Marc Ribot: Goodbye Beautiful/ Songs Of Resistance 1942-2018

9. November 2018

Der amerikanische Avantgarde-Gitarrist Marc Ribot hat ein starkes Album mit Liedern des Widerstandes veröffentlicht.

Die Renaissance der Protestsongs in den USA hält an. Ein weiterer Beweis dafür ist das jüngst erschienene Album „Goodbye Beautiful“/Songs Of Resistance 1942-2018“ des amerikanischen Avantgarde-Gitarristen und Komponisten Marc Ribot. Ribot ist eigentlich Jazz-Gitarrist, spielt aber seit drei Jahrzehnten immer wieder mal den Sideman in der Populärmusik. U.a. arbeitete er mit Tom Waits, Norah Jones, The Black Keys, Alison Krauss und John Mellencamp zusammen. Außerdem engagiert er sich in einer Initiative, die sich für die Rechte von Musikschaffenden im Zeitalter digitaler Medien wie Spotify und anderen Streamingdiensten einsetzt. Nun hat er ein dezidiert politisches Album veröffentlicht. „Goodbye Beautiful“/ Songs Of Resistance 1942-2018“ enthält elf Lieder des Widerstands aus den Zeiten des faschistischen Italiens bis in die Auseinandersetzung mit den „White Supremacists“ und der Trump-Administration heutzutage.

Entstanden ist die Idee zum Album Ende 2016, nicht nur wegen der Wahl Trumps, sondern wegen all den autoritären Entwicklungen überall auf der Welt. „Ich bin alarmiert von Trump und der Bewegung dessen Teil er ist. Ich haben einen guten Teil meines Lebens in der Welt unterwegs auf Tour zugebracht – ich bin eine Art zufälliger Internationalist – und ich sehe, dass er kein isoliertes Phänomen ist. Und wenn wir nicht dem beschäftigen was passiert, beschäftigt es sich mit uns.“ Er wollte etwas dagegen tun, er wollte Widerstand leisten. „Ich bin Musiker, also begann ich meine Praxis des Widerstands mit Musik.“

Und erinnerte er sich an eine Begebenheit bei den Occupy Wall Street Demos in New York. Eine morgens versammelte er sich mit anderen, um die polizeiliche Räumung des Zeltdorfes in der Wall Street zu verhindern. Und alle spürten, dass sie jetzt zusammen singen mussten. „Sie versuchten Tom Pettys ‚I Want Back Down‘, aber es funktionierte nicht. Es frustrierte mich, dass wir diese reiche Geschichte von Songs für solche Gelegenheiten hatten, aber keiner kannte sie.“ Also beschäftigte er sich in den Archiven mit politischen Liedern und fand Songs von den italienischen antifaschistischen Partisanen (“Bella Ciao,” “Fischia il Vento”) oder der U.S.-Bürgerrechtsbewegung (“We’ll Never Turn Back,” “We Are Soldiers in the Army”) und schrieb selbst einige Songs nach der Studie von Zeitungsartikeln, Fernsehberichten oder historischen Abhandlungen. So entstanden u.a. „Srinivas“ über die rassistisch motivierte Ermordung des Sikh-Einwanderers Srinivas Kuchibhotla, „Knock That Statue Down“ über die Aufmärsche der „White Supremacists“ und US-Nazis in Charlotteville im vergangenen Jahr oder „John Brown“ über den legendären amerikanischen Abolitionisten. Bis zum März 2017 hatte er das Material für das Album zusammen.

Als nächstes suchte er nach den Sängerinnen und Sängern für diese Lieder und nahm die Songs auf, wo und wann es möglich war. Es sind bekannte Künstler wie Tom Waits oder Steve Earle dabei. Aber: „Ich war nicht auf Stars fixiert, ich wollte Menschen beteiligen, die eine persönliche Verbindung fühlten, die das Projekt kulturell und politisch verstanden und wirklich am Prozess teilhaben wollten“, so Ribot. Und so sind dann neben den genannten auch Meshell Ndegeocello, Justin Vivian Bond, Fay Victor, Sam Amidon, oder Ohene Cornelius zu hören.

Es ist ein interessanter Liederreigen entstanden, der nicht nur von den Themen her, sondern auch musikalisch vielfältig ist. Der alte Bürgerrechtssong „We Are Soldiers In The Army“ wird mit Avantgarde-Jazz so verfremdet, so das er alles andere als zum Mitsingen einlädt. Ein durchaus akzeptabler Akt, denn es gelingt so, seine historische Rolle hervorzuheben. Langsam und traurig ist die Version von „Bella Ciao“, die durch Tom Waits‘ brüchige Stimme geadelt wird. „Srinivas“, gesungen von Steve Earle und Tift Merritt, klingt fast so wie ein Steve Earle-Song klingt. „John Brown“ ist dann ein Funk-Soul-Jazz-Stück, großartig interpretiert von Fay Victor, während „Knock The Statue Down“, das Marc Ribot, von Syd Straw unterstützt, selber singt und durch das Banjospiel sehr folkig rüberkommt.

