Posts Tagged ‘Americana’

Love Songs For The Other America

4. Dezember 2016

Americana-Konzert mit großem Line-Up gegen Hass, Rassismus und soziale Spaltung in den USA und anderswo im Darmstädter TIP

Am Donnerstag, 19. Januar findet im Rahmen der Reihe „Americana im Pädagog“ ein ganz besonderes Konzert statt. Am Vorabend der Amtseinführung des 45. US-Präsidenten Donald Trump spielen Americana-Künstler wie Biber Herrmann, Markus Rill, Wolf Schubert-K. und Candyjane“ Lovesongs For The Other America“, Lieder des „anderen Amerika“, gegen Hass, Rassismus, soziale Spaltung und Gewalt.

„Der Trump-Sieg in den USA hat uns alle geschockt. Die Parallelen zu Deutschland und Europa sind nicht zu leugnen, der Hass gegen alles Fremde, nicht der Konformität zugehörigen, setzt sich über Grenzen hinweg. Die Gründe hierfür liegen jedoch woanders. Die Schere zwischen Arm und Reich muss geschlossen werden, die Globalisierungsverlierer und Abgehängten müssen wieder eine soziale Perspektive bekommen Politisch kann das Signal nur heißen, dass man die offene Gesellschaft verteidigt, in dem man sie endlich wieder sozial macht. Uns als Freunde der amerikanischen Musikkultur hat der Trump-Sieg natürlich umso mehr geschockt, weil der kommende 45. Präsident der USA all das ablehnt, was wir in den USA als das „andere Amerika“ stets besonders geschätzt haben“, erklären Thomas Waldherr und Wolf Schubert-K., die die Idee zu dieser Veranstaltung hatten, und sie mit Unterstützung von Klaus Lavies vom „Theater im Pädagog“ organisiert haben.

„An diesem Abend spielen wir die Songs der Bürgerrechtsbewegung und der Gewerkschaften, der LGBT-und Grassroots-Bewegungen: die Musik von Woody Guthrie, Pete Seeger, Joan Baez, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Patti Smith, Tom Morello, Ani DiFranco oder Hurray For The Riff Raff. Zudem wollen wir aus Werken von Allen Ginsberg oder John Steinbeck lesen oder Martin Luther King und Franklin D. Roosevelt zitieren“, erläutern Waldherr und Schubert-K. das Konzept des Abends.
Mit dabei sind: Biber Herrmann, Markus Rill, Wolf Schubert-K., Candyjane, die DoubleDylans, Dan Dietrich, Vanessa Novak, Sue Ferrers & Steffen Huther, Klein & Glücklich, Jen Plater sowie als Moderator Thomas Waldherr.

Die Veranstaltung im Theater im Pädagog beginnt um 20 Uhr, der Eintritt beträgt 15 Euro. Karten können im Vorverkauf online unter http://www.paedagogtheater.de erworben werden. Vorbestellungen sind unter 06151 – 66 01 306 telefonisch und unter theaterimpaedagog@gmx.de per E-Mail möglich.

Musik aus der Region im Geist von Bob Dylan und Neil Young

31. Juli 2016

Germanicana-Folkfestival gastiert am 13 August erneut in Darmstadt

Wenn am 13. August das Germanicana-Folkfestival erneut Station in Darmstadt macht, dann spielen dort zwar Musiker aus der Rhein-Main-Region, aber überxGermanicana 2-2016_Plakat A2 - 3 allen Darbietungen schwebt der Geist der großen amerikanischen Singer-Songwriter wie Bob Dylan, Neil Young, Hank Williams oder Woody Guthrie. Ideengeber und Initiator Wolf Schubert-K. – mit seiner „Sacred Blues Band“ auch Teil des Programms – drückt es so aus: „Die amerikanische Musik speist sich aus dem, was die Einwanderer mitgebracht haben, nun kommen die amerikanischen Einflüsse zurück über den Teich.“

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr mit einem stimmungsvollen Abend in der schönen Atmosphäre des Hofs vor dem Hoffart-Theater, hoffen die Macher heuer auf eine ähnlich gelungene Neuauflage. „Wir möchten nach Americana im Pädagog das zweite Rootsmusik-Format in Darmstadt fest etablieren“, erklärt Thomas Waldherr die Zielrichtung für das Sommer-Open Air. Waldherr, der im Theater im Pädagog die Americana-Konzertreihe aus der Taufe gehoben hat, bildet mit Schubert-K., Klaus Lavies vom TIP sowie dem Team des Hoffart-Theaters um Andreas Waldschmitt die Organisationscombo des Freilicht-Abends.
Auf dem Programm stehen neben dem schon besagten „Wolf Schubert-K. & The Sacred Bues Band“ aus Frankfurt und Umgebung, „Candyjane“ und „Delta Danny“ aus Darmstadt sowie ein noch nicht namentlich benannter Newcomer-Act. Es verspricht ein sehr vielseitiger Abend zu werden: Delta Danny bringt den Mississippi-Blues an den Woog, sie hat den Blues im Blut und in der Stimme. Die Gitarristin blättert in der frühen Blues-Geschichte:Von den Roots des Country-Blues zu den traditionellen Blues-Songs zwischen Memphis und Chicago.

