Archive for the ‘Bob Dylan’ Category

In Memoriam Andy Griffith

6. Juli 2012

 Andy Griffith ist tot. Andy Griffith… war das nicht Matlock? In der Tat , die 80er-Jahre Gerichtsserie um den listigen Anwalt aus den Südstaaten war Kult. Wegen der pfiffigen Auflösungen, wegen der hübschen Tochter, wegen den verschiedenen, aber immer schwarzen Helfern des Advokaten. Aber vor allem natürlich wegen des ewig gleichen hellen Sommeranzugs, den Matlock trug. Er musste unzählige dieser Modelle im Schrank haben, folgte aber in diesem Setting anderen klassischen Serienbeispielen. Die Cartwrights wechselten schließlich auch nie ihr Outfit.

Aber dieser Andy Griffith hatte ja auch noch ein Leben vor Matlock und das war aufs engste mit der Musik und der Kultur des Südens verbunden. Griffith war ein recht guter Countrysänger und war für Elia Kazan daher wohl auch die bestmögliche Besetzung seines „Lonesome Rhodes“ im Film „A Face In The Crowd“. Griffith spielte hier einen verschlagenen Countrysänger, der zum politischen Radioprediger voller Doppelmoral wird. Die Figur des Lonesome Rhodes war dann auch ein Vorbild für Tim Robbins‘ „Bob Roberts“ (1992).

Und Lonesome Rhodes und Robert Mitchums verschlagener Wanderprediger aus „Die Nacht des Jägers“ beschäftigen auch Bob Dylan bis heute. Sie es in „Highway 61“ oder „Man Of Peace“ („could be the fuhrer, could be the local priest“) oder „Man In The Long Black Coat“. Die Figur des verlogenen und gefährlichen Predigers ist ein amerikanischer Archetypus. Kein Wunder für das Land mit dem „Bible Belt“, dessen Gesellschaft und Alltag weitaus mehr durch die Religion bestimmt werden, als in anderen westlichen entwickelten Ländern.

Und Andy Griffith war über Jahre der Star der Andy Griffith-Show. Sie spielte in einem fiktiven Südstaaten-Nest und hatte eine freundliche, harmlose Komik. Ein Fels in der Brandung der Veränderungen in den Sixties. Wobei die sogenannten Hinterwäldler sich nicht gegen gute Musik sperrten. Einen guten Beatles-Song als Bluegrass-Stück zu adaptieren (wie in der „Lost Episode“) zeigt doch auf, dass der Horizont von Griffith bei weitem nicht so eng war, wie der von vielen seiner Zuschauer.

So ist mit Griffith nicht nur „Matlock“ gestorben, sondern vor allem ein Bindeglied zu Kultur und Alltagsbewusstsein des alten Südens. Im Guten wie im Schlechten. Rest in Peace!

Bob’n’Bruce’n’Neil

9. Juni 2012

Die alten Helden graben gerne nach den Wurzeln und singen die alten, bösen Lieder

Anlässlich des neuen Album von Neil Young habe ich auf www.country.de einen kurzen Vergleich der „Folk-Revival-Alben“ von Dylan, Springsteen und Young gezogen. Diesen Gedanken möchte ich hier noch ein wenig weiter ausführen.

 Bob Dylan nutzte sein Album „Good As I Been To You“ 1992 dazu, sich auf sich selbst und seine musikalischen Wurzeln zu besinnen. Nachdem Dylan sich während der Psychedelic-Welle in den 60ern, während Bombast-Rock, Punk und Disco in den 70ern mit seiner in Folk, CountryRock und Blues gut geerdeten Musik gut behaupten konnte, führten ihn die 80er Jahre mit Reagan, Thatcher und Kohl, mit Plastik-Pop, New Wave und Stadion-Rock, mit Madonna, Michael Jackson und Phil Collins, ins künstlerische Nirvana. Seine „Neverending-Tour“ war eine persönliche und performative Antwort auf die Krise. Die Musik, die dort gespielt wurde war desaströs, um sie neu aufzubauen bedurfte es dieses Albums. Dylan entdeckt die alten Lieder neu, die Mörderballaden, die Songs über traurige Liebe, die Kinderlieder. Und er entdeckt sein Gitarrenspiel wieder. Er kann es, wenn er will. Und so entstand eine puristische Folk-Platte. Eine die wenn überhaupt wahrgenommen – die Ausnahme ist Karl Bruckmaiers glanzvolle, prophetische Rezension im Spiegel – mit höflichem Respekt rezensiert. Keiner merkt, dass inmitten des Neu-Entstehens von Americana (Uncle Tupelo waren Initiatoren) sein geistiger und tatsächlicher Vater sich an die Spitze der Bewegung stellt.