Am Ende ist es eines der besten Konzeptalben dieses Jahres und ebenso wie sein Schöpfer, ein Grenzgänger zwischen populärer und Avantgarde-Musik. Ribot gelingt es hier, seinen Anspruch als Musiker treu zu bleiben und trotzdem etwas zu schaffen, was eigentlich für viele da sein sollte: Die Erinnerung daran, dass diese Lieder von vielen gemeinsam gesungen werden sollten. Denn wie sagt Marc Ribot selbst so treffend: Jede Bewegung, die jemals etwas gewonnen hat, hatte Songs.“

Trackliste:
1. We Are Soldiers in the Army (feat. Fay Victor)
2. Bella Ciao (Goodbye Beautiful) (feat. Tom Waits)
3. Srinivas (feat. Steve Earle & Tift Merritt)
4. How To Walk In Freedom (feat. Sam Amidon & Fay Victor)
5. Rata de dos Patas (feat. Ohene Cornelius)
6. The Militant Ecologist (based on Fischia Il Vento) (feat. Meshell Ndegeocello)
7. The Big Fool (feat. Marc Ribot)
8. Ain’t Gonna Let Them Turn Us Round (feat. Steve Earle & Tift Merritt)
9. John Brown (feat. Fay Victor)
10. Knock That Statue Down (feat. Marc Ribot & Syd Straw)
11. We’ll Never Turn Back (feat. Justin Vivian & Domenica Fossati)

Ry Cooder live in Oostende

28. Oktober 2018

Der Meister der Slide-Gitarre liefert ein starkes Konzert ab/ Viele Blues und Gospeltöne

Er ist eigentlich ein Musician’s Musician und als Solokünstler nicht in der ersten Reihe. Mit ihm werden Projekte wie „Buena Vista Social Club“ verbunden oder die Filmmusik zum Wim Wenders-Film „Paris, Texas“. Als Slide-Gitarrist ist er auch ein gefragter Sideman für die Stars der allersten Reihe. Und dennoch hat er auch als Solo-Künstler ein so beachtenswertes Oeuvre geschaffen, dass seine Tourneen auf große Resonanz stoßen.

So auch am Freitag, 12. Oktober, im Nordseebad Oostend in Belgien. Der Kursaal war ausverkauft und wir waren gegen 19.58 Uhr auf den Plätzen, nachdem Zugausfälle, Streckensperrungen und Umleitungen unsere Anreise erschwert hatten. Das was wir dann zu hören und sehen bekamen, war mehr als eine Entschädigung. Es war ein ganz starkes Konzerterlebnis. Was man jedoch vom Vorprogramm mit Ry Cooders Sohn Joachim nicht sagen konnte. Sphärische Weltmusikklänge, die einen nie wirklich gepackt haben. Haken wir das mal als väterliche Unterstützung ab.

Ry Cooder jedoch ist in großer Form an Slide- und E-Gitarre und hat eine Klasse Band und das fantastische Gospel-Soul-Sangestrio The Hamiltones dabei. Cooder spielt knüpft an sein letztes Album „The Prodigal Son“ an und spielt hauptsächlich alte Traditionals und mit „The Very Thing That Makes You Rich (Makes Me Poor)“ nur einen eigenen Song. Die Musik ist blues- und gospelgetränkt. Er steigt ein mit zwei Coverversionen von Songs des texanischen Blues- und Spiritualmusikers Blind Willie Johnson ein: „Nobody’s Fault But Mine“ und „Everybody Ought to Treat a Stranger Right“. Damit ist Abend programmatisch umrissen. Später folgt noch mit „Jesus In The Mainline“ von Mississippi Fred McDowell ein Klassiker eines Delta-Blues-Veterans. Cooder geht ganz auf in dieser alten Musik aus den 1940er Jahren. Und spielt auch Stücke von weißen Musikern. Das Stock der Stanley Brothers – Harbor Of Love“ wird von ihm zu einem schwarzen Gospel umarrangiert. Und er spielt einen Titel von Woody Guthrie, „Vigilante Man“ und natürlich „The Prodigal Son“, den Titeltrack seiner gleichnamigen neuen Albums. Ihm geht es um die Musik der armen und beladenen Amerikaner, der Schwarzen wie der Weißen. Und die Aussage dahinter, um die es ihm geht, ist die Erinnerung an das andere Amerika. Denn ohne dass Cooder explizit politische Reden führt, ist das Konzert eine einzige Liebeserklärung an das andere Amerika.