Auf den Spuren amerikanischer Folk-, Blues- und Countrymusik kreieren Candyjane ihren ganz eigenen high lonesome Sound. Westerngitarre, Gesang, Lapsteel-Gitarre, Kontrabass und Cajon erzeugen sehnsuchtsvolle Schwingungen, die lakonischen Songtexte tun ihr übriges. So changieren sie mit ihrem Country-Soul in bemerkenswerter Weise zwischen Hank Williams und Southern Gothic.

Frisch aus Kanada zurück kommt Wolf Schubert-K. dieses Mal zum Festival. In British Columbia spielte er diesen Sommer ein paar erlesene Soloshows. Folk, Country und Roots Elemente bilden immer noch das Fundament für den Sound seiner Sacred Blues Band. Die Songs dokumentieren jetzt mehr denn je einen leidenschaftlichen Aufbruch und sind ein Appell an die Freiheit. Ganz im Geiste der Vorbilder Bob Dylan und Neil Young.

Und bildhaft, schnell und poetisch slammt und shoutet Roger Jones sich auch dieses Jahr wieder durch die Amerikanische Musikgeschichte.
Beginn ist 18 Uhr, der Eintritt beträgt 20,- Euro, bzw. 18,- Euro im Vorverkauf. Kartenverkauf und Vorbestellungen: Ticketshop im Luisencenter, telefonisch unter 06151/ 4 92 30 14 oder auch online unter: http://www.ztix.de/ticketshop/kalender.html

Neu: Die „Dylan-Hour“ bei Radio Darmstadt

30. Januar 2016
Photo Credits: Sony Music, William Claxton

Photo Credits: Sony Music, William Claxton

Anlässlich des 75. Geburtstages von Bob Dylan in diesem Jahr haben sich die beiden Darmstädter Dylan-Enthusiasten Marco Demel und Thomas Waldherr etwas Besonderes einfallen lassen: Im Vorfeld der großen Darmstädter Dylan-Geburtstagsfeier am 24. Mai im Theater im Pädagog werden sie ab dem 18. Februar jeden dritten Donnerstag im Monat von 21 – 23 Uhr bei Radio Darmstadt die „Dylan-Hour“ über den Äther schicken.

In der Dylan-Hour – die ganz dylanesk zwei Stunden beträgt – steht in jeder Sendung eine Schaffensperiode der Musiklegende im Mittelpunkt. Los geht es im Februar mit den Basement Tapes, am 17. März folgt die Epsiode „Von Desire zu Hard Rain“, am 21. April fachsimpeln die beiden langjährigen Bobfans über Dylan, Sinatra und das „Great American Songbook“ und am 19. Mai soll sich alles um das Spätwerk des US-Barden mit den Alben „Love And Theft“, „Modern Times“ und „Tempest“ drehen.

Aber auch nach Dylans Geburtstag möchten die beiden ihr Werk fortsetzen. Ideen gibt es genug, die Planungen laufen auch hierfür schon in Kürze an.

Radio Darmstadt: 103,4 MHZ oder Webradio auf http://www.radiodarmstadt.de .

Happy Birthday, Steve Earle!

17. Januar 2016

Steve_Earle_070Steve Earle hier vorstellen zu wollen, hieße wirklich Eulen nach Athen zu tragen. Vor gar nicht allzu langer Zeit war er wieder auf Deutschland-Tour und da er ein unheimlich produktiver Querdenker ist, gibt es auch immer wieder etwas zu vermelden. Wie jüngst auch seinen Song, der offensiv den Staat Mississippi auffordert, die konföderierte Kriegsflagge als Bestandteil der Landesfahne zu entfernen.

Dieser Tage (17. Januar) wurde der Rebell der Countrymusik, der nicht nur wegen seines persönlichen Freiheitsdranges sich gegen den Mainstream stellt, sondern auch, weil er klare politische und gesellschaftliche Ansichten hat, 61 Jahre alt. Und wer ihn in diesen Tagen im Konzert erleben durfte, der hat einen Mann gesehen, der vor Energie und Kreativität nur so strotzt, und der noch dazu auch als Person selten so aufgeräumt wirkte wie heute.

