Archive for the ‘Bob Dylan’ Category

Günter Amendt, 1939 – 2011

14. März 2011

Lange schon war ein neuer Blogeintrag überfällig. Doch dieser hier hätte es wirklich nicht sein sollen. Denn nach dem Tod von Suze Rotolo ist nun schon wieder jemand gegangen, für den Bob Dylan eine wichtige Rolle im Leben spielte und daher auch für mich bedeutend war.

Günter Amendt war mir natürlich durch das „Sexbuch“ ein Begriff. Aber fasziniert hatte er mich Mitte der 80er Jahre durch „Reunion Sundown“, sein Werk über Dylans Europatournee 1984. Zuerst lernte ich es in der Radiofassung kennen, ließ mich von Amendts sonoren wie auch gänzlich unhippen Stimme mit auf die Reise unseres Rock-Hobos nehmen.

Seine Ansichten waren pointiert und reflektiert, immer unterhaltsam, aber weit vom kurzweiligen Entertainment entfernt. Er setzte sich stets in aller Ernsthaftigkeit mit Dylan auseinander, war spröde und geistreich zugleich. Man spürte, dieser Bob Dylan hatte für Günter Amendt tatsächlich eine wichtige Bedeutung. Dass er drei Jahre früher tatsächlich so etwas wie ein Vertrauter Dylans bei dessen damaligen Europatour war, war da noch nicht bekannt.

Später dann, als ich mich mit Dylan in den Anfangsjahren der Never-Ending-Tour wieder verstärkt beschäftigte, da brachte er mich auf den neuesten Stand der Dylan-Forschung. Seine Bücher, seine Beiträge in „konkret“ waren immer lesenswert. Zweimal durfte ich ihn live erleben, 2005 bei einer Chronicles-Lesung in Ludwigshafen und 2006 beim Dylan-Kongress in Frankfurt.

Günter Amendt war eine deutsche Instanz in Sachen Dylan, ein Dylan-Pionier. Aber er war vor allem ein intelligenter, undogmatischer linker Denker, dessen Auseinandersetzung mit Drogenkonsum, Drogenpolitik und Drogenbusiness die quälend richtigen gesellschaftlichen Fragen jenseits der individuellen Kriminalisierung der Abhängigen stellte.

Auf die bittere Ironie seines Unfalltods, verursacht durch einen Autofahrer unter Drogeneinfluss, ist bereits vielerorts hingewiesen worden. Mit Günter Amendt ist ein Mensch gestorben, der mein Selbstverständnis als Freund der Musik und des kulturellen Wirkens von Bob Dylan erheblich beeinflusst hat und der daher über seinen Tod hinaus für mich immer eine besondere Bedeutung haben wird.

Mit ihm sind weitere drei Menschen getötet worden. Unser Mitgefühl ist bei den Hinterbliebenen.

Brüder im Geiste

25. Februar 2011

Bob Dylan, Johnny Cash, “One Too Many Mornings” und “Bootleg Vol II: From Memphis To Hollywood”

Auf der aus vielerlei Gründen einzigartigen Johnny Cash-Neuveröffentlichung von Archivschätzen „Bootleg Vol. II: From Memphis To Hollywood“ befindet sich mit „One Too Many Mornings“ auch eine bis dato in den USA unveröffentlichte Cash-Version eines Dylan-Songs, nämlich „One Too Many Mornings“.

Zusammen mit Mutter Carter und den Mädels versteht es Cash, mit wenigen musikalischen Mitteln – seinem typischen BoomChackaBoom, Mother Maybelles Autoharp sowie den Background-Vocals von June und ihren Schwestern – und seinem lakonischen Gesang, sich das Lied völlig anzueignen. Cash gibt Dylans Poesie die Erdung des Country-Folk. Die Aufnahme stammt von 1965, vier Jahre später nahm er den Song noch einmal auf, diesmal mit Dylan zusammen und wieder erschien er nicht auf einer offiziellen Veröffentlichung.