Cooder ist gut aufgelegt, sein Gitarrenspiel launig und inspiriert, dabei wie immer technisch perfekt. Wenn man sich die Setlist und seine neue Platte anhört, könnte man meinen, der Mann müsse Trübsal blasen. Doch im Konzert zeigt sich ein ganz entspannter, selbstironischer und humorvoller Ry Cooder. Er ist sogar zu Scherzen aufgelegt. So bewirbt er den Merchandising-Verkauf im Foyer und hebt hervor, dass Dylan ein großer Anhänger und Experte des „Merch“-Verkaufs sei. Die Baby Doll T-Shirts seien immer als erstes ausverkauft, habe ihm die Singer-Songwriter-Legende mit auf den Weg gegeben, erzählt Cooder schmunzelnd.

Das Konzert nimmt zum Schluss immer mehr Fahrt auf, wofür auch die „Hamiltones“ sorgen, die mit viel Gospel-Soul-Power die Betriebstemperatur im Kursaal mächtig steigen lassen. Nach Cooders klasse Version von Elvis‘ „Little Sister“ gehören die Lead-Vocals im letzten Song dann den „Hamiltones“. „I Can’t Win“ ist ein triumphaler Abschluss eines ganz starken Konzertes. Ein Abend, der im Gedächtnis bleiben wird.

Die DoubleDylans ganz groß auf der Leinwand!

6. Oktober 2018

Vorführung von sechs Videofilmen mit anschließendem Konzert/ Thomas Waldherr präsentiert die DDD-Filmpreise

Die Frankfurter „DoubleDylans“ begeistern immer wieder aufs Neue mit ihrer frechen und humorvollen Adaption der Musik von Bob Dylan für den eigenen Mikrokosmos zwischen Taunus, Main und Marrakesch. Bereits im Sommer 2017 begannen die Planungen, das aktuelle Projekt der „DoubleDylans“, „DDD rappen Dylan“, nicht als Audio-CD, sondern in Form von Videoclips zu veröffentlichen. Dafür wurden in Windeseile Regisseure, Kameraleute, Ausstatter und Darsteller gesucht und gecastet. Es entstanden 6 Videos und ein Animationsfilm.

Jetzt ist es an der Zeit, den Mitwirkenden zu danken! Im Rahmen der ersten öffentlichen Filmvorführung soll der kreativen Input der verschiedenen Künstler gewürdigt werden. Daher werden am Samstag, 20. Oktober, 20 Uhr, im Frankfurter Salon (Braubachstraße 32, 60311 Frankfurt am Main) die DDD Filmpreise in neun verschiedenen Kategorien verliehen. So werden neben anderen auch die beste Kamerafahrt, der besten Jungfilmer und der beste Trickfilm ausgezeichnet. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Musikjournalisten und Bob Dylan-Kenner Thomas Waldherr.

Im Anschluss an Vorführung und Verleihung spielen die DoubleDylans noch ein kleines Set mit Gästen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht!

„Wie ein Korkenzieher in meinem Herzen“

21. September 2018

In „More Blood, More Tracks“, der 14. Ausgabe der „Bootleg Series“ von Bob Dylan, dreht sich alles um die Aufnahmesessions zum 1974/75er Album „Blood On The Tracks“

Für die einen ist es lapidar Dylans „Trennungsalbum“, für die anderen ein komplexes Werk, das Dylans Standortbestimmung als Ehemann, Künstler und Familienvater in einer Zeit ist, als er Veränderungen aufziehen kommt, als die Familienphase zu Ende geht und der unstete, immer sich auf Reisen befindende Künstler wieder aus ihm herausbricht: Bob Dylans 1974 entstandenes und Anfang 1975 veröffentlichtes Album „Blood on The Tracks“.

Die Veränderungen gehen einher mit Verwerfungen. Die schöne Zeit mit Sara scheint vorbei und wo steht er als 33-jähriger Mann eigentlich? Und die Veränderungen und Verwerfungen sind schmerzhaft. Und selten leidet man so persönlich mit, wie bei diesem Album. Der Verlust der Liebe von/für Sara, der Verlust von Sara, die Trennung von Sara – all das tut höllisch weh. „Wie ein Korkenzieher in meinem Herzen“, singt er in „You’re Big Girl Now“. Der Song gehört mit „If You See Her, Say Hello“ und „You Gonna Make Me Lomesome When You Go“ zu den offensichtlichsten und persönlichsten Trauerverarbeitungen des Albums, während „Tangled Up In Blue, „Simple Twist Of Fate“ und „Idiot Wind“ dann wieder Geschichten erzählen, die nicht unbedingt immer für bare Münze genommen und auf den Sänger bezogen werden müssen. Denn auch wenn persönlicher Trennungsschmerz die Triebfeder dieses Albums ist, so versteht Dylan es auch hier, die Perspektiven zu wechseln, mit Verfremdungen zu arbeiten und einfach sich gute Stories auszudenken. So wie „Lily, Rosemary And The Jack Of Hearts“, das wieder einmal die Vorlage für einen Western abgeben könnte.