Steve Earles Stern ging Mitte der 1980er Jahre auf. Er war einer der – neben Dwight Yoakam oder Lyle Lovett – die Country mit Rock-Attitüde verbanden, und als große Hoffnungen gefeiert wurden. Sein Debüt-Album „Guitar Town“ von 1986 war ein beachtlicher Einstand und „Copperhead Road“ von 1988 wurde ein großer Erfolg. Doch Earle war wohl vom Lebensstil derjenige, der wirklich am meisten Rock’n’Roll war. Denn der Absturz folgte jäh.

Alkohol- und Heroinsucht brachten ihn in Todesnähe. Doch Earle ging nicht den tragischen Weg anderer großer Musiker wie Hank Williams, Brian Jones oder Janis Joplin. Earle besitzt ein Überlebensgen. ob er seine Dämonen besiegt hat, wissen wir nicht. Er hat sie zumindest im Griff.

Im Gegensatz zu seinem guten Freund Townes van Zandt, der viel zu früh wegen ihnen verstorben ist. Nach ihm hat er seinen Sohn Justin Townes genannt und für ihn wollte er einmal in seinen Cowboystiefeln auf Bob Dylans Kaffeetisch steigen und ihn als „den größten Songwriter der ganzen Welt“ anpreisen. Wobei dieser Großmaul-Attitüde zum Trotz, er auch Bob Dylan seine ganze Karriere immer wieder gewürdigt hat und Dylans Songs ganz selbstverständlich zu seinem Live-Repertoire gehören.

Seit Ende der 1990er Jahre bringt Steve Earle regelmäßig großartige Platten heraus und hat sich in dieser Zeit deutlich politisiert, er definiert sich als Sozialisten und kritisiert die negativen Entwicklungen der US-Gesellschaft scharf. Seine Musik findet Anklang bei Kritik und Publikum gleichermaßen, und er erhielt bereits zweimal einen Grammy für das „Best Contemporary Folk Album“.

Auch auf seiner Deutschland-Tour hat er sich offensiv zum linken demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders bekannt. Die Clintons sind für ihn schon zu sehr ein Teil des amerikanischen Problems und nicht dessen Lösung. Dass Steve aber meilenweit von einem wohlfeilen, aber folgenlosen „radical chic“ entfernt ist, sondern mit wirklicher Empathie und Mitgefühl für die Beladenen ausgestattet ist, beweist auch sein Benefizkonzert Ende letzten Jahres, als er zusammen mit Jackson Browne, Justin Townes Earle und „The Mastersons“ zugunsten der McCarton School auftrat, die eine Spezialeinrichtung für autistische Kinder und Jugendliche ist. Steve Earles 5-jähriger Sohn John Henry ist Autist und besucht diese Schule.

So bleibt dieser Steve Earle auch weiterhin ein amerikanisches Phänomen: Musikalisch verortet in der Countrymusik, politisch bei der Linken beheimatet, meint es das Schicksal trotz überstandener Drogenprobleme auch weiterhin nicht immer gut mit ihm. Doch auch die Krankheit seines Sohnes zeigt noch einmal auf: Steve Earle ist ein großer Kämpfer und ein großer amerikanischer Humanist. Happy Birthday, Steve Earle!

Fünf von Sechs!

19. November 2015

AmericanaDie Reclam Musik Edition zeigt viele Stärken, ein paar Schwächen und bestätigt Bob Dylans Ausnahmestellung

Seit einiger Zeit schon gibt es die CDs mit gelbem Cover der Reclam Musik Edition. Die kleinen gelben Reclam-Heftchen waren ja immer das Manna des bildungsbürgerlichen Nachwuchses und selbst ich als Kind eines kleinen Angestellten und einer Hausfrau, der es als erster seiner Familie aufs Gymnasium geschafft hatte, bekam ja seit der Mittelstufe Zugang zu den sorgsam editierten Klassiker-Volksausgaben für das kleine Geld. Shakespeares „Julius Caesar“ oder Shaws „Pygmalion“ begleiteten mich durch den Englisch-Unterricht, und noch waren die Dylan-Texte, die damals auch bereits Gegenstand der gymnasialen Bildung waren, nur als billige Zettel-Kopien als Unterrichtsmaterial erhältlich.

Umso größer mein Erstaunen über die günstigen CDs mit Best Of Kompilationen in der bekannten puristischen gelben Reclam-Optik. Denn die entpuppten die sich beispielsweise bei Bob Dylan als bereits längst vorhandene Kompilation, die von Sony einfach unter neuer Flagge zweitverwertet wurden. Selbst für Reclam zu billig, dachte ich mir und irgendwie an der Grenze zum unfreiwilligen Humor.