Diese Songminiatur zeigt auf, wie sehr Bob und Johnny Brüder im Geiste waren, obwohl sie sind doch von sehr unterschiedlicher Herkunft sind. Hier Bobby Zimmermann, aufgewachsen als Sohn einer jüdischen Mittelstandsfamilie in der unwirtlichen Iron Range, im kalten Nordgrenzstaat Minnesota, da John R. Cash, Sohn eines armen Baumwollpflanzers aus Arkansas im Bible Belt der US-Südstaaten. Der eine wird Groß in der Uni-Szene von Minneapolis/ St. Paul und in der linken Folkszene New Yorks, der andere wächst in ärmlichen, gottesfürchtigen Verhältnissen auf, geht zur Army, macht dort Musik, verkauft später Haushaltsgeräte und wird in den Sun-Studios von Memphis/Tennessee entdeckt.

Cash wuchs auf in den wirtschaftlich schwierigen 30er und 40er Jahren auf. Cashs Jugend in Armut und Gottesglaube auf den Baumwollfeldern in Arkansas mit dem strengen Vater und dem Tod seines geliebten Bruders Jack führt zur Entstehung innerer Dämonen, einem immer wieder aufbrechenden Rebellentum und der Empathie mit den Armen und den Verlierern. Zudem ist sich Cash stets bewusst, dass auch das bescheidene Leben seiner Jugend nur durch die New Deal-Politik Roosevelts möglich war.

Dylan dagegen ist der bürgerliche Mittelstands-Kid, der sich schon früh in der Welt, in der er lebt, nicht zu Hause fühlt. Dylan wächst als Jugendlicher auf in den ökonomisch prosperierenden, aber geistig bleiernen Jahren der Eisenhower-Zeit auf. Sein Ventil war, viel wichtiger noch als die Filme mit dem Rebellentum des James Dean, immer die Musik. Die ländliche populäre Musik der Südstaaten, von der weißen Country-Musik bis zum schwarzen Blues und dem Rock’n’Roll war sein Fluchtweg aus dem bürgerlichen Dilemma, die Eintritt in die intellektuellen Uni-Szenen die Grundlage seiner Horizonterweiterung für gesellschaftliche Missstände.

Dies ergab in den bewegten 60er Jahren eine große künstlerische Schnittmenge. Cash hatte immer ein Gespür für Folk, das über die Nashville-Hits hinausging. Dylan hatte schon früh Hank Williams, den „Hillbilly-Shakespeare“, schätzen gelernt. So freundeten sich die beiden an und Cash setzte sich für Dylan ein, als Columbia ihn nach dem mäßigen Publikumserfolg seines LP-Erstlings schon wieder loswerden wollte. Und Cash setzte sich für Dylan ein, als die Folkszene geiferte, weil er von der Tagespolitik ins seinen Songs Abstand nahm. Unter Dylans Inspiration entstanden Cashs gesellschaftskritische Songs wie „Ira Hayes“ und seine Konzeptalben. Dylan wiederum begab sich ein Stück weit in Cashs Hand, als er Ende der 60er die Countrymusik für sich adaptierte.

Über die Jahre gab es immer wieder Berührungspunkte und Dylans Hommage auf Cash nach dessen Tod ist ein großes Dokument der Verehrung. Umso schöner ist es, wenn mit der neuen „Bootleg 2“ eine weitere Cash-Version eines Dylantitels nun breiten Kreisen zugänglich und die wichtige Verbindung der Beiden wieder einmal offenbar wird.

Bob Dylan und das Vermächtnis des Americana

20. Februar 2011

Copyright: Sony Music

Copyright: Sony Music

Eine Grammy-Nachlese

Reden wir mal nicht von der Stimme Dylans an diesem Abend. Die war wirklich ragged & dirty. Reden wir lieber über die Art des Vortrags, und welche Bedeutung er widerspiegelt. Denn Bob Dylan unterstrich mit seinem Auftritt am 13. Februar 2011 im Rahmen der Grammy-Verleihungen nicht mehr und nicht weniger als seine Ausnahmestellung als „Vater des Americana“.

