf Folkszenen-Betriebstemperatur, in dem sie Songs von Dylan und Woody Guthrie mit Traditionals mischten und auf ihre eigene Art ohne große Ehrfurcht aber mit viel Esprit interpretierten.

Das Vorprogramm zum Film kam sehr gut an und bereitete den Boden für ein wunderbares Werk voller absurdem Witz, schrägem Humor und schöner Musik. Wer mit Dylan und der Folkmusik nicht viel anfangen kann, der wird allein von der absurden Tragikomödie begeistert sein. Dylan- und Folkfreunde haben darüber hinaus einen Riesenspaß an Zitaten, bekannten Typen und Orten des Greenwich Village und natürlich an der Musik. Kino mit Kult- und Klassikerpotential!

Der Vortrag von Thomas Waldherr als PDF-Dokument:Waldherr_Vortrag_05122013

Lou Reed (1942 – 2013)

1. November 2013

Mit großer Trauer habe ich den Tod von Lou Reed aufgenommen. Zwar war ich nie ein großer Fan von Velvet Underground, aber Lous Solo-Arbeiten als Songwriter und Rockerneuerer nötigte mir stets großen Respekt ab.

Denn auch Lou war einer, der sich in keine Schublade stecken ließ, nie stehen bleiben oder sich wiederholen wollte. So sind die wirklich großen Künstler.

Und auf so unterschiedlichen Wegen sie auch unterwegs gewesen waren, schätzten sich Bob Dylan und Lou Reed dennoch sehr.  Zu Lous „Doing The Things We Want To“ sagte Bob: „Man, that’s a great song. I wish I had written that song.“

Und Lou verehrte Bob so sehr, dass er 1992 bei Bob’s 30jährigen Plattenjubiläum eine mitreißende Version des obskur-sperrigen „Foot Of Pride“ spielte. Ein unvergessliches Erlebnis!

Wieder ist ein Großer von uns gegangen. Rest in Peace, Lou!

Die Musik in den Filmen der Coen-Brüder

6. Oktober 2013

Premieren-Veranstaltung zu „Inside Llewyn Davis“ im Darmstädter Programmkino Rex am 5. Dezember

inside_llewyn_davis_xlgIn vier der wichtigsten Filmen von Joel und Ethan Coen spielt die Musik eine besondere Rolle. In „The Big Lebowski“ hat T-Bone Burnett einen Soundtrack kreiert, der in steter Interaktion zum Filmgeschehen und dessen Protagonisten steht. Er spiegelt die Person des „Dude“, sein Wesen und die Handlung perfekt wieder.

In „O Brother, Where Art Thou?“ gehen die Drei einen Schritt weiter. Die Musik – hier die Old Time, Blues, Country und Bluegrassmusik – sind Teil der Handlung, weil Sie ein Teil des Mythos des amerikanischen Südens darstellen.

In „Ladykillers“ untermalt Burnett mittels des Soundtracks ein musikalisches Panorama des (gut)-gläubigen schwarzen Südens.

Und in „Inside Llewyn Davis“ geht es um einen Künstler zur Zeit des Folkrevivals im New Yorker Greenwich Village. Dave van Ronk lieferte die Vorlage und der Dylan-Mythos viel an Stimmung für diesen Film. Burnett hat hier einen Soundtrack kreiert, der die damalige Folkmusik von van Ronk und Dylan zusammenbringt mit den heutigen Neo-Folkern wie Marcus Mumford.

Wer mehr über die Beziehung Burnetts zum filmischen Werk der Coen-Brüder erfahren will und was Bob Dylan mit alledem zu tun hat, der sollte am Donnerstag, 5. Dezember, nach Darmstadt ins Programmkino Rex kommen. Das hier nur kurz angeschnittene Thema wird vom Autor dieser Zeilen in einem Vortrag vertieft und die genialen „DoubleDylans“ spielen auf, bevor dann „Inside Llewyn Davis“ gezeigt wird.

Beginn ist 20 Uhr, der Eintritt beträgt 12 Euro, für Schüler und Studenten ermässigt 10 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es an allen Darmstädter Kinokassen und unter http://www.kinos-darmstadt.de.

Happy Birthday, Mr. Bob Dylan!

24. Mai 2013

DylanswIn meiner Jugend war er für mich eine Identifikationsfigur, später ein guter Weggefährte durch alle Veränderungen des Lebens und heute immer noch für mich der wichtigste lebende Folk-Rock- und Popmusiker und ein guter alter Freund. Für mich ein ewiger Quell der Beschäftigung. Für die Welt ein stets wacher Verwirrkopf, ein poetischer Chronist der amerikanischen Populärkultur – eine Überlebensgroße Figur. Und doch einer, der ganz normal viele Abende wie jeder andere sterbliche Musiker im Jahr sich auf einer Bühne den Menschen zeigt. Verletzlich wie jeder Künstler.

