Posts Tagged ‘Klaus Walter’

The Bickenbach, Texas Home Office Diary (9)

1. April 2020

Theme Time Radio Hour With Your Host Bob Dylan

From Sand Rabbit Town into the whole wide world

Howdee Everyone,
turn the radio on!

Eine der Binsenweisheiten der Corona-Krise ist die der gesellschaftlichen Veränderungen, die sich als mögliche Folgen abzeichnen. Sowohl die gesellschaftlichen Veränderungen, als auch die Veränderungen im Verhalten, im Konsum oder in der Rezeption der Quellen, denen man sich zu Information und Unterhaltung bedient.

Ich gebe es zu, wir sind die Generation der Fernsehjunkies. Als Shows noch Familienereignisse waren und Serien noch wichtig für die Selbstfindung. Doch irgendwann ist das Fernsehen degeneriert zum Abspulkanal von Krimis und Krawall-Talkshows. Immer mehr nutzten wir Mediatheken und DVDs. Doch jetzt in der Coronakrise war es endgültig zu viel. Zu viel Pseudoinformation, keine Hintergrundberichte. Nervige, aufgeregte Moderatorinnen und Moderatoren zappeln sich oftmals bar belastbarer Daten und Fakten durch den Alarmismus. HILFE!

Wie wohltuend ist da das gute alte Radio, wenn man die richtigen Sender einstellt. Die Informationen werden weitgehend nüchtern präsentiert und die Unterhaltung ist oftmals originell, lehrreich und spannend. Ganz anders als bei den Dampfplauderern des Formatradios.

Für uns war die Sendung von Klaus Walter auf byte fm „Was ist Musik“ eine Wohltat. Da konnte man den neuen Bob Dylan-Song „Murder Most Foul“ in voller Länge hören. Umrahmt von Walters weiterer starker Musikauswahl – Swamp Dogg, „Young, Gifted And Black“, DAF – und seiner durchaus etwas spröden aber stets kenntnisreichen Moderation. Hier der Link zu diesem interessanten Internet-Radioangebot:https://www.byte.fm/sendungen/was-ist-musik/

Ganz anders die hr1-Lounge. Hier war Dylans Song von belangloser Musik und Dampfplauderei eingerahmt.

Apropos Bob Dylan. Der hat ja schon von einigen Jahren uns mit seiner „Theme Time Radio Hour“ begeistert. Einfach eine Stunde lang beste Musik der verschiedensten Musikrichtungen unter einem Oberbegriff – dazu Dylans beschlagenen Musikkenntnisse und seine sonore Moderationsstimme -ein großartiges Radioerlebnis. Hier kann man in eine Sendung reinhören: https://www.themetimeradio.com/episode-68-presidents/

Bei Radio Darmstadt gibt es übrigens regelmäßig die hörenswerte Dylan Hour von und mit Marco Demel, die wir vor ein paar Jahren zusammen aus der Taufe gehoben haben. Ich freue mich immer sehr, wenn ich mal wieder zu Gast bin und Radio machen darf. http://www.radiodarmstadt.de .

In der Frühzeit der Countrymusik spielten für ihre Verbreitung die vielen Radiostationen eine wichtige Rolle. Viele Künstler heuerten bei den kommerziellen Radiosendern an. Teilweise unterbrach die Werbung die Countrymusik, teilweise die Countrymusik die Werbung. Manche Firmen wie große Mehl-Erzeuger oder Produzenten von landwirtschaftlichen Geräten kauften sich nicht nur Sendungen sondern auch Sender. Ein schönes Beispiel ist die Mothers Best Flour Show mit Hank Williams (siehe unten).

Die bekannteste und langlebigste Country-Radioshow ist natürlich die Grand Ole Opry aus Nashville, die nur ein paar Jahre lang in der Louisiana Hayride aus Shreveport Konkurrenz hatte. Auch hier sehen wir unten einen schönen antiquarischen Ausschnitt eines Grand Ole Opry-Specials mit „Flatt & Scruggs & The Foggy Mountain Boys“.

Also schaltet Euer Internetradio ein – dort finden sich tolle Sachen. Da braucht man weder Dampfplauder-Radio noch Alarmismus-TV.

So, das war’s wieder für heute. Also: Bleibt in diesen Zeiten auch geistig gesund!