Die Initialzündung für das was heute landläufig als „Americana“ oder auch „Alternative Country“ bezeichnet wird stellen die „Basement Tapes“ dar. Dylan & The Band ritten von Frühjahr bis Herbst 1967 im Parforce durch mehr als 100 Songs aus Country, Folk, Gospel und Rock’n’Roll. Dylan bewegte sich in der Folge vom urbanen Avantgarde-Rock seiner Mittsechziger Werke hin zu Country-Folk (John Wesley Harding) und Nashville-Country (Nashville Skyline). Nach Folk, Rock’n’Roll und Country eignete sich Dylan dann in seiner „Born Again-Phase“ Ende der 70er/Anfang der 80er auch den Gospel als letzte Säule des Americana an.

Americana steht für die populäre amerikanische Musik, die ihre Wurzeln in den folkloristischen Überlieferungen der Einwanderer, der ländlichen Bevölkerung, der Schwarzen, der Seeleute oder der Arbeiter hat: Folk, Blues, Country, Rock’n’Roll. Und da war Dylan der erste und bis heute bedeutendste, der wirklich allumfassend die amerikanische Populärmusik zu seinem Medium machte, Grenzen überwand und Fesseln sprengte. In diesem Licht ist beispielsweise auch eine damals beim Erscheinen zerrissene Platte wie „Self-Portrait“, als nichts anderes, als eine Selbstverständigung über die persönlichen und kollektiven musikalischen Wurzeln zu verstehen.

Bis heute geht Dylan diesen Weg weiter, wer seine Radio Sendung „Theme Time Radio Hour“ kennt, weiß wie breit sein Programm aufgestellt ist, wie jede Sparte der populären amerikanischen Musik abgedeckt wird. Also neben dem klassischen Americana, auch die die Musik des „Great American Songbook“, der urbanen Popmusik, den Tin Pan Alley-Schlagern, dem Classic Pop, Swing und Jazz.

Als Dylan an diesem Abend in Los Angeles sein „Maggies Farm“ singt, dann schwingen alle Facetten des Americana und ein bisschen auch das „Great American Songbook“ mit. Die Bühnenszenerie – Ein Halbkreis mit Banjos, Gitarren, Mandolinen und Stehbass – könnte sowohl ein Folk-Hootenanny, als auch einen Barn Dance widerspiegeln. „Maggies Farm“ war der Song, der als erster elektrischer Rock’n’Roller die Folkwelt in Newport verstörte. Inhaltlich schwingt in ihm sowohl das jugendliche Rebellentum, als auch die Plantagenarbeit der Schwarzen – „sing while you slave!“ und die harte Arbeit der ländlichen Amerikaner mit. Die Art des Vortrags war Country-Folk, aber von Tempo und der Härte des Anschlags der Saiteninstrumente nicht ohne die Weiterentwicklung des Rock’n’Roll denkbar. Und dazu gibt dann Dylan eben nicht den Obergitarristen – seiner vielfachen öffentlichen Wahrnehmung entsprechend – sondern macht den Crooner! „Great American Songbook“ siehe oben. Wow!

Dylan lässt also keine Möglichkeit aus, sich weiterhin als Archäologe und Historiker der amerikanischen Populärmusik zu betätigen. Auf offener Bühne. Und hoffentlich auch bald wieder bei uns.

Dylans Auftritt bei den Grammies gibt es u.a. auf youtube zu sehen.

Opa und die Enkel

15. Februar 2011

Copyright: Sony Music

Bob Dylan bei den Grammies 2011

Natürlich hätte ich Bob Dylan lieber mit den Felice Brothers oder Ryan Bingham gesehen. Aber sei’s drum, Mumford & Sons haben mich angenehm überrascht und die Avett Brothers waren immerhin ganz nett. Aber als Dylan kam, war klar, wie die Rollen verteilt sind. Da die spielfreudigen Jungen, ganz begeistert und euphorisiert vom Zusammenspiel mit einem der größten Musikidole aller Zeiten, da der alte Hase, der auf der Bühne scheinbar immer leichtfüßiger, immer befreiter wird. Croont mit ausladenden Gesten und ignoriert (?) seine scheinbar immer brüchiger werdende Stimme.