Schon seit einiger zeit gilt es keine Schlachten mehr zu schlagen. Er muss niemandem mehr etwas beweisen. Stattdessen Freude über jedes Zeichen von ihm, über jeden neuen Song. Und was für starke Songs er immer noch schreibt.

Herzlichen Glückwunsch zum 72. Geburtstag, Bob. Heute Abend werden wir Dich feiern und hochleben lassen. Ab 20 Uhr im „Mosaik“ in Frankfurt-Bornheim. Die DoubleDylans und ich.

Der König von Greenwich Village

9. Mai 2013

Dave Van Ronk-Biographie liefert Vorlage für neuen Coen-Film/ Van Ronks Respekt vor Dylan

der-koenig-von-greenwich-villageWas haben die Coens schon für tolle Filme gemacht. Unser liebster – „O Brother, Where Art Thou?“ war ja auch vor allem wegen der Musik ein Meilenstein. Schließlich begründete er Anfang des Jahrtausends eine bis heute reichende Wiederentdeckung von Old-Time und Bluegrass-Musik und war auch Antriebsfeder für das damals noch junge  Americana-Genre.

Kein Wunder, dass wir uns viel vom neuesten Werk der Brüder versprechen. Schließlich spielt „Inside Llewyn Davis“ in der Folkszene in New York Anfang der 60er Jahre und irgendwie spielte unser Freund Bob Dylan da ja durchaus auch eine wichtige Rolle. Vor allem aber ist der Film an die Lebensgeschichte von Dave Van Ronk angelegt. Der zu jung war für die Alten wie Pete Seeger und Woody Guthrie und zu alt war für die Jungen wie Bob Dylan, Joan Baez und Phil Ochs.

Die Filmvorlage, Van Ronks Autobiographie „Der König von Greenwich Village“, die Elijah Wald mitgeschrieben hat, ist ein wirklich unterhaltsames Stück Zeitgeschichte. Man erfährt viel über die Szene in Greenwich und New York City in der bleiernen Eisenhower-Zeit, als man sich an Boheme und Beatniks orientierte, aber die Alte Linke noch existierte. Die in tausend Splittergruppen an den Sieg des Proletariats glaubte, während die Neue Linke bei den Kämpfen für Bürgerrechte und Frieden gerade geboren wurde. Und van Ronk legt die Finger in derer beider Wunden. Schöne Szene, als der alte Sozialist den jungen Linken sinngemäß erklärt: „Ich weiß, dass ich in ein paar Jahren immer noch Sozialist bin, während ihr dann Zahnärzte sein werdet.“ Sehr treffend.

Aber natürlich geht es in der Van Ronk-Biographie um die Musik. Um die Folkszene rund um den Washington Square, um die Clubs in Bleecker- und MacDougal-Street, in denen van Ronk seinerzeit eine bedeutende Figur war. Handelt von der Jazzszene, der alten Folkszene und vom Folkrevival, und dann taucht irgendwann auch Bob Dylan auf. Mit dem geht Van Ronk achtsam um. Zwar nimmt er kein Blatt vor den Mund bei der Angelegenheit, dass Dylan ohne ihn vorher zu fragen mit seinem Arrangement von „House Of The Rising Sun“ ins Aufnahmestudio gegangen ist, aber er schlägt hier durchaus versöhnliche Töne an. Er schätzt Dylan sehr, warnt aber stets davor, ihn zu überhöhen. Sehr ehrlich und nachvollziehbar sind dann die Schilderungen, wie er auf Distanz zum jungen, hippen Bobby geht. Der schreitet quasi als Folkprinz mit Hofstaat und Gefolge durchs Viertel und geriert sich als ziemlicher Angeber. Da will Dave nichts mit zu tun haben.

So kommt es wie so oft, wenn zwei große Egos – und das hatte Van Ronk, „Der König von Greenwich Village“, in der Tat, man spürt es in jeder Zeile – aufeinander prallen, da tut Abstand Not. Aber wie wir wissen ist das ja nur eine Seite der vielen Gesichter des Bob Dylan. Die andere, die auch immer wieder im Laufe seiner Karriere herauskommt, ist die verletzliche, schüchterne, fast zerbrechliche Seite. Man muss ich nur mal als Vergleich folgendes ansehen: Den selbstbewussten, biestigen und exzentrischen Star aus „Don’t Look Back“ 1965, den schüchternen, linkischen jungen Musiker aus der Johnny Cash-Show von 1969 und den kraftvollen Leader und Impresario der Rolling Thunder Konzerte im November 1975. Wie schrieb mal einer so treffend über Dylan: „Die menschlichste aller Stimmen, der unstimmigste aller Menschen…“