Aber dann fielen meine Augen kürzlich auf die sechs „All About“-Kompilationen. Und siehe da – es geht doch! Den Themen Americana, Singer-Songwriter, Acoutic Vibes, Revolution, Flower Power und Epic Rock gewidmet, lassen sie keine Wünsche offen. Gut zusammengestellt, mit kundigen Liner Notes versehen von Ernst Hofacker, einer Koryphäe des Musikjournalismus, gibt die Reihe einen sehr guten ersten Überblick über die Genres.

Auf fünf der sechs Sampler ist His Bobness sowohl mit eigenen Aufnahmen, als auch als Songwriter vertreten. Das bestätigt wieder einmal seine Ausnahmestellung in der populären Musik. Nur einmal – wen wundert’s – muss er passen. Ein Epic-Rock-Werk ist im Kanon des Meisters nun wirklich nicht zu finden.

Bob Dylan in der „All About“-Reihe:

Americana: Als Interpret eigener Songs mit „This Wheel’s On Fire“ (mit The Band) und „Heartland“ ( bmit Willie Nelson) sowie als Songwriter mit „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ von den Byrds.

Singer/Songwriter: Als Interpret eigener Songs mit „It’s All Over Now Baby Blue“.

Acoustic Vibes: Als Songwriter mit „Knockin On Heaven’s Door“ in der Interpretation von Avril Lavigne.

Revolution: Als Interpret eigener Songs mit „Maggies Farm“

Flower Power: Als Interpret eigener Songs mit „Subterranean Homesick Blues“

Alle Titel sind passend ausgewählt. Nur beim letzteren finde ich das Love & Peace & Drogen-Motiv wenn überhaupt bei Dylan – Hofacker schreibt ja richtigerweise, dass Dylan nie ein Hippie war – dann eher bei Mr. Tambourine Man angesiedelt. Denn „Tambourine Man“ ist wirklich der Song zum friedlichen Trip, während ich „Subterranean“ dafür immer viel zu aufwühlend und als unterschwellig aggressiv und verstörend empfand. Das klingt eher nach Straßenkampf und nicht umsonst hat eine militante linke Gruppe in den USA aus diesem Song ihren Namen „Weathermen“ entliehen.

Doch ich bleibe dabei. Sony/Reclam sind sehr schöne Zusammenstellungen gelungen. Für kleines Geld eine gute Einführung in die Welt von Folk, Rock und Country. Und Reclam hat bei mir seinen Ruf wieder gerettet.

Country, Folk und Blues aus Rhein-Main

18. August 2015

Das „Germanicana-Folkfestival“ hat am 29. August in Darmstadt PremiereGermanicana_Plakat A2_5

Der Geist von Musik-Ikonen wie Bob Dylan, Johnny Cash, Kris Kristofferson oder Townes van Zandt liegt in der Luft, wenn am Samstag, 29. August, in Darmstadt zum ersten Mal das „Germanicana Folkfestival“ stattfindet.

„Es war die Idee und Initative von Wolf Schubert-K und wir freuen uns, Geburtshelfer und Paten dieser großartigen Sache zu sein“, erklären Theater-Chef und Sommerblüten-Organisator Klaus Lavies und Thomas Waldherr, Initiator und künstlerischer Leiter der Reihe „Americana im Pädagog“, zur Premiere des „Germanicana Folkfestival“ im Rahmen der Reihe „Sommerblüten 2015“. „Country, Folk, Blues and more aus Rhein-Main“ verspricht das Line-Up dieser Veranstaltung. „Für mich war das ein lang gehegter Herzenswunsch und ich bin froh und dankbar, dass er in Darmstadt endlich in die Tat umgesetzt wird“, so Musiker und Americana-Urgestein Wolf Schubert-K.

Und es hat sich gelohnt, denn das Publikum erwartet ein Americana-Programm vom Feinsten. Mit dabei sind an diesem Tag (Beginn 17 Uhr) im Hof des Hoffart-Theaters (Lauteschlägerstraße 28) der weit über die Region hinaus bekannte Folk- und Blues-Künstler Biber Herrmann, Americana Singer-Songwriter Markus Rill, Wolf Schubert-K & The Sacred Blues Band, die Frankfurter Band „Die DoubleDylans“, sowie die Darmstädter Lokalmatadoren „Candyjane“ und Vanessa Novak. Zwischen den musikalischen Acts wird Roger Jones die Zuhörer mit Poetry unterhalten.

Die Künstler in der Kurzvorstellung

Über Biber Herrmann hat Konzertveranstalter-Legende Fritz Rau einmal gesagt, er sei „einer der authentischsten und wichtigsten Folk-Blues-Künstler in unserem Lande und darüber hinaus. Den traditionellen Blues spielt er mit einer Lebendigkeit, die Herz und Seele berührt.“

Markus Rill ist ein großartiger Storyteller. Rill hat die Gabe, die ganze breite Palette menschlicher Empfindungen in Worte und Musik zu kleiden. Mal voller Humor und Optimismus, mal nachdenklich, mal traurig. Er lernte sein Handwerk in Austin/Texas und wurde schon mit mehreren internationalen Songwriterpreisen ausgezeichnet.