Springsteen bringt 2006 die Seeger Sessions heraus. Der ehrliche Stadion-Rocker aus New Jersey, der mit „Born In The USA“ irrtümlicher und unfreiwilligerweise der Reagan-Politik eine Hymne gab und sich seitdem umso mehr zur amerikanischen Linken bekennt, ehrt auf seine Weise den letzten lebenden Mentor des klassischen amerikanischen Folk und Protestsongs der 30 er und 40er Jahre. Denn davon und vom Amerika des New Deal, dem erst Ronald Reagan den wirklichen Todesstoß versetzte, sind sie alle geprägt. Der 71jährige Dylan genauso wie der zehn Jahre jüngere Springsteen und der in der Mitte liegende 66 Jahre alte Young. „The Seeger Session“ ist daher aber auch ein Album, das das Ende der Bush-Ära einläutet. George W. ist angeschlagen und der fortschrittliche Teil Amerikas hofft auf einen Wandel durch die Demokraten. Und zwei Jahre später sollte ja tatsächlich Barack Obama mit Unterstützung der fortschrittlichen Musiker, Schauspieler und Schriftsteller (Springsteen natürlich mit dabei!) als großer Hoffungsträger gewählt werden.

Neil Young ist da – ähnlich wie Dylan – weniger begeisterungsfähig als „The Boss“. Und doch legt er jetzt kurz vor dem Wahlkampf ein Album mit uralten Songs vor, die aber, solange Amerika sich nicht wieder neu erfindet, auf ewig aktuell sind. Songs über Arbeitslosigkeit, unglückliche Liebe, Mord und Totschlag. Amerika ist groß und leuchtend, doch es hat auch immer mehr Verlierer. Der Rost und Verfall und das menschliche Elend ist längst nicht mehr hinter den Fassaden versteckt. Die USA bräuchten einen neuen „New Deal“, doch der Präsident ist weder stark noch konsequent genug und die Gegner sind laut, gut vernetzt und zu mächtig, als dass es Anlass zur Hoffnung gibt. Amerika zerstört sich von innen. Durch kapitalistische Gier, politischer Agonie und wahnwitzigem religiösen Fundamentalismus. Young bastelt an umweltgerechten Autos in Kalifornien und singt dagegen an.

Alle drei vereint das Bewusstsein über ihre musikalischen Wurzeln. Und alle drei machen sich nichts vor über den Zustand „ihres“ Amerikas. Dass sie die alten, bösen Lieder benutzen sagt alles und ist reinste Subversion. Und einfach gute Musik.

Gerüchte, Gigs und ein Geburtstag

22. Mai 2012

Die Dylan-Welt ist wild am spekulieren

Nun, wie ich jetzt von Heinrich Detering gelernt habe, bin ich wohl ein Dylanianer. So wie es Freudianer und Wagnerianer gibt. Das sind Menschen, die beschäftigen sich aus Liebe mit dem Gegenstand ihrer Obsession. Dylanologen beschäftigen sich dann wohl eher aus einer Art wissenschaftlichem Imperativ und sind diejenigen, die akribisch Setlists und Studiosessions obduzieren, dann diese im Schlaf repetieren können und dabei doch oftmals den Blick fürs Große und Ganze verlieren. So einer war ich nie, ist mir doch egal, welches Lied er am 2. November 2004 irgendwo in USA an vierter Stelle im Konzert gesungen hat. Übrigens gibt es keine Dylanisten: Dylan, den Gegner geschlossener Weltanschauungen (sehen wir mal von drei Jahren der Verirrung ab) als eigene Weltanschauung zu betrachten, davor schrecken dann doch auch die größten Hardcore-Fans zurück.