Best
Thomas

Eine Dylan-Geburtstagsnachlese

2. Juni 2011

"I'm In A Cowboy Band"

"I'm In A Cowboy Band"

Zeitungen schreiben das immer Gleiche – Gut besuchte und lebhafte Veranstaltung im Orange Peel

Nach intensiven Wochen zwischen Frauen-Fußball-WM, dem Triumphzug des SV98 in die Dritte Liga und der Vorbereitung der Dylan-Geburtstagsfeier im Orange Peel nun endlich wieder ein Blog-Eintrag.

Und natürlich geht es um Dylans 70. Geburtstag. Der Hype war diesmal nicht so groß und so aufgeregt. Den Fernsehanstalten fiel gar nichts Neues mehr ein, ein Sender entblödete sich sogar nicht, die „11 Entwürfe für einen Geburtstagsgruß“ zu versenden. Der Film ist zwanzig Jahre, erschien zu Dylans 50. Geburtstag und geht somit gar nicht auf Dylans furioses Comeback seit Ende der 90er ein. Peinlich!

Dazu gab es die eine oder andere gescheite Hörfunksendung und viele Artikel in den Zeitungen. Die allerdings – genauso wie das Gros der Buchveröffentlichungen erzählen immer das Gleiche. Ob die Autoren nun Willi Winkler, Olaf Benzinger oder Christof Graf heißen. Herauszuheben sind meines Erachtens nur zwei Werke. Zum einen die Neuveröffentlichung von Robert Sheltons klassischer Biographie, der einzigen bis heute, die unter Mitwirkung von Dylan entstanden ist. Zum anderen Michael Endepols „Bob Dylan von A-Z“, das sehr originell wichtige Begrifflichkeiten aus der Dylan-Welt erklärt.

Daneben hat auch der Autor dieser Zeilen ein Dylan-Buch geschrieben, das, wie er hofft, mal die Geschichte etwas anders erzählt. „I’m In A Cowboy Band“ erscheint im Sommer und handelt von Dylans Beziehung zu Country und Americana. Mehr Infos gibt es hier zu gegebener Zeit.

Am 27. Mai war es dann soweit, Klaus Walter, die DoubleDylans und Thomas Waldherr luden zu „Dylan im Dreierpack“, zur Geburtstagsfeier im Orange Peel. Es war eine gelungene Sache. Am Eingang bildete sich eine lange Schlange, der Saal war richtig voll und die Auftritte erfuhren viel Aufmerksamkeit. Während mein Vortrag scheinbar den „Common Sense“ im Publikum traf, wurde es bei Klaus Walters informativem und gut recherchiertem Vortrag spürbar lebhaft im Saal. Der eine oder andere Zuhörer kritisierte Walters Argumentationen und Schlussfolgerungen lautstark. Da war Stimmung. Wunderbar, man fühlte sich schon zurückversetzt in die Manchester Free Trade Hall 1966! „Judas“, you know? Dylan polarisiert immer noch. Gut so.

Den „DoubleDylans“ war es dann wieder einmal vorbehalten, die Herzen zu berühren und alle zu einen. Ein schönes Konzert der spielfreudigen Frankfurter Lokalhelden beschloss diesen Abend, der den Vortragsdebütanten bereits seine Buch-Lesereise für den Herbst entwerfen ließ.

Es geht weiter, immer weiter…

Veranstaltungstipp: Dylan im Dreierpack

7. April 2011

Bob Dylan-„Geburtstagsfeier“ in Frankfurt am Main

Die „zentrale“ Geburtstagsveranstaltung zum Siebzigsten von Bob Dylan im Rhein-Main-Gebiet findet am Freitag, dem 27. Mai im Frankfurter Orange Peel Club (Kaiserstraße 39) statt. Geboten wird ein unterhaltsames, überraschendes und durchaus lehrreiches Programm rund um die amerikanische Musikikone. Auf der Bühne setzen sich der Hörfunkmoderator und Popmusikexperte Klaus Walter, die Frankfurter Dylan-Coverband „DoubleDylans“ sowie der Musikjournalist und Autor Thomas Waldherr auf unterschiedliche Weise mit Dylans Werk und Wirken auseinander.

Zu Anfang wird Thomas Waldherr mit einem Multimediavortrag Bob Dylan als „Vater des Americana“ vorstellen. Den Einfluss Bob Dylans auf die deutsche Popmusik jenseits von Niedecken und Ambros erläutert danach mit viel Musik und O-Tönen Klaus Walter. Den Abschluss bilden dann die „DoubleDylans“, die Dylans musikalischen Kosmos nach Frankfurt am Main verlegen und ins Hessische übertragen.