Wolf Schubert-K. war bereits in den 90er Jahren als Pionier des Alternative Country unterwegs. Mit der Sacred Blues Band haben sich gestandene Musiker zusammengetan die was zu sagen haben: Folksongs, Country, Gospel und Roots-Rock Elemente bilden das Fundament für die Geschichten zwischen Zusammenbruch und Aufbruch.

Die DoubleDylans sind Deutschlands außergewöhnlichste Bob Dylan-Coverband. Seit 1999 haben sie auf stets originelle Art ohne falsche Scheu, aber dafür mit viel Sinn für grotesken Humor die Songs des Meisters in ihren Frankfurter Mikrokosmos zwischen Taunus und Ebbelwoi, Gallus und Marrakesch überführt.

Auf den Spuren amerikanischer Folk-, Blues- und Countrymusik kreieren Candyjane ihren ganz eigenen high lonesome Sound, teils mit traditionellen Songs, teils mit Eigenkompositionen, die dem Regen huldigen, sehnsüchtige Wasserschnecken besingen oder von alltäglichen Fußangeln und schwarzen Löchern handeln, von Ungeziefer und erloschener Liebe.

Angelehnt an die Americana-Folk Tradition spielt die Deutsch-Amerikanerin Vanessa Novak eine eigene Mischung aus Folk-Blues und Country. Geboren in Detroit und aufgewachsen mit der Musik von Johnny Cash und Dolly Parton ist Vanessa Novak aus Darmstadt eine der authentischsten Songwriterin der deutschen Folk und Americana-Szene.

Und zwischen den Music-Acts slammt sich Poet Roger Jones durch die Americanische Musikgeschichte: bildhaft, schnell und poetisch!

Ein Festival für die Americana-Singer-Songwriter-Szene der Region

„In Rhein-Main gibt es eine rege Americana-Singer-Songwriter-Szene. Mit dem „Germanicana-Folkfestival soll sie sich in regelmäßigen Abständen treffen. Der Charakter soll irgendwo zwischen Festival und Jam-Session angesiedelt sein, so wird ein Schwerpunkt auch darauf liegen, dass die unterschiedlichen Acts auch in verschiedenen Kombinationen auf der Bühne stehen werden. Die Musik, das Publikum und unsere gegenseitige Wertschätzung stehen für uns im Mittelpunkt“, erläutert Schubert-K. die Intentionen der Veranstaltung.

Klaus Lavies und Thomas Waldherr indes freuen sich auf einen guten Zuschauerzuspruch. „Wer hier lebt und Country, Folk und Blues mag, der darf das „Germanicana-Folkfestival“ nicht versäumen“, wünscht sich Waldherr viele Besucher aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Tickets gibt es im Vorverkauf online unter http://www.ztix.de/ticketshop/kalender.html oder in Darmstadt im Darmstadt-Shop im Luisencenter, Luisenplatz 5, 64283 Darmstadt, Tel. 06151-134513.

„Just A Picture From Life’s Other Side“

15. März 2015

Seminar untersucht die gesellschaftlichen Hintergründe von Country, Folk & AmericanaBroschüre 1

Ein besonderes Bildungsangebot für Country & Folk-Freunde veranstaltet das Fridtjof-Nansen-Haus in Ingelheim in Zusammenarbeit mit der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz e.V. und der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung am Freitag, 10. Juli, und Samstag, 11. Juli. Zwei Tage lang beleuchtet der Country.de-Redakteur und Bob Dylan & Americana-Experte Thomas Waldherr unter dem Titel „Just A Picture From Life’s Other Side“ die soziokulturellen und politischen Hintergründe von Folk, Country & Americana vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit.

Wie sich die politische Entwicklung der Südstaaten nach dem Bürgerkrieg, die Politik des New Deal, der Kalte Krieg und der Aufbruch der 1960er Jahre auf die Folk- und Countrymusik ausgewirkt hat, wird dabei ebenso anhand vieler Musikbeispiele nachgezeichnet, wie ein Blick nach vorne gewagt wird, in dem auf die aktuelle Americana-Szene im Zusammenhang mit den derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA eingegangen wird.

In Workshops können dann die Teilnehmer ausgewählte Songs besprechen oder selber unter der Anleitung von Country.de-Redakteur und Johnny Cash-Kenner Bernd Wolf und Elisabeth Erlemann („Sweet Chili) Folk- und Countrysongs schreiben und einüben. Am Samstagabend endet dann das Seminar mit einem Konzert von „Sweet Chili“ und Workshopteilnehmern.