Egal ob Dylanianer oder Dylanologe – wir alle fiebern dem neuen Album entgegen. Und es spricht vieles dafür, dass die Dylan-PR-Maschine immer perfekter, die Dylan-Netwelt nutzt, um den Hype aufzubauen. Erst ein Interviews von David Hidalgo, das uns was von Tex-Mex erzählt, dann die Spekulation über den Produzenten. Dann kürzlich der Hinweis, dass der Uncut-Editor, das Album bald hören dürfe. Und nun das jüngste Gerücht: Auf der Platte sei ein 14-minütiger Song über den Untergang der Titanic. Und dabei wissen wir weder den Namen des Albums, noch ein Erscheinungsdatum. So vertreiben wir alle unsere Zeit mit fröhlicher Spekulation. Allesamt glückliche Dylan-Kinder!

Soeben hat Bob Dylan seine Lateinamerika-Tournee abgeschlossen. Weder musikalisch noch von der Setlist her gibt es viel Neues zu berichten. Eher von den Umständen dieser Tour. Zum allerersten Mal in Costa Rica. Und dann gleichzeitig in Mexiko das große Menschenschlachten der Drogengangs. Traurig. Am Donnerstag wird er nun 71 Jahre. Um am 6. Juli spielt er in Bad Mergentheim. Und wir sind wieder dabei. Wir Dylanianer…

Die Zeit steht still, Levon ist tot

20. April 2012

Zum ersten Mal habe ich Ihn 1978 oder ’79 gesehen. Damals als „The Last Waltz“ bei uns im Kino lief. Jahrelang war er für mich eine vertraute Figur – aber eben nur der Drummer vom Bob Dylans Begleitband. Im zweiten Schritt erschloß ich mir die Musik von „The Band“ und Levon hatte für mich eine Bedeutung als Sänger, Drummer und Multiinstrumentalist der Gruppe. Der Band, die den Country-Rock und das Americana mitbegründete.

Erst sein grandioses Alterswerk mit mühsam zurückgewonner Stimme nach dem Kehlkopfkrebs ließ mich ihn, diesen kleinen unscheinbaren Mann, in ganzer, künstlerischer Größe wahrnehmen. Zwei fantastisch geerdete Platten und seine funkensprühenden Konzerte beim „Midnight Ramble“ in seinem Haus in Woodstock beeindruckten mich. Dabei war er nie einer, der glitzerte und funkelte, aber um so mehr geerdet und verwurzelt war.

Ich entdeckte ihn nun auch als Schauspieler in Filmen wie „Coal Miner’s Daughter“, „Mit Volldampf nach Chicago“ oder „Electric Mist“. Ich wurde Fan und wollte ihn unbedingt nochmal beim nächsten New York-Aufenthalt in Woodstock spielen sehen. Dazu wird es nicht mehr kommen.

Ein großer amerikanischer Musiker hat uns verlassen. Vom Krebs besiegt. Die Zeit steht still, Levon ist tot. Rest in peace, Levon!

Zum Gedenken an Levon Helm (26. Mai 1940 – 19. April 2012) sehen wir unten zuerst eine Aufnahme von ihm mit dem „Band“-Klassiker „The Weight“ sowie die von Marc Cohn gesungene Hommage „Listening To Levon“.

Mit der Apfel-Bimmelbahn, Oh Yeah!

5. April 2012

Lesereise vorerst beendet – Dylan im Sommer in Deutschland – Americana-Festival in Marburg

Mit der Fahrt im „Streetcar Named Desire“, vulgo Ebbelwoi-Express, am vergangenen Samstag (31. März), ist die kleine „Lesereise zu Bob Dylan“ vorerst beendet. Es war ein Riesenspaß für alle Beteiligten. Bestens wie immer waren die DoubleDylans, die mit ihrem „Apfel-Bimmelbahn-Song“ die Leute zum Mitsingen animierten und viel Stimmung in die Wagen brachten. Die Fahrt in der ruckelnden, hoppelnden und quietschenden Tram vor lebhaftem Publikum entwickelte sich für den Vortragenden zur erwarteten Herausforderung, wobei Equipment und Dramaturgie der Lesung für solche Gegebenheiten noch optimierbar sind. Die Resonanz auf den Buchvortrag war auch hier sehr positiv. Fazit: Es war wirklich ein schöner, stimmungsvoller Nachmittag: Der Dank geht an die DoubleDylans, an alle rund 70 Mitreisenden und an alle Helferinnen und Helfer im Vorfeld und während der Fahrt! Unten kann man sich durch ein Video einen kleinen Eindruck von der Fahrt verschaffen.