All diese Songs werden wir auf „More Blood; More Tracks“, das am 2. November erscheint, in ihrem Entstehen kennenlernen. Denn die Platte entstand ja bekanntermaßen auf Sessions im September 1974 in New York und Dezember 1974 in Minneapolis. Auf der DeLuxe-Version werden auf 6 CDs alle bis heute erhaltenen Tracks zu hören sein.

Ein großes Werk von Bob Dylan wird somit nach gut 45 Jahren vielleicht erst jetzt seiner Vollendung zugeführt.

The Kilkennys: Blowin‘ In The Wind

8. September 2018

Unter den Alben, die bei mir über den Schreibtisch gehen, sind immer mal welche über die ich wundere. Warum sind die bei mir angekommen? Ich schreibe über Bob Dylan, Americana, Country und Folk. Anderes lege ich in der Regel zur Seite. Bei der irischen Folkmusik der Kilkennys ging das nicht. Zum einen ist der Titel des Albums der Bob Dylan-Klassiker überhaupt, zweitens wurde dieser Dylan und die amerikanische Folkmusik natürlich von irischen Quellen und Wurzeln gespeist und beeinflusst. Und drittens stehe ich noch ganz unter den schönen Eindrücken unserer Dublin-Reise.

Also bei Dylan und irischer Folkmusik fallen einem natürlich sofort die Clancy Brothers ein, frühe Freunde und Weggefährten Dylans Anfang der 1960 in Greenwich Village im New York. Dylan war begeistert von ihrer Musik und Liam Clancy und Dylan waren gut befreundet. Dylan soll ihn als „the best ballad singer I’d ever heard in my life“ genannt haben. Kein Wunder, dass die Clancy Brothers 1992 bei Dylans 30-jährigem Plattenjubiläum im Madison Square Garden auftraten.

Die Clancy Brothers erfanden die irische Folkmusik quasi neu, indem sie die oftmals langsamen und schwermütigen Balladen ein hohes Tempo, starke Rhythmik und kraftvollen Gesang und Pub-Atmosphäre gaben. Sie weckten in den USA wieder das Interesse an irischer Folkmusik und befeuerten auch in Irland selbst eine Folk-Renaissance. Ohne Clancy Brothers keine Dubliners und keine Chieftains.

Und genau in der Tradition der Clancy Brothers und Dubliners stehen The Kilkennys. Nach Riverdance-Spuk und der Musik verwirrter Elfen, besinnt man sich wieder auf kraftvolle, lebenszugewandte Musik. Nathan Carter, der schon nahe am Rock-Pop ist und die traditionelleren Kilkennys stehen dafür. Und das Liedgut, dass letztere auf ihrem Album „Blowin‘ In The Wind“ präsentieren ist denn auch gut abgehangen. „The Molly MaGuires“, „Farwell To Carlingford“ oder „A Nation Once Again“ ist vertrautes Material, dem sie aber auch die nötige Frische für eine neue Generation von Hörern irischer Folkmusik verleihen.

Ihre Version von „Blowin‘ In The Wind“ ist fein und absolut hörbar. Wer weiß, vielleicht höre ich mir die Jungs auf ihrer Deutschland-Tournee im Oktober doch mal live an.

The Kilkennys live in Deutschland
Bielefeld,Ringlokschuppen, Fr, 12.10.18 – 20 Uhr
Münster, Jovel Music Hall, Sa, 13.10.18 – 20 Uhr
Düsseldorf, Savoy Theater, So, 14.10.18 – 19 Uhr
Stuttgart, Universum, Di, 16.10.18 – 20 Uhr
München, Ampere, Mi, 17.10.18 – 20:30 Uhr
Freiburg, Jazzhaus, Fr, 19.10.18 – 20 Uhr
Mannheim, Alte Feuerwache, Sa, 20.10.18 – 20 Uhr
Merzig, Zeltpalast, So, 21.10.18 – 18 Uhr
Hanau, Comoedienhaus Wilhelmsbad, Di, 23.10.18 – 20 Uhr
Berlin, Columbia Theater, Mi, 24.10.18 – 20 Uhr
Osterholz-Scharmbeck, Stadthalle, Do, 25.10.18 – 20 Uhr
Hamburg, Fabrik, Fr, 26.10.18 – 20 Uhr
Aurich, Stadthalle, Sa, 27.10.18 – 20 Uhr
Kiel, Pumpe, So, 28.10.18 – 20 Uhr

Field Trippin Fest Germany, am 11.08.2018 in Niederdorfelden

9. August 2018

Ein ganz besonderes Americana-Fest findet am kommenden Samstag in Niederdorfelden statt

(promo) Die Musik und den Spirit Süd-Kaliforniens in die Mesa nach New Mexico zu bringen, das war die ursprüngliche Idee die Karen Criswell, Filmmacherin aus Los Angeles und Gründerin des Field Trippin, im Sinn hatte. Und da das Leben an beiden Orten nicht nur eine grüne Wiese ist, wurde der Name der Music`n Arts Initiative „Field Trippin“ als Markenname, als Etikett erdacht. Jetzt ist Niederdorfelden weder Los Angeles noch Taos, aber trotzdem oder gerade deshalb wird das Field Trippin Germany am kommenden Samstag (11.8./ Beginn 18 Uhr, Eintritt 8 Euro) ganz unprätentiös im Bürgerhaus in Niederdorfelden stattfinden.