Und er konterkariert die ganze Inszenierung leise, aber bestimmt. Hier die Buben mit ihren Banjos und Gitarren ganz brav im Folkie-Stil gekleidet, dort der Elder Statesman als Crooner im Outfit einer Cowboy-Showband. Gespielt wird Maggies Farm akustisch, also der Song der als elektrische Nummer die Newport-Seligkeit 1965 beendet hat.

Fazit: Es war in solch einem Rahmen einer der besseren Auftritte von Dylan, der einfach Spaß machte. Früher hätte das auch böse enden können. Alles in allem also ein guter Jahresauftakt, Konzerte in Asien und Australien sind schon angekündigt, alles weitere steht in den Sternen. Das Geburtstagsjahr bleibt spannend.

“I’m in a cowboy band”

13. Februar 2011

Zum Relaunch meines Musikblogs

“I’m the oldest son of a crazy man, I’m in a cowboy band” singt Bob Dylan in dem anrührend melancholischen Song „Nettie Moore” vom Album 2006er Album “Modern Times”. Ein guter Titel für meinen Blog, der den bisherigen etwas kindischen Verlegenheitstitel ersetzt. Zeigt er doch auf worum es hier geht: Bob Dylan, Country, Americana, Roots-Rock.

Mit dem neuen Titel geht sukzessive eine richtige Verschlagwortung und Kategorisierung der Artikel einher. Zudem soll die Seite schneller aktualisiert werden, sprich viel öfters neuen Content erhalten. Auch die Video- und Audioeinbindung – immer den legalen Möglichkeiten entsprechend – soll genutzt werden. Und auch eine Linkliste ist neu erstellt worden, so wie ich auch mehr Aktivitäten entfalten will, damit mein Blog entsprechend auf anderen Seiten verlinkt wird.

Inhaltlich werde ich der Linie treu bleiben. Ich schreibe, darüber, was ich gut finde und nur selten darüber, was mir nicht gefällt. So freue ich mich schon auf den nächsten Eintrag, der aus Zeitgründen leider nicht vor Dienstabend erfolgen wird: Eine Nachlese zum Auftritt von Bob Dylan bei den Grammies.

Dass Dylan im Rahmen einer Würdigung des akustischen Folkliedes mit „Maggies Farm“ ausgerechnet den Song spielt, mit dem er das Newport Folk Festival 1965 mit den weltweit ersten elektrischen Folkrock-Tönen aufmischte, ist so richtig typisch Dylan: Ebenso subversiv, wie genial und geschichtsbewusst. Es gibt Aufnahmen im Netz, die Dylan croonend vor einer Riesen-Folk-Kapelle zeigen. Das wirkt sehr viel versprechend.

Wanda Jackson, Jack White, Bob Dylan und „Thunder On The Mountain“

13. Februar 2011

Wanda Jackson Single "Thunder On The Mountain"Nach Country-Legende Loretta Lynn hat Jack White mit Rockabilly-Queen Wanda Jackson erneut einer Künstlerin zum Comeback verholfen, die schon die 70 überschritten hat. „The Party Ain’t Over“ wird von der Kritik im Allgemeinen wohlwollend besprochen, es wird aber auch darauf hingewiesen, dass Jack Whites musikalisches Konzept hier und da zu uniform für die ausgewählten Songs ist.

Über den Songs, bei dem Whites Herangehensweise am besten funktioniert möchte ich hier schreiben. Er ist zugleich der überraschendste und wichtigste Track auf dem Album: „Thunder On The Mountain“. Bei TOTM wird das Rockabilly-Element herausgearbeitet, Wanda gibt wieder die Röhre und Whites Gitarrensoli wirken hier kongenial, indem sie sich ebenso nahtlos einfügen wie den Sound entscheiden zu prägen.