Während also die Lesereise erst einmal hinter uns liegt, liegen die Deutschland-Konzerte des Meisters vor uns. Obwohl ihn erst im letzten Herbst eine komplette Deutschland-Tour durch die Hallen des Landes geführt hat, spielt er nun vier Open-Airs im Sommer in Berlin, Dresden, Bonn und Bad Mergentheim. Der Vorteil gegenüber letztem Herbst: Er wird diesmal ohne Mark Knopfler im „Vorprogramm“ auftreten. Dylan pur also. Gut so!

Leider nichts weiteres ist dagegen von der neuen Platte zu erfahren. Letzte Meldung war, dass wahrscheinlich Scott Litt (u.a. REM) die Scheibe als Techniker oder Produzent betreut. Wobei doch auch viele Stimmen davon ausgehen, dass Dylans alter Ego Jack Frost hier wieder für die Produktion verantwortlich zeichnen wird.

Und zum Spätsommer gibt es dann nochmals einen „Hauch Bob Dylan“ in Marburg. Dort findet am 8. September erstmals das „Sundown Music Festival“ am Spiegelslustturm statt. Americana, Country und Folk. Mit dabei u.a. der alte Haudegen Elliott Murphy und das hessische Country-Folk-Talent Lisa-Marie Fischer. Mehr Infos: www.lisamariefischer.com/fr_musicfestival.cfm.

50 Jahre Bob Dylan als „Recording Artist“

18. März 2012

Vor 50 Jahren, am 19. März 1962 erschien Bob Dylans Debütalbum „Bob Dylan“. Und Medienberichten zufolge macht er zum Jubiläum seinen Afficionados und sich selbst das schönste Geschenk: Sein 35. Studioalbum!

Zusammen mit seiner Tourband und „Los Lobos“-Frontmann David Hidalgo war er Anfang des Jahres im Studio. Hidalgo zufolge soll der bereits auf „Together Through Life“ eingeschlagene musiklaische Weg zum „Tex-Mex“ weiter verfolgt worden sein. So spielte der „Los Lobos“-Mann bei den Aufnahmen traditionelle mexikanische Musikinstrumente. Wir sind gespannt. Wann das Album erscheint, und wie es heißen wird, ist noch unbekannt.

Dylan als Recording Artist ist auch die immerwährende Geschichte des kreativen Prozesses im Studio und dem „work in progress“. Aus den Mittsechziger Jahren wissen wir, wie Dylan nur mit Songideen und Textfragmenten ins Studio kam und die Platte entwickelt wurde. Er schrieb die Texte während der Aufnahmepausen und auch das musikalische Konzept eines Albums entstand vor Ort. Zum Teil wechselten die Musiker unter Anleitung Dylans munter ihre Instrumente. Gleichzeitig wurde für jedes Stück höchstens drei Takes eingespielt. Dylan ist nämlich alles anderes als Proben- und Übungsbegeistert. Und auch in den 70er Jahren änderte sich das kaum. So verriet uns die große Emmylou Harris im Gespräch, dass er bei den Aufnahmen zu „Desire“ einfach die Leute, ohne viel zu erklären, hätte losspielen lassen.

Diese Art der Albumproduktion gerät in den 80ern dann in die Krise, als Dylan seine künstlerische Sicherheit und Orientierung verloren hat. Die besten Songs der Sessions verpassen regelmäßig die Aufnahme auf die Platte. „Foot Of Pride“, „The Groom Still Waiting At The Altar”, Carribean Winds” und natürlich “Blind Willie McTell” schaffen es nicht auf “Shot Of Love” und “Infidels”. „Empire Burlesque“ wird durch Überproduktion aus Angst vor dem musikalischen Zeitgeist massakriert. Der beste Song „Dark Eyes“ ist ein Dylan-Solovortrag mit Akustikgitarre und Mundharmonika. Erst Daniel Lanois gelingt es 1989 als Produzent von „Oh Mercy“, wieder dem Ganzen eine Form zu geben. In den 90ern verlässt sich Dylan bei seinen Soloakustikalben „Good As I BeBeen To You“ erst einmal auf sich selbst, ehe ihm 1997 wieder mit Hilfe von Lanois ein rauschendes Comeback mit „Time Out Of Mind“ gelingt.