Die Teilnahmegebühr beträgt für Erwachsene 55 Euro, ohne Übernachtung 35 Euro. Für Jugendliche, Referendare und Studierende 35 Euro mit Übernachtung und 20 Euro ohne Unterkunft. Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern, für Einzelzimmer wird ein Zuschlag von 25 Euro berechnet. Anmeldung bei: Anmeldung bei: Stefanie Fetzer, Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung im Weiterbildungszentrum Ingelheim, Tel. (06132) 79003-16, Fax (06132) 79003-22, E-Mail fna@wbz-ingelheim.de, Internet http//www.fna-ingelheim.de/Anmeldung.

Und hier geht’s zum detaillierten Programm: http://www.atlantische-akademie.de/folk-seminar-2015

 

Deutscher Talking Blues Master

6. Dezember 2014

Was Hannes Wader mit Americana verbindet

Hannes_Wader_Sing„Nein, ich bin nie ein Rocker gewesen“, sagt die mittlerweile 72-jährige deutsche Liedermacher-Legende Hannes Wader über sich. Und tatsächlich ist er auch nie über Bob Dylans „The Freewheelin“ herausgekommen, ist schon der Folk-Rocker ihm fremd geblieben, so dass er schlecht als deutscher Dylan-Epigone durchgeht. Das haben andere später nach ihm gemacht. Leider allzu trivial, doch das wäre ein anderes Thema.

Wenn der Ostwestfale, der schon vor langer Zeit Norddeutschland als seine Heimat entdeckt hatte, nun Anfang nächsten Jahres mit „Sing“ ein neues Album vorlegt, dann lohnt es doch genau hinzuhören. Sicher, die französischen Wurzeln seines Liedermachertums waren stets größer. Eben Francois Villon. Oder das Vermächtnis des Schweden Carl Michael Bellman. Aber schon mit dem zweiten Song auf dem Album beweist er, dass er ein Folkie ist, der unzweifelhaft auch seine Americana-Wurzeln kennt. „Wo ich herkomme“ ist ein meisterhafter Talking Blues. Wader beherrscht dieses Subgenre wie kein zweiter in unseren Landen. John Lee Hookers „Tupelo“, Woody Guthries „Talking Dust Bowl Blues“, oder Dylans “Talking World War III Blues“ – hinter alldem müssen sich Waders „Tankerkönig“ oder „Rattenfänger“ nicht verstecken. Wader entwickelte das Genre weiter, durch politische Konkretheit, irrwitzige Geschichten und seinen derben schwarzen Humor.

Auch wenn die Burg Waldeck ein sehr deutsches Phänomen gewesen ist. Auch sie wäre nicht ohne das US-amerikanische Folk-Revival möglich gewesen. Pete Seeger, Joan Baez, Bob Dylan lieferten den musikalisch-politischen Resonanzkörper für Sänger wie Wader oder Hein und Oss. Am entferntesten von der US-Kultur waren sicherlich Leute wie  Degenhardt oder Süverkrüp, schon damals Parteigänger der Kommunisten. Und doch – bei aller berechtigten Amerika-Kritik bezüglich Vietnam-Krieg und Rassismus – war doch Amerika auch – konkret das „andere“ Amerika – ein Einfluss, der schwer zu leugnen ist.

So auch bei Wader. Von ihm gibt es ein paar Dylan-Songs auf Deutsch, vor allem aber die Zusammenarbeit mit den Dylan-Zeitgenossen Deroll Adams und Ramblin‘ Jack Elliott auf den legendären CDs „Folk Friends“. So halten sich die Country, Folk und Blues-Einflüsse sowie die irischen die karibischen (!) – da hat der alte Knorrer bestimmt viel Spaß gehabt – auf „Sing“ auch die Waage.

„So wie der“ ist ein starker Auftakt. Über die Begegnung mit einem alternden Straßensänger gerät Wader in die Erinnerungen seines Folkie-Lebens. „Folksinger’s Rest“ erzählt von einer musikalischen Einkehr in Irland. „Morgens am Strand“ erzählt über fröhlich-karibischen Urlaubsklängen wie eine tote schwarze Frau an den Touristenstrand gespült wird. Und „Arier“ ist dann wieder ganz die einfach nicht totzukriegende – weil immer noch und immer wieder geschehende – Geschichte vom Grauen hinter den idyllischen Fassaden.

„Sing“ ist ein weiteres, schönes Alterswerk von Hannes Wader, der wohl, so zeigt es sein Live-Programm auf, sich immer stärker seinen amerikanischen Einflüssen stellt. Denn immer wieder mal beendet er sein Programm mit einem lupenreinen und für ihn wunderbar programmatischen alten Countryhit: Roger Millers „King Of The Road“.