Den Tipp, doch diesen Songs zu verwenden hat White von niemand anderem, als dem Autor selbst, von seinem väterlichen Freund Bob Dylan erhalten. Dieser hatte sich in der Vergangenheit schön öfters sehr respektvoll über Wanda geäußert: „An atomic bomb in lipstick – The Queen of Rockabilly.“

„Thunder On The Mountain“ passt musikalisch bestens, da in seiner Dylan-Urform schon der Rockabilly zu erkennen ist. Textlich aber ist es ein typischer Song des späten Dylan mit apokalyptischen und religiösen Bildern gepaart mit der Einsicht in die Endlichkeit und dem dennoch ungebeugten Willen immer weiter zu gehen. Also meilenweit entfernt von „Let’s have a party“ aber für die Wanda Jackson von heute ein sehr passendes Statement.

Hier das Video von Wanda und Jack White:

Just „New York Kids“

2. Dezember 2010

Patti brilliert als Autorin, Willie glänzt mit dem, was er immer macht

Der Zufall wollte es so: Auf meinem MP3-Player ging Pattis Album zu Ende und Willies neues setzte nahtlos an. Und das bei der Lektüre von „Just Kids“ – Patti Smiths Werk über ihre Beziehung zu Robert Mapplethorpe im New York der 70er Jahre.

Vorweg: Es ist ein großes Buch. Es ist beste Liebes-, Coming-Out-, Boheme-, Historien-, Nostalgie-, Reise-, Rock-Literatur. Pattie nimmt uns mit auf den Trip von New Jersey in den Big Apple der 60er und 70er Jahre. Erzählt vom Traum der beiden, Künstler zu werden. Erzählt vom Träumen, vom Lieben und vom Hungern. Dass man sich liebt und trennt und liebt, mal geistig und körperlich, dann nur noch geistig liebt, dann getrennt ist und trotzdem immer ein Paar bleibt. Auch über den Tod hinaus. Sie führt uns durch die Straßen und über die Plätze von New York. Vom Washington Square zum Chelsea Hotel. Mit feiner Bobachtungsgabe schildert Sie die berühmtesten Künstler ihrer Zeit: Allen Ginsberg, Harry Smith, Janis Joplin, Andy Warhol oder Sam Shepard. Und auch aus ihrer Verehrung von Bob Dylan macht sie keinen Hehl. Eine starke Frau und Künstlerin, die schließlich als Rockpoetin ihre Bestimmung findet. Während Robert Mapplethorpe der Sonne zu nahe kam. Doch am Ende ist keine Bitterkeit zu spüren. Patti hat wenige Jahre nach Robert Mapplethorpe auch ihren Ehemann Fred „Sonic“ Smith verloren. Doch sie flüchtet sich nicht in vordergründige Trauer und Resignation. Patti ist genauso zäh, wie sie hoffnungs- und liebevoll ist. Gepaart mit einfach nicht enden wollender Kreativität macht sie immer weiter. Schön, dass das so ist.

Unser Freund Willie Nile macht auch immer weiter. Mit „The Innocent Ones“ legt er sein viertes Album innerhalb von drei Jahren vor. Und wer ihn auf der Bühne derwischgleich zu seiner Musik Tänze aufs Parkett legen sieht, die Pogo mit Riverdance kreuzen – bislang kenne ich das nur von youtube, da mit noch kein Livekonzert vergönnt war – der kann es nicht glauben, dass er auch schon 62 ist. Wie er immer wieder drei Akkorde dazu benutzt Stakkato Ohrwurm-Melodien und gefühlvolle Balladen zu mischen, die immer ganz vertraut und dennoch neu wirken, ist unglaublich und einfach nur schön. Auch Willie nimmt uns ja stets mit auf die Reise durch „The Streets Of New York“. Das heute sicherlich nicht mit dem zu vergleichen ist, das Patti und Willie in ihrer Jugend erlebt haben. Die große künstlerische naive Freiheit fehlt, vieles ist einfacher, zugänglicher, kommerzieller geworden, aber auch sicherer. Doch Kunst und Phantasien befördert dieses New York wie eh und je.

Ein weiteres „New York Kid“ wird nächstes Jahr 70. Heutzutage konzertiert Bob Dylan jährlich Ende November in NYC. Das zu erleben wäre noch eine Herausforderung, seine Umsetzung steht aber in den Sternen. Bis dahin helfen die Musik und die Poesie von Bobby, Patti und Willie, die Sehnsucht zu stillen.