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The Band – Sondereditionen zum 50. Geburtstag des „braunen“ Albums

5. Oktober 2019

Nachdem Bob Dylan und „The Band“ 1967 im Keller von Big Pink mit den Basement Sessions das „Americana“ schufen – noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil Dylan die Bänder erst 1975 veröffentlichen ließ – war es an der kanadisch-amerikanischen Truppe das neue Genre dem Publikum vorzustellen. 1968 erschien ihr Debüt-Album „Music From Big Pink“, das tatsächlich noch sehr den Geist des Kellers in Woodstock atmet. Und im selben Jahr traten sie dann mit Bob Dylan beim Woody Guthrie-Tribute anlässlich des Todes der Folk-Ikone auf. Auf diesem Blog habe ich vor zwei Jahren auf den Zeitraum 1967/68 verwiesen: https://cowboyband.blog/2017/12/28/vor-50-jahren-die-geburt-des-americana/

Die Geburtsjahre des „Americana“
1969 im Woodstock-Jahr führen die Protagonisten inmitten der Psychedelic-Welle ihre Arbeit an Americana und Country-Rock fort. Während Dylan mit „Nashville Skyline“ im April bereits seine Hinwendung zur Countrymusik dokumentierte (er nahm im Februar 1969 mit Johnny Cash auf, die Sessions werden nun endlich in wenigen Wochen, am 1. November, veröffentlicht!) erschien im September 1969 das zweite, das „braune“ Album der Band. Nachdem „The Band“ bei Woodstock aufgetreten waren, sie durch die Schnappschüsse von Elliott Landy sich auch optisch als „American Pilgrims“ stilisiert hatten, war die Zeit reif für „The Band“. Das zweite Werk von Levon, Robbie, Richard, Garth & Rick wurde in einem Atemzug mit dem weißen Album von John, Paul, George & Ringo genannt, was die Entwicklung der Pop- und Rockmusik anging. Insbesondere Eric Clapton war und ist des Lobes voll.

Robertson kuratiert die Neuausgabe und verarbeitet die Vergangenheit
Während also zum 50. Jubiläum von Nashville Skyline und den Dylan/Cash-Sessions letztere endlich veröffentlicht werden, wird auch das braune Album entsprechend gewürdigt. Unter dem Kuratel von Robbie Robertson wurde das Album neu gemischt, einige Bonus Tracks zusammengetragen und vor allem: Erstmals wird das Woodstock-Konzert von „The Band“ offiziell veröffentlicht.

Diese ganze Jubiläums-Kiste hat wohl Robbie Robertson indes so beschäftigt, dass er unter dem Titel „Once Were Brothers“ sowohl an einem Dokumentarfilm über seine Zeit mit „The Band“ mitwirkte, als auch einen Song schrieb. Beides an seiner Biographie „Testimony“ angelehnt. Der mittlerweile 76-jährige erzählt seine Version der Geschichte von „The Band“, nachdem Levon Helm in seiner Biographie „This Wheel’s On Fire“ Robertson schwere Vorwürfe machte bezüglich Songrechten und Bandleader-Allüren. Jahrelang waren die beiden zerstritten und legten die Fehde erst an Helms Totenbett im Jahr 2012 bei. Der Schreiber dieser Zeilen hat den Film, der am 5. September Premiere hatte, bislang noch nicht sehen können, aber was man hört, scheint Robbie einiges auf den angeblichen Drogenkonsum der anderen Bandmitglieder zu schieben. Wir werden sehen, wie wir das einzuschätzen haben, und uns hier wieder zu Wort melden.

Erscheinungsdatum 15. November
Wie auch immer, am 15. November erscheinen nun eine Reihe von 50th Anniversary Edition-Packages: ACD, Blu-ray, Doppel-Vinyl, 7-Inch-Boxset mit gebundenem Buch und vieles mehr. Auch hierfür gilt: Wir werden es hören und auch dazu hier wieder von uns hören lassen. 50 Jahre danach ist die Geschichte und die Musik von „The Band“ wieder neu zu entdecken. Und das ist gut so.