Doch Van Ronk vollzieht keinen offenen Bruch. Er trifft sich immer mal wieder mit Dylan, aber es wird nie mehr so nah sein, wie vor Dylans Durchbruch. Und verteidigt er ihn sogar gegenüber den Szene-Anfeindungen, als er angeblich keine politischen Lieder mehr singt und die E-Gitarre einstöpselt. Doch während Dylan zum Weltstar aufsteigt, bleibt Van Ronk ein Musiker, der trotz großer Fähigkeiten sich jeden Tag von neuem zur Decke strecken muss. Dass er dennoch keine Bitterkeit gegenüber Dylan aufkommen lässt, beweist seine menschliche Größe und seinen Respekt vor der künstlerischen Leistung Dylans. Ein weiterer Beweis: Bis zuletzt  – er starb 2002 – hatte er Dylan-Songs im Repertoire. Siehe unten „Buckets of Rain“ von 2001.

Vom Coen-Brüder-Film haben wir nur ein paar Sequenzen im Trailer (siehe unten) gesehen und wollen noch kein Urteil über ihn abgeben. Aber auch wenn dieses Buch nur sehr frei als Vorlage für „Inside Llewyn Davis“ gedient haben sollte: Für alle, die sich für die Folkszene und ihre Protagonisten interessieren, ist „Der König von Greenwich Village“ eine wahre Fundgrube. (Heyne-Taschenbuch/ 9,99 Euro).

DeinLandMeinLand Revisited

20. April 2013

Altogether1Gelungener Performance-Abend in Frankfurt

Die Organisatoren Martin Wimmer, Andreas Gärtner und Robert Bock dürfen sich freuen. „DeinLandMeinLand“, die Veranstaltung am 16. April, die die Situationistische Internationale, die Solidarische Moderne sowie Folk und Americana zusammenbringen sollte, war ein voller Erfolg. Eine volle Ausstellungshalle in Sachsenhausen und ein Publikum, das sichtlich angetan war von Musik und Lesungen zeugten von einem gelungenen Abend.

Martin Wimmer spießte in seinen Textbeiträgen mit feinem Witz ungeahnte Parallellen und historisch-kulturelle Verbindungen zwischen Amerika, Schweden und Bayern auf, die Singer-Songwriter Markus Rill und Eva Hillered begeisterten mit ebenso gefühlvollem, wie erdig-rauhen Americana, Thomas Waldherr stellte Woody Guthrie, Hank Williams, Johnny Cash und Bob Dylan in einen historisch-politischen Zusammenhang und Andreas Gärtner erläuterte den Prozess, wie sein und Martin Wimmers Kunstwerk „DeinLandMeinLand“ entstand.

Nachdem alle zum Abschluss gemeinsam Woodys Hymne „This Land Is Your Land“ gesungen hatten, schlossen sich an das offizielle Programm noch interessante Gespräche an. Auch das war ja ein wichtiges Ziel der Veranstaltung. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass dieser Abend eine Fortsetzung erfährt. Denn ein „Salon“ mit solch einer politisch-musikalischen Ausrichtung fehlte in Frankfurt bislang.

DeinLandMeinLand

23. März 2013

Thomas2012Ich freue mich bekannt geben zu können, bei einer spannenden Veranstaltung am 16. April zu lesen.

„DeinLandMeinLand“ ist, so Organisator Martin Wimmer, „ein interdisziplinärer Abend für alle, die sich für Deutschland, Amerika, Schweden, Texas, Kalifornien, Hessen, Bayern, München, Frankfurt, Austin, Typographie, Approbiation, Zitate, die Situationistische Internationale, eine Solidarische Moderne, Gewerkschaften, Woody Guthrie, Bob Dylan, Steve Earle und Townes Van Zandt interessieren“. Mit dabei sind der Künstler Andreas Gärtner, der Musiker Markus Rill, Martin Wimmer, die Singer-Songwriterin Eva Hillered und ich.

Das Ganze steigt am Dienstag, 16. April, um 19.30 Uhr in der Ausstellungshalle in Frankfurt-Sachsenhausen, Schulstraße 1A. Mein Thema wird natürlich DYLANGUHTRIECASHWILLIAMS sein.

Wer mehr über die Mitwirkenden wissen will:

http://www.andreasgaertner.de

http://www.markusrill.net

http://www.deinlandmeinland.com

http://www.evahillered.se

http://www.bobby1963.wordpress.com

http://www.ausstellungshalle.info