In den 2000er Jahren fühlt sich Dylan dann endlich wieder stark genug, um den kreativen Prozess der Plattenaufnahme selbst zu leiten. Wie schon auf der Bühne zu beobachten, ist auch im Studio aus der launischen Diva ein akribischer Arbeiter geworden. Seinem Produzenten-Alter Ego „Jack Frost“ gelingen mit „Love And Theft“ sowie „Modern Times“ triumphale Erfolge. Dylan scheint – so kann man auch die Hidalgo-Berichte deuten – die richtige Balance im Studio zwischen kreativer Unruhe und verbindlichem Arbeiten gefunden zu haben.

Gratulation zum 50sten, Mr. Recording Artist Bob Dylan!

Lesereise gut gestartet

11. März 2012

Viel Interesse in Alsbach und Darmstadt

Thomas Waldherr und Sigrid Zabel, Foto: HölzlEinen guten Start hingelegt hat die Lesereise zum Buch „I’m in a Cowboy Band“. Im Alsbacher Restaurant Hellas konnten die Buchhandlung Zabel und der Autor rund dreißig Gäste begrüßen, im Bayrischen Hof in Darmstadt waren 45 Zuhörerinnen und Zuhörer anwesend. In Alsbach bedankte sich der Autor bei der Buchhandlung Zabel und dem Team des Restaurant Hellas für die Ermöglichung der Veranstaltung.

Thomas Waldherr nahm die Gäste mit auf eine musikalische Reise in die weniger bekannten Gefilde des Mikrokosmos Bob Dylan, legte die Wurzeln Dylans in der amerikanischen Volksmusik frei, zeichnete Dylans lebenslange Beschäftigung mit der Country-Musik nach und erklärte, warum Dylan als „Vater des Americana“ bezeichnet werden darf. Der Vortrag erhielt eine positive Resonanz, traf den Nerv und das Interesse des Publikums. Gebanntes Zuhören und ein kräftiger, lang anhaltender Abschlussapplaus waren der Beweis an beiden Abenden. An den gut einstündigen Vortrag schloss sich bei beiden Veranstaltungen noch manches Gespräch im kleinen Kreis an.

Unter wehmütigen Vorzeichen stand indes der Vortrag im BayrischenVortrag im Bayrischen Hof, Foto: Goldschmidt Hof. Es war die letzte Veranstaltung in Michael Steins Lokal. Und so hatte auch so mancher Stammgast die Gelegenheit genutzt, sich persönlich von Michael Stein zu verabschieden. Ebenso wie der Autor, der zu Beginn der Veranstaltung Peter Schmidt und der Buchhandlung am Markt für die Unterstützung dankte und Michael Stein zum Abschied eine Hängematte für die nun anstehenden wohlverdienten Ruhestunden überreichte.

Letzte Station der Lesereise wird nun die Fahrt am 31. März mit dem Ebbelwoi-Express in Frankfurt sein. Diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht, es gibt nur noch eine Warteliste.

Letzte Veranstaltung in Michael Steins Bayrischem Hof

3. März 2012

Die Lesung von Thomas Waldherr aus seinem Buch „I’m in a Cowboy Band. Bob Dylan, die Country-Musik und das Vermächtnis des Americana“ am Samstag, dem 10. März, um 20 Uhr, wird die letzte Veranstaltung in Michael Steins Bayrischem Hof sein. Der passionierte Dylan Fan und Wirt hatte den Betrieb seiner Gaststätte in diesen Tagen eingestellt.

Um so mehr freut sich der Autor darüber, in der Traditionsgaststätte sein Buch in Darmstadt vorstellen zu können.

Unterdessen läuft der Countdown zur ersten Lesung in Alsbach-Hähnlein am Dienstag (6. März, 19.30 Uhr, Restaurant Hellas, Alte Bergstraße 76). Die Besucher dürfen sich auf eine gut einstündige Vortragsreise zu den musikalischen Wurzeln von Bob Dylan freuen. Natürlich wird die Musiklegende auch selbst zu Wort kommen.