On the Road again

2. November 2014
Nashville, Tennessee, Broadway

Nashville, Tennessee, Broadway

Nächstes Jahr ist es dann endlich wieder soweit. Wir machen uns wieder auf die Reise. Wir komplettieren unseren musikalischen Südstaaten-Trip. Nach Memphis (Rock’n’Roll), Mississippi-Delta (Blues), Nashville (Country-Kapitale und „Music City USA“), New Orleans (Jazz und Cajun) und Austin (Texas-Country und „Live-Music Capital of the world“) werden wir uns diesmal in den Appalachen an die Geburtsstätten der Mountain Music in Virginia begeben und Bristol, Tennessee, besuchen, wo 1927 mit der Entdeckung von Jimmie Rodgers und der Carter Family der Big Bang der Countrymusik stattfand. Dann werden wir natürlich noch ein paar Tage in Nashville sein, wo es immer noch neues zu entdecken gibt. Und dann über Montgomery, Alabama, wo sowohl Hillbilly-Shakespeare Hand Williams, als auch die Bürgerrechtskämpferin Rosa L. Parks lebten, und Atlanta nach Charlotte, North Carolina, fahren. Von dort aus fliegen wir dann zurück.

Es ist einfach uramerikanisch das große Land zu bereisen. Die Pioniere taten es, die Opfer der Sandstürme in den 1930er Jahren taten es, die Hobos taten es, Woody Guthrie tat es und Bob Dylan tut es noch heute. Auch der große John Steinbeck, der mit „Früchte des Zorns“ den von Natur- und Kapitalgewalt gleichermaßen Deklassierten ein Denkmal setzte, bereiste das Land. 1960 mit seinem treuen Hund Charley an der Seite. Mehr als 50 Jahre später machte sich Geert Mak auf exakt denselben Weg. Und fand ein völlig verändertes Land vor. Amerika ist gespalten: Wirtschaftlich, sozial, politisch, ethnisch, religiös. Diese nicht so neue Diagnose – gerade wiesen wir an dieser Stelle auf George Packers „Die Abwicklung“ hin – wird von Mak aber unter verschiedenen Blickwinkeln und literarisch sehr unterhaltsam vorgetragen. Wir erfahren viel über John Steinbeck, erlangen nicht nur politisch-historische, sondern auch mentalitäts- und religionsgeschichtliche Einblicke in die Entwicklung der Vereinigten Staaten. Geert Maks „Amerika!“ ist das Buch eines verzweifelten Amerika-Liebhabers. Die Perspektive kennen wir nur zu gut.

Wenn wir nächstes Jahr in die USA fahren, dann interessiert uns die Welt der einfachen Menschen. Uns interessieren nicht die reichen Rentner in Florida oder Disneyworld. Wir brauchen keinen Grand Canyon-Nationalpark und keine Harley-Träume auf der Route 66. Dorfkneipen, Honky-Tonks und Tanzböden im armen Süden vermitteln einen guten Eindruck über dieses Land. Und die Musik: Folk, Country und Americana als Musik des armen und des anderen Amerika. Country als Musik der Klasse an sich und Folk und Americana als Musik der Klasse für sich. Darum ist jede unserer Reisen durch die USA auch ein bisschen eine politische Bildungsreise.

In den nächsten Wochen wird also recherchiert, Routen geplant, Stationen und Stopps gecheckt. Und die Vorfreude wächst. So kommt man durch den Alltag.

Und hier ein bisschen Musik für unterwegs:

The Weight

27. Juli 2013

the-band-the-weight-capitol-5Der Song ist mittlerweile ein amerikanischer Klassiker: So wie „Will The Circle Be Unbroken“ von der Carter Family, „This Land Is Your Land“ von Woody Guthrie oder Bob Dylans „I Shall Be Realeased“. Allesamt Songs, die archetypisch amerikanische Mentalitäten und Figuren, Träume und Mythen in Musik und Text festhalten, um dann zur Hymne zu werden: Sei es der ewige Kreis der Generationen, das Bewusstsein, ein großes Land mit Platz für Alle zu sein oder der ewige Traum von Befreiung und Erlösung.