Süd-Kalifornien und ganz besonders Los Angeles Venice Beach schickt eine hoch interessante Mischung von Musikern, die dem Publikum ihr Bestes geben Live Musik, Live Musik, Live Musik. Da wären: Michael Jost, Ausnahme-Gitarrist, Produzent aus L.A. – einer der großartige Konzerte an großartigen Plätzen in der ganzen Welt bereits sein Eigen nennt und ein nimmer müder Antreiber und Aktivist in der Venice Beach Musik-Szene ist; Los Pochos – das Komplizen- Live-Projekt mit Isaac Irvin und Rick Boston – die Musik für einen besonderen Sonnen-Untergang, das Sidewalk Cafe lässt grüßen; Billy Stobo, der als Drummer der Psycho-Rock Band Golden Buddha einen Rockstar-Status in seiner Heimat „Cali“ erreicht hat und nun als Gitarrist Brother Billy das Field Trippin mit wunderbaren Songs und Geschichten versorgt.

Dann die inländische Fraktion: „The Free Spirit“ Mr. Wolf Schubert K. mit Bine Morgenstern und Daniel Tochtermann – die drei, die auch das musikalische Erzählen perfektioniert haben und ganz bestimmt auch die aktuellen Geschichten z. B. von der diesjährigen Kanada – Vancouver – Festival Tour weitergeben werden.

Na und dann noch Niederdorfelden selbst: LaMimosas – die Gastgeber (and co-hosted by Radio Venice) – die Rock´n Soul Band die Ihren Ursprung und Basis dort hat- wo das Field Trippin Germany stattfindet. Das Band-Konzept der Musiker, der Brüder Uli und Andreas Keppler, jeden Ton der ungewöhnlichen, ausgefeilten Musik selbst in die Hand zu nehmen und diese im eigenem Sinne zu formulieren ist das, was das Publikum in Niederdorfelden erwarten und erleben kann.

Nach der Fertigstellung und Veröffentlichung des Debütalbums
„Soul on Fire“ wurde die bekannt ausdrucksstarke Musik-Idee durch den vielschichtigen musikalischen Input und der Einflussnahme von Jacques Voutay (Drums) vervollständigt und mit Rainer Backe (Bass) zu einer schlagkräftigen Live-Band komplettiert- dabei entstand zeitgleich das aktuelle Album „Unity in Diversity“. Beide Alben wurden von Michael Jost mit den LaMimosas produziert. Auf jeden Fall wird das LaMimosas Musik-Credo mit aller Konsequenz auch auf die Bühne in Niederdorfelden transportiert.

Im Fazit: Man könnte glauben, dass ein paar Hippies mit notorischem Hang zur handgemachten Live Musik sich zusammengeschlossen haben, um in einem hessischen Bürgerhaus ein Konzert zu veranstalten. Wer das denkt, hat auch in großen Teilen Recht- aber irgendwie gibt es bei Field Trippin Fest in Niederdorfelden viel mehr zu entdecken.

Bob Dylan als Kompass

9. August 2018

Looking for Bob Dylan: Michael Brenners kleines, feines und sehr persönliches Bob Dylan-Buch

Michael Brenners Kindheit, er ist 1951 geboren, war schlimm. Sein Vater gehörte zu der Generation, die noch aktiv und überzeugt im 2. Weltkrieg ins Geschehen eingegriffen hatte. Der Vater war nie wirklich auf Distanz zu dieser Zeit gegangen, für ihn war die Niederlage subjektiv keine Befreiung, sondern ein Trauma. Obwohl mehr als 10 Jahre später geboren, kennt der Autor dieses Blogs die Situation, auch sein Vater gehörte dieser Kriegsgeneration an.

In den 1950er und 1960er Jahren aufgewachsen, war Michael Brenners Umfeld eng, borniert und spießig, unter den Lehrern so mancher alte Nazi. Michael Brenners wichtiger Kompass auf dem Weg aus diesem bornierten Nachkriegselend wurde Bob Dylan. In seinem soeben erschienen Buch „Looking for Bob Dylan. Bob Dylan & Zeitgeschichte. Vol.1: Krieg der Generationen“ schildert er Dylans Aufstieg und Karriere vom jugendlichen Protestidol bis zu seinen Auftritten in Deutschland 1978 und ’81.

