Posts Tagged ‘Muddy Waters’

The Bickenbach, Texas Home Office Diary (13)

5. April 2020

From Sand Rabbit Town into the whole wide world

Auf dem Bienenlehrpfad

Howdee Everyone,

schützt die Bienen!

Heute war mal wieder Ausgehtag und wir haben das schöne Wetter genutzt um gleich im Nachbarort ein bisschen in die Weinberge zu gehen. Da haben wir dann was Neues entdeckt: Einen Bienenlehrpfad. Seit einigen Jahren wird ja verstärkt auf die Gefährdung der fürs Ökosystem so notwendigen Bienen hingewiesen. Gleichzeitig wird Imkern fast schon zum Volkssport, denn neuerdings gibt es bei Aldi Einsteigersets für Hobby-Imker.

Ja und da fiel mir wieder dieser wunderschöne romantisch-melancholische Song von SONiA disappear fear ein: „Princess and the honeybee“ und dass wir den gerne bei Ihren Facebook-Konzerten live hören möchten.

Und weil die Honigbiene (Honeybee), die Biene (Bee) und der Honig (Honey) so natürlich zum Landleben dazugehören kommen sie natürlich auch in vielen Folksongs vor. Und das nicht nur romantisch, sondern durchaus auch handfest. So beispielsweise im Folksong „The Honey War“. In Zeiten, als die Siedler in den neuen US-Territorien schwierige Phasen durchlebten und für jede natürliche Ressource dankbar waren, entspann sich an von Bienen bevölkerten Bäumen ein militärischer Konflikt zwischen Missouri und Iowa. Davon erzählt dieser Song, den wir unten hören.

Die Begrifflichkeiten rund um das süße Naturprodukt wurden aber immer auch schon auf die zwischenmenschlichen Beziehungen angewendet. „Honey“ ist nicht nur ein zärtliches, liebevolles Kosewort im englischen, in den US-Südstaaten ist es manchmal die normale Anrede. Gerade auch unter Frauen. Im Geschäft heißt es da schnell „What do you want, Honey“? Oder im Diner „Do you want more coffee, Sweetie?“.

In der Bluesmusik wurden die Begrifflichkeiten oftmals eindeutig zweideutig gewendet. Ganz groß darin war beispielsweise der legendäre Muddy Waters. In seinem Song „King Bee“ heißt es
„Well I’m a king bee
Buzzing around your hive
Well I’m a king bee, baby
Buzzing around your hive
Yeah I can make honey baby
Let me come inside“

Klar, oder?

Ein weiteres Beispiel ist „Honeybee“
„All right, little honey bee
I hear a lotta buzzing
Sound like my little honey bee
I hear a lotta buzzing
Sound like my little honey bee
She been all around the world making honey
But now she is coming back home to me“

Die alte Geschichte vom Bienchen, die von… Na, ja man kennt es. Am Ende kommt sie natürlich heim.

Während sowohl im Folk, als auch im Blues die Welt der Bienen immer metaphorisch benutzt wird für „Harte Arbeit“ oder „Liebe“ ist die moderne Mainstream-Countrymusik da ein Stück weit direkter. Und so schließt dieser Eintrag nach SONiA disappear fear, dem alten Folksong „Honey War“ und Muddy Waters mit Blake Sheltons „Honeybee“, eine Ode an den Honigkauf beim Direkterzeuger oder sing: „Mein Mädel ist nur eine Verkäuferin an einem Honigstand…“

Soweit für heute, und da gilt natürlich: Kauft den Honig beim Imker, nicht im Supermarkt!

Best
Thomas

SONiA disappear fear: Princess And The Honybee

The Honey War (American Folksong)

Muddy Waters: I’m a King Bee

Muddy Waters: Honeybee

Blake Shelton: Honeybee

Chicago 2

10. Mai 2019

Sie ist die drittgrößte Stadt der USA: Chicago. 1833 gegründet wurde sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Eisenbahnknotenpunkt, mit der Lage an der Mündung des Illinois Waterway (Verbindung zum Mississippi), mit der Wasserverbindung zum Atlantik und zu New York zu einer der wirtschaftlich bedeutendsten Städte Nordamerikas.

Chicago war Hauptumschlagplatz für langwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe und wurde zu einer der am stärksten wachsenden Industriezentren in den Staaten. Anfang des 20. Jahrhunderts stieg Chicago zum „Schweineschlachter für die Welt“ auf. Seine Schlachthöfe und die Fließbandproduktion in der Fleischverarbeitung waren weltweites Vorbild.

Brecht ließ sich hiervon für seine „Heilige Johanna der Schlachthöfe“ inspirieren und auch die amerikanische Gewerkschaftsbewegung entstand hier am Lake Michigan. Auch die heute noch existierende Gewerkschaft „Industrial Workers of the World (IWW)“, deren Mitglieder auch „Wobblies“ genannt wurden, hatte hier ihren Ursprung. Aber auch die Gewerkschaft der schwarzen Eisenbahnschaffner – Brotherhood of Sleeping Car Porters – hatte in der Eisenbahnstadt eine besondere Bedeutung und heute gibt es hier ein Museum zur Geschichte der Organisation.

Für die afroamerikanische Community hat Chicago eine besondere Bedeutung, denn sie war seit jeher von der Migration der Schwarzen aus dem Süden geprägt. Ob wegen der Flucht aus der Sklaverei oder später wegen der Arbeit, die es hier im Gegensatz zum armen und immer noch vom Rassismus geprägten Süden gab, oder auch wegen der Musik. „Durch eine große wirtschaftlich bedingte Migrationsbewegung zu Beginn der 1920er Jahre sowie die Schließung des Vergnügungsviertels Storyville in New Orleans verlagerte sich das musikalische Zentrum des Jazz zusehends nach Chicago“ (Wikipedia). Louis Armstrong lebte und arbeitete hier. Und auch die armen Schwarzen aus dem Süden brachten ihren einfachen Country-Blues mit, der in der Metropole elektrifiziert wurde. Es entstand der Chicago Blues mit seinen bekannten Muddy Waters oder Howlin‘ Wolf.

Und natürlich ist Chicago auch als Stadt von Gangstern und Mafia bekannt geworden. Al Capone hieß der legendäre Mafiaboss, der sein Imperium während der Prohibitionszeit schuf.

Heute ist die „Windy City“ Sitz drei wichtiger Börsen, wird gerne als Filmkulisse benutzt, hat aber auch einen zweifelhaften Ruf, die Stadt mit der höchsten Mordrate in der USA zu sein. Es sind die Gangsterkriege in den armen Schwarzenvierteln im Süden und Westen der Stadt, die so viel Gewalt hervorbringen. Der Tourist im Zentrum der Stadt wird nicht viel davon mitbekommen.

Chicago ist sicherlich einer der interessantesten und vielfältigsten Städte der USA. Zeit, dass wir sie endlich persönlich kennenlernen.