Der Song, um den es hier geht, ist „The Weight“, erstmals aufgenommen von „The Band“ für „Music from Big Pink“ 1968.  Die Songrechte besitzt „Business Man“ Robbie Robertson, geschrieben wurde er von „The Band“ gemeinsam, doch für immer verbunden sein wird „The Weight“ mit dem im vergangenen Jahr verstorbenen Levon Helm, dem Sänger und Schlagzeuger von „The Band“. Der Song wurde zu seiner Erkennungsmelodie. Wahrscheinlich, weil Levon Helm wie kein anderer aus „The Band“ die amerikanischen Mythen und Träume verkörperte. Er wollte nur ein einfacher Musiker aus den Südstaaten sein. Liebte sein Land und den lieben Gott. War aber alles andere als bigott, wie so manch anderer aus dem Bible Belt. Er sog als Junge Blues, Gospel, Soul, Rock und Country in sich auf, kannte Juke Joints und Honky Tonks und das pralle Leben, das sich dort abspielte. War keiner für den Popzirkus und wurde zum Weisen des Americana, ehe er den Kampf gegen den Krebs verlor.

Biblische Anspielungen und surreale Bilder
Die Bedeutung und Aufmerksamkeit, die „The Weight“ zukommt, liegt in der Erzählweise des Songs genauso wie im auftretenden Personal und seiner Interpretierbarkeit. Ein Song mit biblischen Anspielungen und surrealen Bildern, gleichermaßen zwischen Bibel und Bunuel angesiedelt. Zum Inhalt: „The Weight“ erzählt im Land der „Road Movies“ natürlich von einem Reisenden, einen Umherziehenden, den es nach Nazareth verschlägt, weil ihn seine Freundin Fanny dahin geschickt hat. Er soll, und das lastet quasi als Gewicht auf ihm, unzählige Leute dort von Fanny grüßen. Die biblischen Anspielungen – der Reisende bekommt in Nazareth kein Zimmer – sind klar, zudem gibt es in „God’s Own Country“ unzählige Nazareths in -zig Bundesstaaten. Konkret soll es sich hier aber um Nazareth, Pennsylvania, handeln, der Sitz der Martin-Gitarrenfabrik. In Nazareth begegnen ihm eine Reihe Menschen. Teilweise sind sie Freunden und Bekannten von „The Band“ nachempfunden, teilweise stehen sie für archetypische Figuren und Verhaltensweisen. Der Teufel steht für das Böse und der Teufel, der Erzähler und Carmen stehen in ihrer Interaktion für Mann und Frau, für Verlangen und Begehren. Dann ist vom Crazy Chester die Rede, dem örtlichen Faktotum, von der jungen Anna Lee oder von Luke, der nur noch auf das Jüngste Gericht wartet. Eigentlich sollte der Erzähler nur ein paar Leute grüßen, steht aber immer wieder vor neuen Unwägbarkeiten, so dass er am Ende froh ist, den nächsten Zug (Cannon Ball) nehmen zu können, um endlich zu seiner Fanny zurückzufahren.

„Der Song ist pures Americana“, schreibt Peter Viney auf der Website von „The Band“. Und tatsächlich ermöglicht er auf engstem textlichem Raum allerlei amerikanische Assoziationen: Er hat biblische und religiöse Bezüge, er spielt mit Bildern des Kleinstadtlebens im Westen und dem Teufel, der quasi an jeder Ecke lauert. Er lässt Bigotterie genauso erahnen wie Liebe, Verlangen und Gewalt. Der Text ist in Panoptikum des alten, gefährlichen Amerika. Und auch seine Musik ist pures Americana. Sie eint in großartiger Weise Country, Rock, Soul und Gospel-Elemente.

Einer der wichtigsten Songs des Americana
Der Song ist unzählige Male gecovert worden. Die ersten waren Jackie DeShannon und Soul-Queen Aretha Franklin. Später waren es u.a. Joe Cocker oder Waylon Jennings, in den letzten Jahren dann Neo-Folker wie Mumford & Sons oder die Old Time-Musiker der „Old Crow Medicine Show“.  Und wie gesagt, mittlerweile ist der Song ein Klassiker und dient bei vielen All-Star-Treffen als großes Finale. Besonders denkwürdig war vor wenigen Tagen die gemeinsame Live-Version im Rahmen der „Americanarama-Tour“  von Jim James („My Morning Jacket“), Jeff Tweedy („Wilco“) und Mr. Bob Dylan. Als dann ausgerechnet der die Strophe mit dem „Chester“ singt, gibt es kein Halten mehr.

„The Weight“ war nie ein Hitparaden-Stürmer, ist aber ein gutes Beispiel dafür, wie ein Song über die Jahre an Reife gewinnt, ihm man endlich die Tiefe zugesteht, die er besitzt, und er – verbunden mit seinem größten Interpreten – eine Bedeutung bekommt, die seinesgleichen sucht. Einer der wichtigsten und schönsten Songs des Americana.

Hier zum Reinhören zwei Fassungen. Die vom Abschiedskonzert von „The Band“ (mit „The Staples“) und die von James/Tweedy/Dylan.