Johnny Cash zum Achtzigsten

27. Februar 2012

Natürlich wollen wir den 80. Geburtstag von Johnny Cash nicht einfach so verstreichen lassen. Da sich aber ein zwiespältiges Gefühl einstellt bei all den Feierlichkeiten, Artikeln und angekündigten Projekten, hier eine kleine Sondierung des Geschenketisches.

Gut sind die Pläne, sowohl das Haus seiner Kindheit in Dyess, Arkansas, wieder herzurichten, als auch in Nashville ein Museum einzurichten. Da wir in Tupelo, Mississippi, etwas ratlos angesichts des Presley-Geburtshauses waren und aufgrund der Eintrittspreise in Memhis, Tennessee, den Besuch von Graceland verschmähten, freuen wir uns nun auf echte Pilgerstätten für unseren herbstlichen USA-Aufenthalt. Vielleicht passt dann sogar zeitlich ein Besuch des Benefizkonzertes für diese Vorhaben im Herbst bei dem Rosanne Cash und Willie Nelson als Headliner angekündigt sind. Wir bleiben gespannt.

Eine Drohung ist dagegen die Ankündigung von Rick Rubin weitere unveröffentlichte Aufnahmen von Cash herausbringen zu wollen. Abgesehen davon, dass wir irgendwie den provokanten Ansatz von Dylan sympathisch finden, der diesen Werken nicht viel abgewinnen konnte, wird die Masche des selbsternannten „Cash-Image-Designers“ für die „Post-Grunge-Jugend“ immer nerviger. Die ersten Aufnahmen aus dem Schaukelstuhl, die nächsten vom Krankenlager, die folgenden vom Sterbebett, dann die aus der Gruft und jetzt die Songs aus dem Sarg? Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, Rubin hat Cash noch einmal verdiente Aufmerksamkeit zukommen lassen, das war sein Verdienst. Jetzt aber wird die Cash-Maschine scheinbar immer unverhohlener angeworfen. Und das ist dann auch nicht besser als die Xte schnell zusammengebastelte Billig-Kompilation. Da loben wir uns doch die vierte Folge der Cash-Bootlegs. Das sind die Gospels und die gehören genauso zum Cash-Bild wie das „Bad Guy“-Image das Rubin am Ende kunstvoll einseitig modellierte.

Gedenken wir lieber mit den Worten von Bob Dylan, dem „Bruder im Geiste“: „Johnny war und ist der Polarstern, du konntest deinen Kurs nach ihm ausrichten.“ Happy Birthday Johnny!

Eine Lesereise zu Bob Dylan

2. Februar 2012

“I’m in a cowboy Band“ – Tour 2012

Thomas Waldherr, der Autor von „I’m in a Cowboy Band“ wird auf drei Veranstaltungen im März aus seinem Dylan-Buch lesen.

Die Premiere des Programms ist am Dienstag, dem 6. März, um 19.30 Uhr im Alsbacher Restaurant Hellas (Alte Bergstraße 76). Der Eintritt beträgt 5 Euro. Mitveranstalter ist die Jugenheimer Buchhandlung Zabel.

Weiter geht es am Samstag, dem 10. März ab 20 Uhr in der Darmstädter Traditionsgaststätte „Bayrischer Hof“ (Alexanderstraße 33). Der Wirt und passionierte Dylan-Fan Michael Stein und Thomas Waldherr laden zu einer Lesung bei Ebbelwoi und Salzgebäck ein. Auch hier beträgt der Eintritt 5 Euro.

Den Abschluss der Tour bildet dann eine kleine, exklusive Veranstaltung. Wieder heißt es „Dylan meets Ebbelwoi“: In der Stöffche-Metropole Frankfurt am Main wird am Samstag, dem 31. März der „Ebbelwoi Express“ zum „streetcar named desire“. Neben der Lesung von Thomas Waldherr werden die Mitreisenden von den Lokalmatadoren „Die DoubleDylans“ unterhalten, die ihr neues Album „Bluesbrüder“ vorstellen. Für diesen einmaligen Event zum „Fahrpreis“ von 10 Euro ist eine Voranmeldung per E-Mail an diedoubledylans@web.de oder thwaldherr@web.de erforderlich.