Es sind viele Bücher über diese Phase in Dylans Karriere geschrieben worden. Eigentlich neues erfährt man über Dylan hier nicht. Doch die Leistung Michael Brenners ist eine andere. Er kontrastiert die Dylan’sche Entwicklung mit seiner eigenen. Erzählt von der großen Befreiung, als die Schule endlich vorbei ist und er ins Studentenleben in Hamburg eintaucht. Hier sind die zeitgeschichtlichen Schilderungen mit so viel Lokalkolorit und persönlichen Erlebnissen flankiert, dass dies dem Buch seine eigene, faszinierende Note gibt. So muss es also gewesen sein, wenn man in den 1960ern mit Bob Dylan aufwächst und sich gegen die Eltern- und Lehrergeneration auflehnt. Zwar konnte mein Vater mit Bob Dylan auch nichts anfangen, aber die Zeiten und das Umfeld waren in den 1970ern schon anders.

Dies Buch sei all den zynischen Zeitgeist-Surfern empfohlen, die 1968 und Bob Dylan keine Bedeutung mehr zumessen. Und es liefert beste Argumente, warum man gegen die AfD-Propaganda von der „linksversifften 68er-Generation“ kämpfen muss. Leute, die hinter 1968 zurück wollen, wollen in ein Deutschland zurück, in dem hinter vorgehaltener Hand, manchmal auch offener, die Naziverbrechen gerechtfertigt wurden und Nonkonformisten terrorisiert wurden. Selten habe ich über diese bleierne, dumpfe Zeit so plastisch erzählt bekommen.

Ein Buch für alle, die sich vor lauter Dylan-Begeisterung eben nicht aus der Welt verbschiedet haben, sondern die bis heute einen ganz bewussten Weg mit Bob Dylan gegangen sind. Ein zweiter Teil ist bereits angekündigt. Ich kann es kaum erwarten.

Michael Brenner, Looking For Bob Dylan. Bob Dylan & Zeitgeschichte. Vol.1: Krieg der Generationen, Michael Brenner Books 2018, 12,90 Euro.

Stoischer Sänger, tanzendes Publikum

3. August 2018

Der bekanntermaßen introvertierte nordirische Blues- und Soulbarde Van Morison braucht keine flotten Mitklatsch-Ansagen, um im Schlosspark Schwetzingen die Leute zum Tanzen zu bringen. Es reicht seine wundervolle Musik.

Welch ein Kontrastprogramm. Setzte noch vor dem Konzert von Joan Baez am 1. August der Regen ein, der zumindest die Stimmung in den ersten 30 Minuten etwas dämpfte, so war der 2. August an derselben Stelle, dem Schlosspark Schwetzingen, geprägt durch fetten Sonnenschein und knallheiße Temperaturen. Und dennoch: Auch das Konzert von Van Morrison benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Die ersten Stücke waren noch nicht so richtig zupackend vorgetragen, auch wenn Van Morrisons Stimme von Anfang an voll dar war und er auch körperlich einen besseren Eindruck hinterließ wie beispielsweise bei seinem Frankfurter Gastspiel vor 10 Jahren. Und auch damit ergeht es ihm wie seinem stoischen „Bruder im Geiste Bob Dylan, der heutzutage so fit wirkt und gut singt wie lange nicht.

Mit dem dritten Song – dem Sister Rosetta Tharpe-Cover „How Far from God“ – kam Bewegung in die Sache. Und mit einem schönen Bluesmedley aus „Baby Please Don’t Don’t Go“, „Parchman Farm“, „Don’t Start Crying Now“ und „Got My Mojo Working“ war dann endgültig der Boden bereitet. Denn jetzt folgten die ersten Klassiker wie „Moondance“ und „Carrying A Torch“. Dazwischen musikalisch besonders reizvoll „Broken Record“, das Morrison mit seinem unnachahmlichen Talent für Phrasierung und Prononcierung zu einem kleinen Meisterwerk machte. Ab „Precious Time“ war es dann geschehen, immer wieder kamen Leute nach vorne und wollten tanzen. Zuerst wurden sie von den Ordnern mehr oder minder freundlich auf ihre Plätze zurück komplimentiert, bis Sir Van eine klare Ansage machte, man solle bloß nicht glauben, sie hätten etwas gegen tanzende Menschen, sie würden gerne tanzende Menschen sehen. Nun gab es kein Halten mehr, das Publikum drängte nach vorne und in die Seitenwege, und alle standen an ihren Plätzen und tanzten und bewegten sich freudig bis zum Schluss. Großartig!

Nun fielen die Höhepunkte dem Publikum vor die tanzenden Füße wie reifes, süßes Obst. Der vor allem in der Fassungen der „Beach Boys“ und des „Kingston Trios“ bekannte Folk-Gassenhauer „Sloop John B.“ wurde „Van The Man“ in einer verlangsamten, intensiven Skiffle-Version gespielt, inklusive Steel Guitar-Klängen. Und dann folgten auf der Zielgrade natürlich auch noch „Real, Real Gone“ und „Brown Eyed Girl“. Nach anderthalb Stunden verließ Van Morrison mit „Gloria“ die Bühne und ließ sich seine starke Band noch mehr als zehn Minuten mit mehreren Soli so richtig austoben bis das Konzert dann endgültig vorbei war.

Ein starker Abend mit einem sehr wachen und agilen und für seine Verhältnisse fast schon extrovertierten Van Morrison. Fantastisch!

Paul Robeson

20. Juli 2018

Zum 120. Geburtstag des Sängers/ Mehr als „Ol‘ Man River“

Sein Name bleibt wohl untrennbar mit „Ol‘ Man River“ verbunden. Dem bekanntesten Song aus dem Mississippi-Musical „Show Boat“. Er verkörperte am Broadway und in der Verfilmung von 1936 den Joe und sang dort eben diesen Song. Seine Interpretation des Liedes mit markanter Bassstimme wurde zum Welterfolg und Gassenhauer und machte Robeson unsterblich. Im Jahr seines 120. Geburtstages ( geboren am 9. April 1898) lohnt es sich jedoch, daran zu erinnern, dass der gefeierte Sänger auch ein politischer Aktivist war und im McCarthy-Amerika verfolgt wurde.

Von 1927 bis 1939 lebt Robeson in Großbritannien. Dort kam er mit dem Schriftsteller George Bernard Shaw sowie Politikern von Labour und den Kommunisten in Kontakt und wurde zum überzeugten Linken, ohne jemals in eine Partei einzutreten. Er hegte durchaus Sympathien für die Sowjetunion und bereiste sie, war jedoch vor allem ganz praktisch politisch tätig, indem er die Arbeitskämpfe der walisischen Bergarbeiter unterstützte und für die spanischen Internationalen Brigaden sang. 1939 kam er zurück in die USA, unterstützte die Anti-Hitler Allianz im 2. Weltkrieg und engagierte sich später für den Civil Rights Congress und gegen Rassismus und Rassentrennung. Zudem wurde er der Förderer des jungen Harry Belafonte.

Nach Ende des 2. Weltkriegs und der Veränderung des politischen Klima durch die antikommunistische Hexenjagd des Senators McCarthy geriet auch Robeson ins Visier. Seine Platten verschwanden aus den Läden, er stand auf der schwarzen Liste für Funk und Fernsehen und bekam sogar seine Pässe entzogen. erst 1958 führten ihn wieder Auslandsreisen in die Sowjetunion und nach England. Hier er einen weiteren Karrierehöhepunkt, als den Othello an der Royal Shakespeare Company spielte. Überhaupt wurde der Othello und nicht der Joe im „Show Boat“ die Rolle seines Lebens. Bereits 1930 hatte er den Othello am Broadway gespielt, dann wieder ab 1943 erst in sagenhaften 296 Vorstellungen in New York und dann auf einer Nordamerika-Tour.

Eigentlich hatte er in den frühen 1960ern nach der erneuten Rückkehr in die Staaten vor, sich stärker für das Civil Rights Movement zu engagieren, doch psychische und physische Gesundheitsprobleme schränkten seine Möglichkeiten sehr ein, dann starb seine Frau Essie 1965 und sein Alter forderte zunehmend Tribut. Nun zurückgezogen lebend, erhielt er im erneut veränderten Klima der USA Anfang der 1970er Jahre nun auch in Amerika die Ehren, die ihm vorher verweigert wurden.

1976 verstarb Paul Robeson. Er hinterließ ein beeindruckendes künstlerisches und politisches Werk. Sein Leben war nicht mehr und nicht weniger als die prototypische Odysee eines schwarzen linken Amerikaners in den USA des 20. Jahrhunderts.

Heaven’s Gate

18. Juli 2018

oder: Amerika war schon immer so. Aber auch anders.

Warum wundern wir uns eigentlich über ein Amerika mit einem vor Machtlust überschäumenden Präsidenten? Warum wundern wir uns eigentlich über ein Amerika, in dem Rassismus nach innen und Abschottung nach außen einen fröhlichen Urstand feiert? Warum wundern wir uns über ein Amerika, dem der gute Deal, der wirtschaftlich erfolgreiche Händel jedes Mittel heiligt.

Amerika war schon immer so. Die Geschichte des Schmelztiegels ist keine fröhliche Erfolgsstory, sondern eine oftmals widersprüchliche, brenzlige, brutale, verstörende und traurige Erzählung. Der amerikanische Traum des individuellen Glücksversprechens zerschellt an den Mächtigen, die sich im Wohlstandsevangelium eingerichtet haben. Nach dem ist Erfolg und Macht in der Wirtschaft ein Beweis für die Gunst Gottes. Sprich: wer nicht erfolgreich ist, der ist selbst schuld, weil er Gott entzürnt hat. Dieses Christentum, das in den USA weit verbreitet ist, kennt keine Soziallehre. Und wenn sich dann der Mythos der Amerikaner als Gottes ausgewähltes Volk mit diesem biblischen Kapitalismus paart, dann wird der arme Einwanderer als ungläubiger Eindringling gebrandmarkt und bekämpft. So ist das heute und so war es schon in den späten 19. Jahrhundert.

Davon erzählt gleichsam allegorisch Michael Ciminos Western Epos „Heaven’s Gate“, den ich kürzlich als DVD erstanden habe. Die reichen Rancher bekämpfen die armen osteuropäischen Einwanderer. Mit Billigung der Regierung. Es gehörte zum Westen des „Guilded Age“, des „vergoldeten Zeitalters“, dass Viehbarone, Ölprinzen und Eisenbahnmogule Amerika in dieser Zeit rücksichtslos nach Westen erweitert und brutal geformt haben, und die Regierungen nur willfährige Gehilfen waren.

Doch Ciminos Film zeigt auch das andere Amerika auf, das es schon immer gab. Das Amerika der Sozialreformen und der Arbeitnehmerrechte, für die Präsidenten wie die beiden Roosevelts Theodore und Franklin Delano oder Woodrow Wilson standen, oder die weitaus radikaleren „Wobblies“ (Spitzname für Industrial Workers of the World), die Arbeitskämpfe der Minenarbeiter im Harlan County, die gewerkschaftlichen Kampagnen des Sängers Woody Guthrie bis hin zur Bürgerechts- und Anti-Vietnam-Bewegung in den 1960ern und „Black Lives Matter“ und dem „March for our Lives“ heutzutage.

Das Bild, das der Präsident und seine Administration von Amerika derzeit vermitteln, ist Wasser auf die Mühlen des Antiamerikanismus. Dabei ist es nicht wirklich politisch reflektiert, ein ganzes Land für seine politisch-wirtschaftlichen Eliten in Gesinnungs-Geiselhaft zu nehmen. Die Klassenauseinandersetzungen in Amerika sind für die Ausgangsbedingungen für progressive Politik und Gesellschaftsveränderung von enormer Bedeutung. Daher gilt es, diese Auseinandersetzungen zu studieren und die herrschende Politik nach dem ebenso alten, wie einfachen wie wahren Grundsatz „Cui Bono“ zu hinterfragen. Zwar ist der jetzige autokratische Kapitalismus eine direkte Folge des Neoliberalismus – insbesondere seine „inneren Landnahme“ in punkto Wertesystem, Menschenbild und politische Sphäre – und in gewisser Weise auch eine Spielart desselben. Doch wer jetzt nicht den dramatischen Unterschied zwischen dem liberalen, rechtsstaatlichen Neoliberalismus und dem autoritären Neoliberalismus erkennt, der wird Schwierigkeiten haben, ihn wirklich grundlegend kritisieren zu können und geeignete Strategien zur Überwindung beider entwickeln.

In „Heaven’s Gate“ kommt der gleichermaßen intellektuelle wie bodenständige Kümmerer Kris Kristofferson und organisiert die Armen und Benachteiligten zur letzten Schlacht. Am Ende greifen die staatlichen Ordnungskräfte ein, doch gelöst wird das Problem nicht, da stets nie das System in Frage gestellt wird, sondern Grenzüberschreitungen nicht als Wesensbestandteil, sondern als einzelne Entgleisungen gesehen werden. Und so hat hier der intellektuelle Kümmerer eine Niederlage erlitten, am Ende sich in seine gutbetuchte Welt zurückgezogen und weiß doch, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt.

Und auch genau deswegen ist Ciminos Film ein Plädoyer für ein anderes Amerika und für den steten Kampf gegen die Willkürherrschaft der wirtschaftlich und daher auch politisch Mächtigen. Und daher sollten wir uns auch nicht von Amerika in Gänze abwenden. Der Wahlsieg von Alexandria Ocasio-Cortez hat zuletzt wieder ein Hoffnungspotential aufgezeigt. Und Amerika ist auch ein reiches Land, was solche Personen und Charaktere angeht. Denken wir nur an Michael Moore oder Bernie Sanders. Ihnen muss unsere Unterstützung gelten, Sie und an die Politik und Kultur des anderen Amerika muss immer und immer wieder erinnert werden.

Und nicht zuletzt deswegen spielen wir auch weiterhin „Americana“ und die Songs des anderen Amerika. Es ist das mindeste, was wir tun können.